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Vorwürfe gegen Vito Quiles entfachen in Spanien neuen Medienstreit
Die Anzeige von FACUA gegen den spanischen Kommentator Vito Quiles wegen angeblichen Betrugs bei Renfe befeuert die Debatte über Medien und Justiz.
Der Fall, der die politische Debatte in Spanien aufwühlt, ist in erster Linie kein jurischer: Es ist ein Streit über die Glaubwürdigkeit der Medien. Während die einen in dem Kommentator Vito Quiles einen mutmaßlichen Betrüger sehen, der sich schämen müsste, antworten die anderen, die Anzeigen seien nichts als eine Diffamierungskampagne, gespeist von Blättern mit fragwürdiger Fruta. Zwischen beiden stehen die Fakten: eine Anzeige von FACUA (einer spanischen Verbraucherschutzorganisation) wegen mutmaßlicher Tricks bei Zugtickets und eine Reihe von Gerichtsverfahren, die – je nachdem, wer erzählt – aus jedem entweder einen Verbrecher oder einen Verfolgten machen.
Die Vorstrafenakte und ihre zwei Deutungen
In der Diskussion wird oft auf jene verwiesen, bei denen man „sie mit Gerichtsverfahren überschüttet hat und sie in allen freigesprochen wurden“. Dieses Argument dient als Schweizer Taschenmesser: Es beweist entweder, dass die Justiz die Mächtigen entlastet, oder dass Anklagen nichts als Wahlkampflärm sind. Im Fall Quiles gibt es bis heute kein rechtskräftiges Urteil, das eine der beiden Versionen klärt. Was es gibt, ist die Darstellung der Staatsanwaltschaft und die Gegenerzählung seiner Verteidiger, jeder mit seiner eigenen Liste nahestehender Medien.
Die Anzeige, die unter der Diffamierung begraben wurde
Der Renfe-Vorfall, der durch die Anzeige von FACUA bekannt wurde und von El Diario.es aufgegriffen wurde, ist das perfekte Beispiel dafür, wie der Fokus verloren geht. Der konkrete Vorwurf – eine mutmaßliche Ersparnis bei Zugtickets auf Kosten des staatlichen Betreibers – ist hinter der Frage zurückgetreten, ob das Medium, das darüber berichtet, verlässlich oder parteiisch ist. Auch ABC und Europa Press, als Gegengewicht zitiert, entgehen dem Verruf nicht: Ihnen wird vorgeworfen, bloß Kopien der Großen zu sein. Das Ergebnis: Eine Debatte über die Fakten ist zu einem Krieg der Medienmarken geworden.
Die unbequeme Frage
Wenn alle Medien gekauft sind, wo lässt sich eine Information überprüfen? Die Quellen zu verwischen hat Quiles nicht sauberer gemacht, noch seine Kritiker glaubwürdiger. Das Einzige, was sicher ist: Bei der nächsten Anzeige wird jede Seite ihre Wahrheit wieder dem Medium anvertrauen, das ihr am besten gefällt. Die Debatte wird damit ein Streit über die Glaubwürdigkeit bleiben, nicht über die Fakten.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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