Vorräte verstecken im Kollaps: Warum das Vergraben scheitert
Wo würdest du deine Lebensmittel verstecken, wenn morgen die Lieferketten zusammenbrechen? Die instinktive Antwort – ein Loch graben, Fässer vergraben, mit Holz abdecken – ist auch die am heftigsten diskutierte. In einem Dorf mit Hof liegt die Versuchung nahe, den Beton aufzubrechen, Proviant zu vergraben und zu tarnen. Das Problem ist nicht das Graben selbst. Das Problem ist: Wenn du nach drei Monaten nicht genauso ausgehungert aussiehst wie der Rest, hast du dich verraten.
Die Diskussion beginnt mit dem Kauf einer Armbrust, der Idee einer Schrotflinte und der Angst, dass Hunde den Essensgeruch wittern. Sie endet, nach dutzenden Nachrichtenbeiträgen, in einem unbequemen Konsens: Das Einzige, was dir niemand stehlen kann, ist dein Wissen.
Die Rechnung, die das perfekte Versteck widerlegt
Das häufigste Argument ist vernichtend: Du kannst sie verstecken, wo du willst, aber wenn du nach drei Monaten nicht verzweifelt wirkst wie alle anderen, weißt du, dass du etwas zurückhältst. Und wer dann die Macht hat – denn es wird immer jemanden geben, der sie hat –, schickt drei Leute los, um dich so lange zu verprügeln, bis du gestehst. Und du wirst gestehen.
Der oft zitierte Vergleich ist Ruanda während des Völkermords: Es gibt keinen Ort zum Verstecken. Die Schlussfolgerung lautet, dass physische Verstecke an einem Theaterproblem scheitern: Man muss Abfälle entsorgen, ohne gesehen zu werden, man muss dort koten, wo niemand das Ergebnis inspizieren kann, und man muss einen hungrigen Gesichtsausdruck bewahren. Es reicht, wenn jemand sieht, wie du dich hinter Büsche schleichen, und kurz darauf nachschaut, um zu wissen, dass du dich heimlich satt isst.
Ein zwei Meter tiefes Loch graben: Der Haken
Der physische Teil des Plans bekommt die meiste Kritik ab. Der Ödlandboden ist nicht weich: Nach 30 Zentimetern trifft man auf Fels oder überall sind Wurzeln. Wer ein zwei Meter tiefes Loch gegraben hat, um ein Fass zu vergraben, beschreibt es als extrem mühsam und warnt, dass man ohne Training vor Beendigung des ersten Lochs einen Herzinfarkt erleiden könnte.
Die vorgeschlagene Alternative ist bescheidener: 30-Liter-Fässer mit luftdichtem Verschluss, im Gelände vergraben, mit einer Schatzkarte, um sie nicht zu verlieren. Manche haben eines vergraben, das den Bedarf einer Familie für zwei Monate deckt, und holen es alle fünf Jahre heraus, um die verderblichen Teile zu erneuern. Der Nachteil: Das Fass muss gefüllt, transportiert und das Loch gegraben werden, ohne dass jemand zusieht.
Welche Lebensmittel halten im Boden aus und sind für Insekten unattraktiv?
Die Liste ist kurz: Trockene Hülsenfrüchte, Kokosraspel, getrocknete Bananen. Dinge, die nicht einmal Ameisen mögen. Dosen konservieren sich gut, liefern aber wenig Nahrung und Kalorien und viel Salz, sodass enorme Mengen vergraben werden müssten. Das eigentliche Problem ist nicht die Haltbarkeit, sondern das Wasser.
Urin wird als Abschreckungsmittel erwähnt, damit Tiere die aufgelockerte Erde nicht durchwühlen. Und manche weisen auf Knollen hin: Die Erdmandel (Tubers), gepflanzt in der Erde, ist praktisch unverwüstlich und verwildert, obwohl der Eindringling vielleicht nicht weiß, dass man sie essen kann. Klar, das funktioniert nur, wenn der Eindringling nicht sieht, dass du nicht abgemagert bist.
Die These, die sich durchsetzt: Wissen kann nicht beschlagnahmt werden
Im Gegensatz zu den Fässern dominiert eine andere Strömung. Das Einzige, was zählt, ist das, was dir niemand nehmen kann: Wie man Antibiotika verabreicht, ein Motorrad repariert, eine Solaranlage zum Laufen bringt oder einen ordentlichen Zaun errichtet. Hinzu kommen zwei Assets, die man nicht kaufen kann: Charisma, um Menschen für sich zu gewinnen, und Diskretion, damit möglichst wenige über dich Bescheid wissen.
Der Nuance ist, dass man nicht verhindern kann, dass sie wissen, dass du Arzt bist, aber niemand muss wissen, wie gut du in Elektrik oder Mechanik bist, wenn es nicht offensichtlich ist. Demut und Diskretion werden als Eigenschaften beschrieben, die man lange vor dem Kollaps entwickeln muss. Und eine Warnung: Auffallen ist ein zweischneidiges Schwert.
Physische Vorbereitung: Zunehmen oder Hunger gewöhnen
Hier herrscht totale Uneinigkeit. Eine Position befürwortet die Erhöhung der Aufnahme gesunder Fette und ein gesundes Übergewicht von etwa fünf Kilogramm: Wenn du einen höheren Fettanteil hast und der Körper ihn korrekt verbraucht, hältst du länger durch als ein Unterernährter. Dies stützt sich darauf, dass wilde Tiere sich bei Jagderfolg überfressen, im Hinblick auf mögliche Hungersnöte.
Die Gegenposition ist, dass es in Konzentrationslagern keine Dicken gab und am Ende jeder gleich unterernährt war. Am schlimmsten geht es demjenigen, der daran gewöhnt ist, sich den Bauch vollzuschlagen. Die ausgesprochene Empfehlung ist die gegenteilige: Schon seit einiger Zeit wenig essen, damit der Körper daran gewöhnt ist und nicht mehr verbraucht. Ein angeführtes Beispiel: Wenn du ohne Wasser dastehst und zwei Liter hast, ist es besser, 24 Stunden nichts zu trinken, damit der Körper versteht, dass kein Wasser da ist, und den Verlust minimiert.
Das Haus als Festung und die Waffen ohne Lizenzpflicht
Eine weitere Antwortlinie verschiebt den Fokus: Statt zu verstecken, soll man panzern. Tür der Sicherheitsklasse III, Fenster und Blei im Inneren. Für jene ohne Feuerwaffenlizenz wird die Druckluftbüchse mit 24 Joule empfohlen, der maximal zulässigen Leistung in Spanien, die man einfach kaufen kann, ohne weitere Formalitäten. Mit einer 6,35-mm-Büchse werden Beschreibungen gemacht, bei denen zwei harte Konservendosen, eine in der anderen, durchbohrt werden, mit Löchern beim Austritt. Sie kosten etwas mehr als 100 Euro.
Der Haken ist, dass eine Druckluftwaffe zur Jagd auf Kaninchen oder Tauben taugt, aber nicht zur Verteidigung gegen eine Gruppe bewaffneter Männer. Und hier taucht die einzige These auf, die lückenlos standhält: Die einzige Überlebenschance ist eine ausreichend große Gemeinschaft mit Verteidigungsfähigkeit. Jeder Einzelgänger oder isolierte Familie mit geringer tödlicher Kapazität ist zum Tode verurteilt.
Der Keller, der Tonkrug und die Lektion aus dem Krieg
Die meistgenannte Option für ein Haus ist der Keller mit einem von innen verdeckten Zugang, um hinunterzugehen, zu essen und sich zu verstecken. Manche erinnern sich, dass ihre Großmutter im Krieg Weizen vergrub, damit ihn die Armee nicht mitnahm. Und es gibt einen Fall, der das Problem besser zusammenfasst als jede Berechnung: Ein Gemischtwarenladen in einem Dorf nahe der Front während des Bürgerkriegs, mit einem 50-Liter-Tonkrug Olivenöl. Am Tag nach einer Plünderung ging der Besitzer zum Fluss und goss die 50 Liter vor aller Augen aus, angeblich weil sie verdorben seien. Er zog es vor, alles zu verlieren, statt beschuldigt zu werden, es versteckt zu haben.
Die daraus gezogene Schlussfolgerung ist nicht optimistisch. Wenn derjenige, der die Macht hat, vermutet, dass du etwas zurückhältst, hilft kein Fass, kein Keller und keine Schatzkarte. Die einzige echte Verteidigung ist, dass es nichts zu finden gibt, oder dass das Gefundene nicht wie Nahrung aussieht. Der Rest ist Survival-Literatur.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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