VOX und der Kampf um die Protestwähler: vom Misstrauensantrag auf die Straße

VOX startete im Januar und Februar 2021 seine politische und mediale Offensive: Strompreise, Katalonien, Einwanderung und Wohnungsbau prägten seine Erosionsstrategie.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

VOX intensiviert seine territoriale Offensive, während die ökonomische Erzählung den Ton angibt

Was bleibt von einer Partei übrig, wenn die Krise zum einzigen Argument wird? Zwischen Januar und Februar 2021 entfaltete die Partei unter Santiago Abascal eine Botschaftsmaschinerie, die von den Strompreisen über die Einwanderung und den Wohnungsmarkt bis zur Sicherheit in Katalonien reichte. Die Abfolge war kein Zufall: Jedes Element sollte vor dem katalanischen Wahltermin am 14. Februar eine Leitidee in der Wählerschaft verankern.

Das Material, das sich in der öffentlichen Debatte ansammelt, zeichnet das Bild einer Partei, die die Konfrontation zur Methode und den Notstand zum Kalender gemacht hat. Der Strompreis steigt um 27%, verkündet eine der meist wiederholten Botschaften, während eine andere warnt, dass 70% der Kosten der Stromrechnung nichts mit den Energiekosten zu tun haben. Das sind Zahlen, die ohne Aufschlüsselung in die Arena geworfen werden, aber mit klarer Zielgruppe: der Wählerin und dem Wähler, die auf die Rechnung schauen und am Monatsende nicht mehr reichen.

Von der Stromrechnung zur Erzählung der Unsicherheit

Die Wirtschaftsstrategie von VOX in diesen Wochen stützte sich auf drei Fronten: die Energiepreise, die Steuerlast und die Lage der Arbeitnehmer. Iván Espinosa fasste die These der Partei in einem Satz zusammen, der in mehreren Formaten wiederholt wurde: „Dieses System funktioniert nicht, unabhängig davon, wer regiert“. Das heißt, das Problem war nicht nur die Koalitionsregierung, sondern der gesamte Rahmen.

Dieser Rahmen umfasste laut den Botschaften 4 Millionen Arbeitslose und mehr als 700.000 Menschen in Kurzarbeit mitten in der Kältewelle. Das Zusammentreffen des Strompreisanstiegs mit der größten Kältewelle des Jahrhunderts wurde als Beweis für Verlassenheit ausgeschlachtet. Weniger wichtig waren die technischen Details des Strommarkts als die Wahrnehmung, dass die Regierung weggeschaut habe.

Katalonien und Sicherheit als Wahlkampf-Achse

Der 14. Februar wirkte als Katalysator. Die Botschaften von Jorge Buxadé in Cancelar, Javier Ortega in Tarragona oder Juanjo Aizcorbe in Sabadell handelten nicht von Wirtschaftsprogrammen, sondern von Sicherheit und Freiheit. Die Parole lautete, die „Recht und Ordnung“ wiederherzustellen, die der Partei zufolge geraubt worden waren. In diesem Kontext wurden Zwischenfälle mit Unabhängigkeitsgruppen bei den Veranstaltungen zu Wahlkampfmaterial: Was für die einen eine Provokation war, war für VOX der Beweis für den Mangel an Freiheit in Katalonien.

Auch die internationale Dimension spielte eine Rolle. Die Anwesenheit von Marine Le Pen in Madrid, eingeladen von Abascal, und das Treffen mit Giorgia Meloni und anderen europäischen Führungsfiguren dienten dazu, das Bild einer kontinentalen Allianz zu projizieren. Die Veranstaltung im Januar 2021 sollte die Marke VOX außerhalb Spaniens normalisieren und als Teil einer breiteren europäischen Strömung präsentieren.

Einwanderung und Wohnraum: das Argument der Grenzkontrolle

Eine der meist wiederholten Botschaften verknüpfte Einwanderung und Wohnraum: „Wohnraum verteidigt man, indem man bei der Grenzkontrolle anfängt“. Die Gleichung war einfach und sollte an den Unmut der einfachen Stadtviertel anknüpfen. Parallel dazu wurde der Abgeordnete Ana Oramas beschuldigt, die „Kanaren zu verraten“, weil sie das zulasse, was die Partei eine „migratorische Invasion“ nannte. Das sind Behauptungen, die Teil des politischen Diskurses sind und ohne konkrete Daten über ihre tatsächlichen Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt oder die Beschäftigung in den Raum geworfen werden.

Die Botschaft von „minderjährigen Migranten, Hausbesetzern und Kriminellen“ in den Vierteln wurde mit Nachdruck wiederholt. Sie ist der aggressivste Teil der Erzählung, derjenige, der die Angst ausschlachten will. Und auch derjenige, der bei denen am meisten Ablehnung auslöst, die darin eine ungerechte Pauschalisierung sehen.

Die Erosion der Regierung als roter Faden

Die Erosionsstrategie stützte sich auf die Forderung nach Rücktritten. Abascal verlangte sofortige Konsequenzen für das Krisenmanagement: „Warum ist der Verkehrsminister noch nicht zurückgetreten?“, fragte er sogar. Die Formel wurde in verschiedenen Formaten und mit verschiedenen Protagonisten wiederholt. Ziel war nicht so viel der Rücktritt selbst als die Verankerung der Vorstellung, die Regierung sei unfähig.

In diesem Kontext wurde die Figur Macarena Olonas und ihr Auftritt im TVE zum Beispiel für die Strategie der direkten Konfrontation mit den öffentlichen Medien. Die Kritik am staatlichen Fernsehen als Teil des „pogre Konsenses“ war eine weitere Säule des Diskurses.

Hinter den Kulissen: eine Partei im inneren Spannungsverhältnis

Nicht alles war Harmonie. In der öffentlichen Debatte tauchte die Figur Alvises auf, ein politischer Akteur, der laut einigen Botschaften der Unterstützungsinitiative für VOX nicht beitrat und es vorzog, „Kleinigkeiten und Unsinn über Umfragewerte“ zu veröffentlichen. Die Anekdote offenbart eine reale Spannung: die einer wachsenden Partei, die zunehmend Egos und Geltungsdrang managen muss. Einigkeit wird als Priorität dargestellt, aber sie ist nicht immer leicht.

Der Abschluss der Sequenz, mit Botschaften wie „Sie haben Spanien in Burkina Faso verwandelt“ oder dem „Rückfahrticket“ als Symbol, zeigt den Ton, den VOX für die Schlussphase seiner Offensive gewählt hat. Die Frage ist, ob dieser Ton mobilisiert oder abnutzt. Die Ergebnisse der katalanischen Wahlen vom 14. Februar, die im Material nicht auftauchen, wären der erste Härtetest.

Am Ende ist Politik genau das: einen Rahmen wählen und ihn so lange wiederholen, bis er sich festsetzt. VOX hat das mit einer Disziplin getan, die sich andere wünschen würden. Ob der Rahmen der richtige ist, steht auf einem anderen Blatt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (1604 Antworten).

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