Visión 2004: Buch von 1994 über Krieg im Nahen Osten

Ein 1994 veröffentlichtes Buch prognostizierte den Beginn des Dritten Weltkriegs in Saudi-Arabien und den nuklearen Kollaps Mitteleuropas.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Visión 2004: Buch von 1994 über Krieg im Nahen Osten
Ein Buch aus dem Jahr 1994 lokalisierte den Dritten Weltkrieg bereits in Saudi-Arabien

Passt die Karte der heutigen Konflikte im Nahen Osten in ein Werk von 1994? Der Text „Visión 2004. Die nächsten zehn Jahre“, unterzeichnet vom angeblichen deutschen Seher Gottfried von Werdenberg, behauptet, dass der Dritte Weltkrieg in der saudi-arabischen Zone beginnen würde, nach einer katastrophalen Energiekrise und der Unterbrechung des russischen Gasflusses. Nichts davon ist überprüfbar. Der Autor hat keine bestätigte Identität, und sogar seine Existenz wird angezweifelt.

Was das Buch Visión 2004 vorhersagt

Der Text skizziert eine konkrete Abfolge: wirtschaftlicher Niedergang, starke Inflation, monetärer Bankrott und Bürgerkriege in europäischen Ländern wie Frankreich und Italien. Danach folgt ein zweijähriger globaler Konflikt, der Ende des Sommers beginnen würde. Zu den beschriebenen Episoden gehören nukleare Schlachten über der Adria und der Nordsee, die russische Besetzung Österreichs, des Balkans und großer Teile Westeuropas, der Brand von Paris sowie eine Detonation in Böhmen, die laut Erzählung die Erdkruste aufbrechen würde.

Das angegebene Ergebnis ist eine Sterblichkeitsrate von 90 % in Mitteleuropa, mit etwa 600 Millionen Überlebenden von den 6 Milliarden Menschen, die den Planeten bewohnten. Danach käme ein „Goldenes Zeitalter“, in dem die Menschheit auf das technologische Niveau von 1800 zurückversetzt würde. Der Text enthält zudem Behauptungen, die die Ankunft ausländischer Bevölkerung mit sozialem Kollaps und Bürgerkriegen in Verbindung bringen – eine These ohne empirische Grundlage, die dem vermeintlichen Autor zugeschrieben wird.

Wer ist Gottfried von Werdenberg

Wenig und verwirrend. Er wäre 1938 oder 1939 in einer ländlichen Gegend zwischen Wien und der tschechischen Grenze geboren worden, habe sein Leben lang Feldarbeit verrichtet, ohne als Seher zu praktizieren oder Kunden zu haben. Nur gelegentliche Kontakte zur Veröffentlichung seiner Visionen. Diese Anonymität, die im Material selbst eingeräumt wird, ist das stärkste Argument derer, die an seiner Existenz zweifeln.

Groß-Israel und die heiligen Grenzen

Die verbreitetste Lesart verbindet den Text mit der These von Groß-Israel und dem dritten Tempel, mit Grenzen, die sich vom Nil bis zum Euphrat erstrecken. Hier passen das Memo nach dem 11. September über sieben Länder in fünf Jahren sowie die Konflikte in Libyen, Sudan, Syrien, Somalia, Irak und Jemen. Auch die Rolle Irans als „Prinz von Persien“, die Operation Moses mit äthiopischen Falaschas oder die Berechnung, die Jerusalem und Mekka 666 Seemeilen voneinander entfernt sieht.

Der vollständige Kriegsplan mit seinen Phasen und Zahlen bietet Stoff für eine detaillierte Analyse, die hier nur angedeutet werden kann. Wer prüfen möchte, wie viel passt und wie viel gezwungen wird, findet reichlich Material.

Ein Buch ohne identifizierbaren Autor, mit Vorhersagen, die erst rückblickend anerkannt werden, hat drei Jahrzehnte besser überstanden als viele Berichte mit Daten. Der Seher aus dem Wald kündigte das Ende der Welt an, und die Welt bleibt hartnäckig bestehen. Irgendwann wird er recht behalten. Statistisch gesehen ist das Einzige, was garantiert ist.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (21 Antworten).

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