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Marokko verhandelt mit Frankreich und Portugal über Stromkabel an Spanien vorbei
Einer geopolitischen Analyse zufolge sucht Rabat Strominterkonnektionen mit Frankreich und Portugal, die Spanien umgehen würden, während der spanische Energieplan seine Ziele verfehlt.
Der spanische Energieplan scheitert an fast allen Zwischenzielen. Derweil verhandelt Rabat, wie eine kursierende geopolitische Analyse darlegt, Stromkorridore mit Frankreich und Portugal, die Marokko den Zugang zum europäischen Markt ohne spanische Infrastruktur ermöglichen würden. Die Analyse — verfasst von Francisco José Fernández-Cruz Sequera auf dem Kanal Clave Geopolítica — ordnet das Manöver in ein Umfeld wachsender Spannungen nach dem Sturm auf Ceuta am 30. Juli ein. Der Beitrag trägt den Titel, ganz ohne Umschweife, „Die energetische Belagerung Spaniens“.
Was der PNIEC sagt und warum es nicht aufgeht
Der Nationale Integrierte Energie- und Klimaplan 2023-2030 (PNIEC, der zentrale Energie-Fahrplan Spaniens), aktualisiert 2024, versprach Großes: eine **Reduzierung der Emissionen um 32%** gegenüber 1990, **48% Erneuerbare** am Endenergieverbrauch, **81% erneuerbare Stromerzeugung**, eine Senkung der Importabhängigkeit auf **50%** und eine Elektrifizierung der Wirtschaft auf **34%**. Auf dem Papier ein anderes Land.
Die Berichte für 2025-2026 — darunter der von EY-Fundación Naturgy vom Oktober 2026 — zeichnen ein anderes Bild: Spanien kommt langsamer voran als geplant und verfehlt die meisten Zwischenziele. Kein katastrophales Durchfallen, aber ein Durchfallen. Und in diese Lücke schleicht sich die unbequeme Frage: Wenn das Land seinen eigenen Fahrplan nicht einhält, mit welchem Recht kann es sich dann darüber beschweren, dass andere das Spielfeld neu ordnen?
Die Abkommen von 2026: Seekabel und Korridore
Die Abkommen sehen Seekabel, Stromverbindungen und Lieferkorridore vor, die Marokko direkter mit Frankreich und Portugal verbinden würden. Die Lesart der Analyse: Rabat will seine Abhängigkeit von den spanischen Interkonnektionen verringern, um europäische Märkte zu erreichen. Anders gesagt: Wenn Gas und Strom einen anderen Weg nehmen können, verliert Spaniens Position als Einfallstor an Gewicht.
Manche halten das für Geopolitik nach Lehrbuch und die Empörung für eher emotional als ökonomisch. Dagegen steht das Argument, dass Interkonnektionen nicht nur Infrastruktur sind: Sie sind ein Hebel. Und wer den Hebel kontrolliert, verhandelt besser.
Das Hintergrundrauschen: Nachbarn, Wut und Hämmer
Das Gespräch driftete bald in weniger technisches Terrain. Manche gestanden, isoliert und erschöpft, Probleme, die die der anderen „übersteigen“; andere erklärten die **unterdrückte Wut** zum Nationalmerkmal: „Spanier wissen viel darüber“. Dazwischen ein wiederkehrender Gedanke: Das Zusammenleben verschlechtert sich, und der Lärm — im wörtlichen wie im übertragenen Sinn — ist unerträglich geworden.
Auch die autoritäre Versuchung nach Lehrbuch tauchte auf: Einsatzteams, die wegen Dezibel in Wohnungen eindringen, drakonische Strafen ab einer bestimmten Uhrzeit. So eine Idee fällt einem um zwei Uhr nachts ein — und schriftlich festgehalten zeichnet sie das diffuse Unbehagen im Land besser nach als jede Umfrage.
Was wirklich auf dem Spiel steht
Jenseits des Nachbarschaftslärms geht es um Substanzielles: Energieabhängigkeit, Interkonnektionen und die Frage, wer entscheidet, welchen Weg der europäische Strom nimmt. Die vollständige Kalkulation der Korridore mit ihren Fristen und Zahlen ist genau die Art von Material, das es nie auf die Schlagzeilen der Titelseite schafft. Unter diesen Vorzeichen ist vernünftigerweise zu erwarten, dass der Druck auf die spanische Infrastruktur zunimmt, bevor irgend etwas gelöst ist.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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