Die Flugbegleiterin, die Flughäfen lahmlegt: Frauen schauen mehr als Männer
Ein ganz normaler Flughafen. Eine Frau von fast zwei Metern Größe in einer blauen Flugbegleiter-Uniform, mit Minirock mit Rückenschlitz und Stilettos auf nackten Füßen. Sie geht zur Gate, und alle Köpfe drehen sich. Männer, Frauen, Kinder. Alle. Die Szene, die gefilmt und in den sozialen Netzwerken verbreitet wurde, hat eine klassische Frage wieder aufgeworfen: Warum drehen wir uns bei bestimmten Körpern um und bei anderen nicht? Die am häufigsten genannte Antwort deutet nicht auf die Männer hin.
Was im Video zu sehen ist und warum es gefilmt wurde
Das Material ist nicht spontan. Die Protagonistin widmet sich dem Filmen von Videos in einem Flugbegleiter-Kostüm, und das Outfit hat wenig mit echter Arbeitskleidung zu tun: Die Stilettos auf nackten Füßen sind kein Arbeitsgerät, und der Rock hat einen Schlitz, der keinerlei aeronautische Funktion erfüllt. Es ist, in den Worten derer, die das Video analysieren, ein „sens Flugbegleiter-Kostüm“. Einige unterscheiden zwei Versionen der Uniform: eine schlichtere blaue, in der sie scheinbar wirklich arbeitet, und eine auffälligere für die Aufnahmen, die ihr besser steht.
Die Mechanik ist bekannt: Man filmt die Reaktion anderer und veröffentlicht sie. Das entwertet jedoch nicht das, was gezeigt wird. Die Leute schauen hin, weil es etwas zu sehen gibt, und das Video fängt die Geste ein, bevor die Vernunft sie filtern kann.
Frauen drehen den Kopf öfter als Männer
Der Punkt, der das übliche Narrativ erschüttert, ist dieser: Ein Großteil der intensivsten Blicke kommt nicht von Männern. Sie kommen von Frauen. Einige beschreiben einen bestimmten Blick – den einer Dame mit gefärbtem Haar – als Hass und Neid mit einem Hauch von Galle. Eine andere Beobachtung geht noch weiter: Beunruhigend ist, dass manche Frauen sie mit mehr Verlangen ansehen als Männer. Und eine dritte formuliert es direkt: Wenn man eine sehr hübsche Frau ansieht, kann zweierlei passieren: Entweder empfindet man tiefen Neid, oder man möchte wissen, welche Produkte sie benutzt, wie sie sich kleidet und wie sie ihre Haare trägt. Letzteres, so heißt es, sei sehr verbreitet.
Die wiederkehrende Schlussfolgerung: Wäre sie unansehnlich, würde niemand den Kopf drehen. Man würde sie vielleicht anschauen, aber nicht mit diesem Gesichtsausdruck. Jedem das Seine.
Das Video des Mannes, der sich nicht umdrehen kann
Unter den kursierenden Szenen gibt es eine, die als die grausamste in Erinnerung bleibt. Ein Mann geht mit seiner Partnerin. Die Flugbegleiterin kommt vorbei. Er hält seinen Blick gezwungen geradeaus, ohne zu blinzeln, während seine Partnerin – die deutlich kleiner ist als er – ihn intensiv fixiert, um sein Gesicht zu beobachten und zu prüfen, ob er abweicht. Die Szene dauert nur so lange, wie der Gang lang ist. Wer sie sah, beschreibt sie als eine Art Pavor und bedauert, sie nicht gespeichert zu haben.
Es ist das exakte Gegenteil der Schlagzeile: Das Problem ist nicht, dass er schaut, sondern dass er es sich nicht leisten kann zu schauen.
Neid als Hypothese, nicht als Tatsache
Hier ist Vorsicht geboten. Dass Frauen mehr schauen als Männer, ist eine im Material wiederkehrende Beobachtung, keine Messung. Und die Interpretation – Neid, ästhetische Neugier, Verlangen – ist eine Hypothese, die jeder nach eigener Erfahrung füllt. Eine Teilnehmerin erzählt, dass eine etwa zwanzigjährige Nachbarin, ein Model, sie als Kind zum Strand mitnahm und dass die Männer sich so intensiv näher kamen, um sie anzusehen, bis sie rot wurden. Sie war stolz auf diese Freundschaft. Da gab es keinen Neid, sondern Stolz durch die Nähe.
Eine andere liefert einen unangenehmen Lebensaspekt: 95 % der Angriffe, die sie in ihrem Leben erfahren hat, kamen von Frauen. Das ist ein Zeugnis, keine Statistik, und sollte auch so gelesen werden.
Der Westen ist nicht Afghanistan
Das vernünftigste Argument gegen das allgemeine Erstaunen: Wir sind es hier gewohnt, jeden Tag Frauen in freizügiger Kleidung auf der Straße zu sehen. Dass eine eng anliegende Uniform dieses Umdrehen der Köpfe auslöst, sagt nichts über das Land aus, sondern etwas über die Verpackung. Die Flugbegleiter-Uniform fungiert als Code: Sie aktiviert eine ganz bestimmte Fantasie – die des Flugzeugs, des Service, der Autorität im Minirock. Es ist ein Internet-Subgenre mit eigenen Regeln, und manche gestehen, dass sie dies attraktiver finden als eine Frau in Shorts und mit viel Haut.
Das Kostüm schlägt die Nacktheit. Das ist die Erkenntnis, die niemand erwartet hat.
Letztendlich beruht die Szene auf einem Widerspruch, den das Video nicht auflöst: Alle schauen hin, und fast niemand will derjenige sein, der schaut. Die Flugbegleiterin geht, die Köpfe drehen sich, und der Einzige, der wirklich leidet, ist derjenige, der so tun muss, als ob nicht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (103 Antworten).