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Von der Leyen schickt keine Kommissare nach Budapest
Von der Leyen wird während der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft keine Kommissare nach Budapest entsenden, so die Unterlagen zur Aussprache.
Brüssel lässt Orbán bei seiner eigenen Ratspräsidentschaft sitzen
Die Kommissionspräsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, wird während der anstehenden ungarischen EU-Ratspräsidentschaft keine Kommissare nach Budapest entsenden. Der Machtkampf zwischen Brüssel und Viktor Orbán eskaliert um eine Stufe und lässt die EU-Institution in den Augen vieler Beobachter zu einem Schachbrett werden, auf dem sich Politik und Strafe vermischen. Die Entscheidung fällt, nachdem der ungarische Ministerpräsident während der alle sechs Monate unter den Siebenundzwanzig rotierenden Präsidentschaft weiterhin sein eigenes Werben um Moskau betrieben hat.
Die offizielle Erzählung spricht von institutioneller Kohärenz. Die Erzählung der Fakten spricht von einem handfesten Boykott: Die Kommission bleibt den Sitzungen fern, die sie selbst mit der rotierenden Präsidentschaft koordinieren sollte. Und damit beginnt der Zirkus.
Was es bedeutet, dass die Kommission keine Kommissare nach Budapest schickt
Der Vorsitz im Rat ist auf dem Papier eine Verwaltungsaufgabe: einberufen, vermitteln, die Gesetzgebungsarbeit ordnen. Wenn die Kommission beschließt, das Land mit dieser Präsidentschaft nicht zu betreten, geht die Botschaft über das Protokollare hinaus. Es wird, ohne es auszusprechen, gesagt, dass Ungarn nicht einmal für die routinemäßigsten Aufgaben ein verlässlicher Partner ist.
Manche halten die Maßnahme für verhältnismäßig: Orbán untergräbt seit Jahren die Rechtsstaatlichkeit und liebkost den Kreml, und Brüssel kann nicht so tun, als wäre nichts. Dagegen steht das Argument, dass die Strafe die Präsidentschaft trifft, nicht den Ministerpräsidenten, und dass die ordentliche Funktionsfähigkeit der europäischen Maschinerie den Preis zahlt. Das Ergebnis ist jedenfalls ein unbequemer Präzedenzfall: Die Kommission setzt ihre physische Präsenz als diplomatische Waffe ein.
Der Machtkampf Orbán-Brüssel: Chronologie einer Entfremdung
Die Konfrontation ist nicht neu. Orbán hat die Ratspräsidentschaft in eine Bühne verwandelt, um seine Außenagenda zu projizieren, mit Besuchen und Gesten, die in westlichen Hauptstädten Unbehagen auslösen. Die Kommission hat mit dem Rückzug der Kommissare geantwortet, eine Geste, die in Brüssel als Entschlossenheit verkauft und in Budapest als Einmischung gelesen wird.
Die Paradoxie: Ungarn führt den Vorsitz in Sitzungen, zu denen die Kommission nicht erscheint. Die Präsidentschaft läuft weiter, aber humpelnd. Und währenddessen bleibt bei einem Teil der Öffentlichkeit der Eindruck hängen, dass Europa nach dem Prinzip selektiver Bestrafung funktioniert, je nachdem, wer gerade an der Macht ist.
Spanien, Italien und Portugal: Der Zirkus ist nicht nur ungarisch
Der Blick auf Budapest verdeckt andere Fronten. Brüssel führt mehrere Verfahren gegen die spanische Regierungsführung, und in den Gerüchteküchen ist von sieben Verfahren an einem einzigen Tag die Rede. Gleichzeitig hat Italien 4,6 Milliarden Euro, die für das Elektroauto vorgesehen waren, in die Verteidigung umgeleitet – ein Schritt, der die Automobilindustrie des Landes trifft. Und Portugal hat mit Spanien die Karten neu gemischt, indem es wirtschaftliche Aktivität auf den Selvagens-Inseln (Ilhas Selvagens) erlaubt, die von den Kanarischen Inseln beansprucht werden.
Jede dieser Fronten hat ihre eigene Logik. Zusammen zeichnen sie ein Bild, in dem die EU Gesetzgebung betreibt, korrigiert und bestraft – aber auch eines, in dem die Mitgliedstaaten ihre eigenen Kriege führen, wenn es ihnen passt.
Lagarde und Trump: Kaufen, um nicht zu kämpfen
Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, hat dazu aufgerufen, mehr aus den USA zu kaufen, um zu verhindern, dass Trump einen Handelskrieg gegen die EU vom Zaun bricht. Die Empfehlung hat ihre wirtschaftliche Logik und ihre politische Brisanz: Europa beugt sich der Zollandrohung, bevor sie Wirklichkeit wird.
Die verbreitete Analyse lautet, dass Trump zu mächtig ist, als dass die europäischen Länder viel mehr tun könnten als die eine oder andere symbolische diplomatische Protestnote. Die meisten Reaktionen werden Gesten bleiben, ohne echte Auswirkungen auf das Verhältnis zu Washington. Die Zollkeule, mon dieu.
Vor diesem Schachbrett lautet die Frage nicht, ob es weitere Boykotte geben wird, sondern welcher der nächste ist. Die ungarische Präsidentschaft wird enden, die Kommissare werden nach Budapest zurückkehren, und der Zirkus wird sich weiterdrehen. Unklar ist nur, ob sich noch jemand daran erinnert, wozu die EU da ist, wenn sie nicht gerade einen der ihren bestraft.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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