Vom Mais zum Bypass: Was Afrika und Amerika der Welt heute geben

Die Antibabypille, das CAPTCHA, der Bypass oder der heutige Mais gäbe es ohne Amerika und Afrika nicht. Ein Blick auf Beiträge, die noch immer diskutiert werden.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Vom Mais zum Bypass: Was Afrika und Amerika der Welt heute geben

Der Mais, der heute die halbe Welt ernährt, wächst so nicht in der Natur. Er ist ein Artefakt, das Ergebnis jahrhundertelanger Züchtung. Das ist im Kern der Knackpunkt einer Frage, die meist lautstark abgehandelt wird: Was haben die Zivilisationen Afrikas und Amerikas zu Technologie und Wirtschaft beigetragen? Die kurze Antwort lautet: Eine ganze Reihe von Dingen nutzt man täglich, ohne sich zu fragen, woher sie kommen. Die lange Antwort verlangt, zwischen dem Finden einer Pflanze und ihrer Erschaffung zu unterscheiden.

Die Nutzpflanzen, die die Welternährung umkrempelten

Mais, Kartoffel, Süßkartoffel, Quinoa, Erdnuss, Avocado, Kakao, Tabak und Kautschuk stammen aus Amerika. Sie gelangten nach dem Kolumbianischen Austausch nach Europa und veränderten die Landwirtschaft des gesamten Kontinents. Der Mais ist das anschaulichste Beispiel: Das wilde Getreide war praktisch unbrauchbar, und was heute gegessen wird, ist das Werk der Landwirtschaft.

Ein Detail wird oft übersehen. Die Völker Amerikas bauten Mais nicht nur an: Sie entdeckten, wie man ihn verarbeitet. Die Nixtamalisierung verbessert die Nährwerte des Korns für den menschlichen Verzehr und verhinderte Pellagra bei Ernährungsformen, die auf dieser Pflanze basierten. Das ist kein Ernten, was der Boden hergibt, das ist angewandte Chemie.

Agraringenieurwesen vor der Eroberung

Die Erzählung, in Amerika und Afrika habe es nur Jäger und Sammler gegeben, hält der Überprüfung nicht stand. Die Azteken schufen künstliche Inseln in Seen für hochproduktive Schwimmgärten. Die Maya praktizierten Brandrodung im Regenwald und entwickelten fortschrittliche Bewässerungstechniken. Die Inka errichteten Terrassenfelder an den Hängen, die Erosion verhinderten und Mikroklimata schufen, dazu Netze aus Kanälen und Aquädukten.

In Afrika war die Eisenverhüttung weit verbreitet: Kush rivalisierte mit Ägypten, und viele afrikanische Völker verarbeiteten Eisen zu Waffen und Werkzeugen. Äthiopien domestizierte vor Tausenden von Jahren den Esel, ein Arbeitstier, das den Transport auf der halben Welt trug.

Die modernen Erfindungen mit Namen und Gesicht

Der mexikanische Chemiker Luis E. Miramontes synthetisierte 1951 das Norethisteron, den Wirkstoff der ersten oralen Verhütungsmittel. Der Guatemalteke Luis von Ahn erfand die CAPTCHA-Codes. Der Argentinier René Favaloro führte den ersten koronaren Bypass der Welt durch. Der Mexikaner Heberto Castillo patentierte 1966 das Tridilosa-System, das in über 200 Brücken und im World Trade Center von Mexiko-Stadt verbaut wurde. Der brasilianisch-deutsche Andreas Pavel entwickelte den tragbaren Musikplayer und gewann den Rechtsstreit um seine Urheberschaft gegen Sony. Der Chilene Arturo Arias konzipierte das Maß für die seismische Intensität, das Ingenieure heute verwenden. Der Venezolaner Jacinto Convit entwickelte Impfstoffe gegen die Leishmaniose und Behandlungen gegen Lepra.

Der Streit liegt nicht in den Daten, sondern in ihrer Deutung. Ein Teil des Arguments besagt, dass die Nutzung einer Pflanze, die nebenan wächst, keine Technologie, sondern Zufall sei. Der andere Teil entgegnet, dass Züchtung über Generationen nichts anderes sei als künstliche Schöpfung. Wo verläuft die Grenze zwischen Natur und Technologie?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (68 Antworten).

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