Vier Jahre Rechtsstreit und ein Anwalt, der die Verhandlung nicht vorbereitete
Der Unfall ereignete sich im September 2020 an einer Stranddusche, der Prozess ging vier Jahre später verloren. Es lag nicht an fehlenden Beweisen: Fotos, ein forensisches Gutachten, das die Verletzung mit dem Stoß in Einklang brachte, und Zeugen, die den schlechten Zustand der Platten bestätigten, lagen vor. Laut Darstellung des Klägers sprach der Anwalt, der den Fall bearbeitete, nicht mit dem Zeugen, forderte keinen Reparaturbericht für die Dusche an und rief erst am Vorabend der Verhandlung an. Seine Frau, 41 Jahre alt, hat mehrere Operationen hinter sich und benötigt eine Knieprothese; das Gericht wies die Klage mangels Kausalzusammenhangs zwischen Verletzung und kommunaler Tätigkeit ab.
Die Geschichte beginnt mit einem Sonnenschirm und einer Warnung. Der Mann stellte Liegestühle zwanzig Meter von den Duschen auf, als eine Badegast ihn darauf hinwies, dass seine Frau gestürzt sei. Rettungsschwimmer kamen, dann der Krankenwagen, von dort zum Gesundheitszentrum und ins Krankenhaus, das wegen Corona überlastet war, wo ihm Flüssigkeit aus dem Knie entnommen wurde. Vier Jahre später dauern die Untersuchungen und die Rehabilitation noch an.
Der Polizeibericht, der nie auftauchte
Nach Bestätigung der Verletzung beantragte die Familie bei der Gemeindeverwaltung eine Haftung für Vermögensschäden (responsabilidad patrimonial). Die Einsprüche stießen auf die juristische Abteilung der Gemeinde, die jede Schuld der Verwaltung ausschloss. Die Duschplatten wurden wenige Wochen nach dem Unfall repariert, ein Detail, das der Kläger als entscheidend für den Nachweis des vorherigen schlechten Zustands ansieht.
Seiner Version zufolge war der Umgang mit den städtischen Diensten vom ersten Tag an feindselig: Trotz zweimaliger Anfrage mit digitalem Zertifikat erhielt er keinen Polizeibericht, und die Leiterin des Strandbetriebs hörte auf, auf seine E-Mails zu antworten, als sie von der Schwere des Falls erfuhr. Die Mitarbeiter der Liegestühle hätten schriftlich bestätigt, so behauptet er, dass es an dieser Stelle bereits weitere Stürze gegeben habe.
Warum das verkürzte Verfahren die Forderung einschränkte
Die Forderung wurde im verkürzten verwaltungsgerichtlichen Verfahren (contencioso-administrativo abreviado) bearbeitet, das für Streitwerte unter 30.000 Euro vorgesehen ist. In diesem Verfahrenstyp, so Experten, hat die Verwaltung einen prozessualen Vorteil. Der ordentliche Rechtsweg, vor anderen Instanzen und mit mehr Spielraum für Beweiserhebung, wäre laut mehreren Beteiligten die richtige Alternative für einen Fall mit dauerhaften Verletzungen und ausstehenden Operationen gewesen.
Der Kläger beziffert die Ausgaben für Anwaltsgebühren, Gutachter und Prozessvertreter auf über 2.000 Euro und schätzt, dass die Entschädigung hätte etwa 60.000 Euro betragen können. Die Klage wurde ein Jahr nach dem Sturz erhoben, als noch zwei chirurgische Eingriffe ausstanden. Das am Tag der Verhandlung beantragte ergänzende forensische Gutachten zur Bewertung der Prothese wurde vom Richter abgelehnt.
Ein Anwalt, der nicht anruft, den Zeugen nicht lädt und keine Beweise beantragt
Der erste Anwalt, vermittelt über eine Rechtsschutzversicherung, verlangte Honorare und versprach einen erfolgversprechenden Fall. Zu Weihnachten 2023 teilte er bei einem persönlichen Besuch mit, dass die Sache an einen Anwalt einer anderen Kanzlei übergeben werde. Ab da folgte eine Liste von Versäumnissen: neun Monate ohne Vorbereitung der Verhandlung, Anruf am Vortag des Prozesses, kein Gespräch mit dem Zeugen zur Präzisierung seiner Aussage, keine Ladung zur Anhörung und kein Antrag auf den Bauabnahmeprotokoll der Duschanreparatur.
Das Urteil wurde innerhalb einer Woche zugestellt. Am Vorabend kam eine beruhigende Nachricht: Alles sei gut gelaufen. Danach herrschte Schweigen, und Anrufe sowie Nachrichten wurden blockiert, als der Kunde die Aufzeichnung der Verhandlung anforderte, auf die er Anspruch hat. Einige vermuten, der Anwalt wohne in derselben Gemeinde wie die beklagte Stadtverwaltung – ein klassischer Fehler, so verschiedene Beteiligte: In einem Rechtsstreit gegen die lokale Verwaltung kennen sich alle Anwälte.
Kann man bei der Berufshaftpflichtversicherung der Kanzlei wegen Fahrlässigkeit reklamieren?
Ja, aber über einen engen Weg und mit laufender Uhr. Das Verfahren erfordert eine Beschwerde bei der Disziplinarkommission der Anwaltskammer (colegio de abogados) und den ausdrücklichen Antrag, diese Beschwerde der Haftpflichtversicherung der Kanzlei zuzustellen. Die Fristen für die Berufung gegen das Urteil und für die Anzeige möglicher beruflicher Untreue unterscheiden sich, und wer sie verpasst, geht leer aus.
Die häufigste Warnung betrifft die Schwierigkeit, Vorsatz nachzuweisen. Vergesslichkeit und Nachlässigkeit sind allein keine Straftat, und die Berufsverbände neigen dazu, ihre Mitglieder zu schützen, wie mehrere Erfahrungen zeigen. Daher wird insistiert, vollständige Akten, Gerichtsprotokolle und schriftliche Nachweise jeder gescheiterten Handlung zu sammeln, bevor Schritte unternommen werden.
Was die Anwaltskammer tun kann und was nicht
Die Kammer bearbeitet die disziplinarische Beschwerde, darf aber gemäß wiederholten Korrekturen keine konkreten Kanzleien empfehlen. Was man verlangen kann, ist eine Liste spezialisierter Kanzleien, ohne dass dies einer Garantie gleichkommt. Die überwiegende Meinung rät von Rechtsschutzversicherungen für ernsthafte Fälle ab: Sie eignen sich für Verwaltungsschreiben, nicht für Prozesse mit Gutachten und Zeugen.
Die andere Lehre dieses Falls ist marktwirtschaftlicher Natur: Die Qualität der Verteidigung steht im Verhältnis zum gezahlten Preis. Eine hohe Erfolgsprovision auf eine große Entschädigung motiviert eine Kanzlei mehr als ein festes Honorar, unabhängig vom Ausgang.
Mit der Akte in der Hand und laufenden Fristen hat die Reklamation gegen den Anwalt Aussicht auf Erfolg, auch wenn niemand an eine schnelle Wiedergutmachung glaubt. Wenn die Disziplinarkommission und die Versicherung letztlich dem Kunden recht geben, wird die Angelegenheit dennoch Jahre dauern, bis sie abgeschlossen ist.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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