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Vierziger in Spanien will von Mindesteinkommen leben und nach Indochina reisen
Ein Nutzer berichtet, dass ein Umkleide-Foto von ihm über 200 Reaktionen bekam, und plant, von Spaniens IMV-Mindesteinkommen, dem Fitnessstudio und einer Indochina-Reise 2028 zu leben.
Vierziger in Spanien will von Mindesteinkommen leben und nach Indochina reisen
Es gibt ein Paradox, das sich in jeder Generation wiederholt, und diesmal kommt es mit einem Umkleide-Foto: Ein Mann um die vierzig, der sagt, dass er sich nie besser fühlte, behauptet, mehr Aufmerksamkeit zu bekommen als mit zwanzig – und verflucht dennoch, nicht 2010 geboren zu sein. Seine Klage ist nicht ästhetisch, sondern ökonomisch. Mit 16 und 188 Zentimetern, sagt er, hätte er "die ganze verdammte Männlichkeit vor sich". Jetzt muss er sich mit der zweiten Jugend, dem Fitnessstudio und Zwanzigjährigen begnügen.
Auslöser war, seiner Erzählung nach, ein Foto in der Gym-Umkleide, in Boxershorts, mit pumpenden Armen und "hart posierend". Zwei Monate Essen wie ein Schwein und ein gut beleuchteter Spiegel genügten, immer nach seiner Version, damit der Beitrag die **200 Reaktionen** und danach **50 Kommentare** überschritt. Im Kommentarbereich tauften ihn einige zweite Cousins in "El Wardaespaldas" um. Weit davon entfernt, sich beleidigt zu fühlen, deutet er es als "sprießenden" Selbstbewusstseins-Kick.
Vom Komplex zum Lebensplan: IMV, Fitnessstudio und Indochina
Das Gespräch driftet schnell zum Wirtschaftsmodell ab. Die These des Protagonisten: Die "Sklaven", die Sozialabgaben zahlen, werden sein kontemplatives Leben finanzieren. Er wird "mit beiden Händen Pedro wählen", das ingreso mínimo vital (Spaniens Mindestlebensunterhalt) beziehen, sich am Sens sattsehen und mit dem Ersparten vom Subsidie **drei Monate im Winter 2028 nach Indochina** reisen. Es ist die zeitgenössische Version des griechischen Ideals, das ein anderer Teilnehmer beschwört: essen, Sport treiben, philosophieren und genießen, während die Sklaven arbeiten.
Das Problem: Die Rechnung geht nicht auf. Das IMV finanziert keine drei Monate in Südostasien und kein vollgestopftes Instagram. Die Lücke zwischen Erzählung und Gehaltsabrechnung ist dieselbe, die den "Alpha-Mann" von dem Mann trennt, der damit prahlt, dass ein 21-jähriger Tscheche ihm "einen kräftigen Ritt mit dem Haarigen" in einer Unterkunft mit Donaublick verpasst habe. Männlichkeit ist in seiner Definition etwas anderes: zwei Männern, "verschmolzen, einander hingebend". Eine analytische Strömung kauft es ab; eine andere erledigt es in zwei Zeilen.
Die Vierziger-Krise verkleidet als zweite Jugend
Der Gegenangriff kommt von der Alters-Flanke. "Sie fettleibiger, grauhaariger Fünfziger, der im Fitnessstudio jungen Blonden nachjagt und sich lächerlich macht", fasst ein Beitrag zusammen. Ein weiteres Urteil: "Die Vierziger-Krise setzt dir stark zu." Und ein chirurgischer: "Ihr Alten, die ihr die Jugend zurückholen wollt, seid Irrgeister – man muss jede Phase in ihrem Moment leben."
Der Protagonist leugnet es nicht. Er formuliert es um. Er gibt zu, sich in seinen Zwanzigern "aus Schüchternheit und Dummheit" selbst versklavt zu haben, und will nun das Verlorene einfordern. Im Kern ist es eine These über die Opportunitätskosten der Jugend: Wer sie mit Arbeiten verbracht hat, kommt mit vierzig mit Geld und ohne Zeit an; wer sie mit Leben verbracht hat, kommt ohne Geld und mit derselben Zeit an. Das Spiegelfoto ist der Versuch zu beweisen, dass noch Spielraum bleibt.
Der Lebenslauf, den niemand verlangt: Bixero und Apelero
Zwischen Lob und Beleidigungen schleicht sich ein Vokabular-Untertext ein. Ein Teilnehmer fragt, was "bixero" bedeutet; ein anderer rät ihm, es "heute Nacht im Darkroom" herauszufinden. Der Begriff, verbunden mit bestimmter Jargon der LGBT-Community, wird sowohl als Wurfgeschoss als auch als Zwinkern benutzt. Das Gespräch springt vom Fitnessstudio in den Kleiderschrank mit einer Leichtigkeit, die viel über den Ton verrät: Niemand hier ist empört, aber alle haben ein Etikett bereit.
Der Protagonist schließt mit einer Verteidigung der Lust als philosophischer Kategorie: "Es ist ein Ekstase aus körperlichem und philosophischem Vergnügen, nur für höhere Wesen geeignet." Die anderen, sagt er, sind nicht auf der Höhe. Arroganz ist der letzte Ausweg eines Mannes, der weiß, dass der Spiegel nicht immer da sein wird.
Wie viele derer, die heute mit ihrer zweiten Jugend prahlen, werden das Foto, das Einkommen oder den Mut haben, es zu zeigen, wenn die dritte kommt?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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