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Vox und der Konflikt zwischen Aufhebungsversprechen und EU-Recht
Mehrere versprochene Gesetzesaufhebungen kollidieren mit europäischen Richtlinien, die Spanien nicht allein aushebeln kann. Der echte Spielraum ist minimal.
Vox verspricht Gesetzesaufhebungen, doch die EU hat sie längst verankert
Was nützt es, die Aufhebung eines Gesetzes zu versprechen, wenn Brüssel es längst verankert hat? Das ist die Frage, die über dem Paket von Vorschlägen schwebt, das die spanische Rechte auf den Tisch gelegt hat und das in diesen Tagen in den sozialen Medien kursiert. Die kurze Antwort: nicht viel, wenn man das Kleingedruckte der Zuständigkeiten betrachtet. Mehrere der zur Aufhebung versprochenen Gesetze sind Umsetzungen europäischer Richtlinien, und keine spanische Regierung kann sie abschalten, ohne das Land aus dem EU-Club zu führen. Die Schlagzeile funktioniert auf einer Kundgebung. In Brüssel lacht man.
Was aufgehoben werden kann und was nicht
Der Kern der Sache ist eine Liste von Aufhebungen, die nationale Souveränitätsangelegenheiten mit Bereichen mischt, die unmittelbar aus dem Unionsrecht hervorgehen. Zur ersten Gruppe gehören innere Angelegenheiten, bei denen der Spielraum groß ist. Beim zweiten wird es kompliziert: Es geht um Vorschriften, die Spanien aus Pflicht, nicht aus Überzeugung übernommen hat und die nur geändert werden können, wenn zuvor die zugrunde liegende Richtlinie im Europäischen Parlament geändert wird.
Manche halten dafür, dass außer ein paar Vorschlägen der Rest selbst mit absoluter Mehrheit im Abgeordnetenhaus keine echte Chance hat. Das Argument ist einfach: Eine europäische Regel stürzt man nicht mit einem Eilgesetz, sondern verhandelt sie in Brüssel nieder oder aktiviert Artikel 50. Und das steht heute auf niemandes Agenda. Nebelkerzen, lautet die Botschaft.
Rückschritt als Wahlkampfrahmen
Interessanter als der Katalog der Aufhebungen ist der mentale Rahmen, in dem er präsentiert wird. Die Dichotomie Fortschritt/Rückschritt funktioniert als Slogan, hält aber einer Analyse nicht stand. Alles Eigene „Fortschritt" und alles Fremde „Rückschritt" zu nennen, ist eine rhetorische Falle, die die inhaltliche Diskussion vermeidet. Ist dieses Gesetz vernünftig? Egal: Es ist unseres, also Fortschritt.
Am anderen Ende gibt es jene, die den Rückschritt ohne Umschweife fordern. Wenn Rückschritt bedeutet, zurück zu einer Zeit mit bezahlbaren Mieten, stabilen Jobs und bezahltem Urlaub zu kehren, nur zu. Das Problem dieses Arguments ist, dass es eine Vergangenheit idealisiert, die nicht für alle so idyllisch war – aber es trifft einen realen Unmut: das Gefühl, dass der materielle Fortschritt viele zurückgelassen hat.
Die Rechnung, die nicht aufgeht
Der saftigste Teil der Angelegenheit ist der wirtschaftliche. Es wird argumentiert, dass eine Familie vor Jahrzehnten mit einem einzigen Gehalt Hypothek, Fleisch, Fisch und Urlaub bestreiten konnte. Heute kommen viele mit zwei Gehältern kaum über die Runden. Der Unterschied zwischen jenem Modell und dem heutigen ist keine Meinung: Es ist eine messbare Lücke, Posten für Posten, und sie erklärt, warum die Rückschritts-Erzählung ein Publikum findet.
Die vollständige Aufschlüsselung dieses Vergleichs – Wohnung, Lebensmittel, Energie, Freizeit – ergibt eine Differenz, die selbst den überrascht, der sie berechnet. Es ist nicht nur Nostalgie: Es ist Arithmetik. Und solange die Rechnung nicht aufgeht, wird der Rahmen Fortschritt/Rückschritt an der Wahlurne weiter wirken, auch wenn man in Brüssel lacht.
Am Ende lautet die Frage nicht, ob Vox dies oder jenes aufheben kann. Die Frage ist, wie viele Stimmen es wert ist, das Unerfüllbare zu versprechen. Ziemlich viele, wie es scheint.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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