Camilo, Paco und Gumersindo: Der Vorname als Maßstab
Ein Vorname ist das Erste, was man dir gibt, und das Letzte, was du wählst. In einer Forumdiskussion gestand eine Gruppe von Internetnutzern ihre eigenen Namen, und das Ergebnis zeichnet ein ziemlich erkennbares generationsspezifisches Bild: Camilo taucht als der am meisten verteidigte Name auf, neben einem gewissen Gumersindo, der darum bittet, Gumi genannt zu werden, und einem Paco, der zum Joker des Raums wird. „Hier heißen alle Paco“, fasst eine Nachricht zusammen.
Die Sache beginnt mit einem Anfall übermäßigen Stolzes: Jemand legt seinen Namen auf den Tisch und fordert die anderen heraus, es ihm gleichzutun. Was folgt, ist ein Tropfen von Geständnissen, Spitznamen und Sticheleien, die eine banale Übung in eine kleine soziologische Studie darüber verwandeln, wie wir uns nennen und warum wir uns dafür schämen.
Camilo, Paco und Gumersindo: Die häufigsten Namen
Der Name Camilo kommt im Verlauf der Diskussion am häufigsten vor. Einer erklärt ihn mit Stolz, ein anderer gesteht, genauso zu heißen, und ein dritter nutzt ihn als Ausrede, um seine Übereinstimmung zur Schau zu stellen. Der Witz trägt sich selbst: In einem Raum, in dem niemand seinen Nachnamen preisgibt, wird der Vorname zur vollständigen Identität.
Der zweitmeist vorkommende Name ist Paco. Ein Teilnehmer wirft ihn einfach so hin, und ein anderer stellt fest, dass an diesem Ort alle Paco heißen. Das sind keine demografischen Daten, aber ein Hinweis darauf, welche Generation das Umfeld dominiert: kurze, volkstümliche Namen ohne Schnörkel.
Dann ist da noch Gumersindo, der darum bittet, Gumi genannt zu werden. Es ist das perfekte Beispiel für die Kluft zwischen dem amtlichen Namen und dem tatsächlichen Namen. Niemand verwendet Gumersindo im Alltag; die Koseform ist die wahre Identität. Ähnlich verhält es sich mit Charito, der als Name einer nahen Frau auftaucht und eine Reihe von Witzen über den Kalender auslöst.
Ángel, Luis, Paul und Kirill: Die Vielfalt, die das Muster bricht
Nicht alles ist volkstümlich. Ein Teilnehmer enthüllt, dass er einen zusammengesetzten Namen hat und dass der erste Teil Ángel lautet. Versuche, ihn zu erraten, folgen aufeinander: Miguel Ángel, Ángel María, Ángel Jesús, Ángel Luis. Keiner trifft ins Schwarze. Der Betreffende begnügt sich damit, den Kopf zu schütteln, was den Austausch in ein Spiel gescheiterter Deduktion verwandelt.
Auch Luis, Paul und Kirill tauchen auf, drei Namen, die jede Erwartung brechen. Der Kontrast zwischen einem Kirill und einem Gumersindo in derselben Diskussion ist an sich schon ein Porträt des realen Spanien: importierte Namen koexistieren mit den traditionellen.
Es gibt sogar jemanden, der sich unentschlossen zwischen Adolf und Vladimir erklärt, was eine Vorstellung vom allgemeinen Ton vermittelt. Das Geständnis des eigenen Namens dient sowohl der Vorstellung als auch der Provokation.
Der Name als Wurfgeschoss
Die Diskussion driftet schnell in Richtung der Verwendung fremder Namen als Munition. Ein Teilnehmer erfindet einen Namen für einen anderen und fügt einen erfundenen Nachnamen hinzu, Rubén Llopis, und daraus wird eine ganze Figur konstruiert: jemand, der sich seiner Herkunft schämt, der seine eigene Sprache schlecht spricht und der sich selbst im Spiegel beleidigt. Das Porträt ist grausam und übertrieben, offenbart aber etwas Wahres: Der Name und der Akzent sind zwei der Dinge, die am häufigsten verwendet werden, um jemanden lächerlich zu machen.
Der Nachname Llopis wird zum Objekt des Spotts, weil er nicht López ist, und das Valencianische erscheint als Grund für Hohn. Es ist der alte Mechanismus, über das zu lachen, was anders klingt. Mitten in den Witzen erinnert jemand daran, dass es Namen gibt, die man mit Stolz trägt, und andere, die man versteckt.
Die Diskussion hinterlässt auch einen Moment der Selbstkritik: Einer der Teilnehmer gibt zu, dass er eine Nachricht falsch gelesen hat und nennt sich selbst Idiot und Analphabet. In diesem Kontext ist der eigene Name das Einzige, was ihm niemand nehmen kann.
Warum es uns peinlich ist, unseren Namen zu sagen
Die Übung, den Vornamen zu gestehen, funktioniert, weil fast niemand dies im Internet tut. In einem Raum, in dem man mit Spitznamen unterwegs ist, ist die Offenlegung des echten Namens ein Akt der Nacktheit. Deshalb reichen die Antworten von Prahlerei bis zum Scherz, und deshalb verstecken sich viele hinter dem Namen eines anderen.
Das hervortretende Muster ist klar: Kurze, volkstümliche Namen werden mit Stolz ausgesprochen; zusammengesetzte werden versteckt; solche, die nach einer anderen Sprache klingen, laden zum Spott ein. Es ist keine Volkszählung, aber ein Maßstab dafür, was wir als normal betrachten und was nicht.
Die Diskussion kommt zu keiner Schlussfolgerung, weil sie das nicht kann. Niemand weiß, wie viele Camilos es in Spanien gibt oder wie viele Gumersindos sich im wirklichen Leben Gumi nennen. Das einzige Klare ist, dass der Vorname genau das bleibt: das Erste, was man dir gibt, und das Letzte, was du wählst.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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