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Vier Jahre in Indexfonds: von 125.000 € zu einem Verkaufsverlust
2015 verteilte er 125.000 € auf IBEX, EuroStoxx und S&P 500. Vier Jahre später schloss er alle drei Positionen mit Verlust. Die Chronik einer passiven Geldanlage.
125.000 Euro in Indexfonds – und vier Jahre später im Minus
2015, als Draghi den Markt mit Liquidität flutete und die Zinsen am Boden waren, beschloss ein Sparer, dass es eine schlechte Idee sei, sein Geld auf dem Girokonto brachliegen zu lassen. Er verteilte 25.000 Euro auf den IBEX, 25.000 auf den EuroStoxx und 35.000 auf den S&P 500, ließ weitere 40.000 in Cash liegen und schwor sich, monatelang nicht ins Depot zu schauen. Knapp vier Jahre später schloss er alle drei Positionen mit negativer Rendite. Die Chronik dieser Reise – mit ihren Rechnungen, ihren Schwankungen und ihren Versuchungen – sagt mehr über den spanischen Privatanleger aus als jede Produktbroschüre.
Der Ausgangspunkt: Girokonto-Überdruss und Angst vor einer Einlagenschnitt
Die anfängliche These war nicht technisch, sie war Ausdruck der Müdigkeit. „Ich hatte es satt, gegen den Strom zu schwimmen“, fasste der Verfasser des Beitrags zusammen, der die Diskussion eröffnete. Während die EZB in rastlosem Tempo Staatsanleihen kaufte, schien es eine Strafe zu sein, das Geld ruhig liegen zu lassen: Wenn die Bank nichts zahlt und obendrein die Angst besteht, dass eines Tages ein Schuldenschnitt auf die Einlagen erfunden wird, ist es besser, etwas zu haben, das sich bewegt.
Die Wahl fiel auf einen ING-Fonds mit drei Beinen: 25 % in den IBEX, 25 % in den EuroStoxx und 35 % in den S&P 500. Die restlichen 15 %, rund 40.000 Euro, blieben „zur Sicherheit“ in Cash. Der erklärte Plan war, ein Jahr zu warten und es dann wieder zu besprechen. Die Realität dauerte deutlich länger.
Die Antworten ließen nicht lange auf sich warten und fielen nicht freundlich aus. Manche warnten, dass totes Geld den Zeitpunkt nicht zu einem guten macht, um zu investieren; andere, dass der Einstieg nach einer Hausse meist teuer wird. Der häufigste Einwand: Die Fondsgebühren werden unabhängig davon fällig, ob man gewinnt oder verliert.
Das erste Update: 10.000 Euro im Minus
Die erste Bilanz kam schnell und fiel deutlich aus. Verluste von 5 % in den USA, 20 % im IBEX und 15 % in Europa. In Euro rund 10.000. Die Reaktion des Anlegers war wie bei fast allen: das Geld von A nach B verschieben zu wollen. Konkret: das US-Engagement in den IBEX übertragen.
Hier zeigt sich einer der klassischen Laster des Kleinanlegers: das Kaufen von bereits gefallenen Werten, weil sie „noch mehr Aufwärtspotenzial“ haben. Die Antwort aus seinem Umfeld war die gegenteilige: Wer 10.000 verloren hat, sollte sich besser aus dem Staub machen. Die Antwort des Protagonisten hatte etwas Komisches: „Wovor fliehen? Verfolgt mich jemand?“
Die amerikanische Wende: Ausstieg aus dem S&P mit 4 % Gewinn
Der einzige Move, der aufging, war der in den USA. Nach mehr als einem Jahr steckte er 35.000 Euro in den S&P und holte 36.200 heraus, eine Rendite von 4 %. Er rechtfertigte es mit einem Lehrbuchargument: Alle sagten, der Index sei auf Rekordhoch und könne nur noch fallen. Also verkaufte er.
Unterdessen waren die europäischen Positionen weiter tiefrot: ein Rückgang von 22 % im IBEX und 17 % in Europa. Seine Wette lautete: durchhalten. „Den Absturz habe ich schon hinter mir; in ein paar Jahren habe ich es wieder raus“, hielt er fest. Der Satz fasst die psychologische Falle des passiven Anlegers zusammen: aus einem Verlust eine These machen.
Zwei Jahre später, endlich im Plus (und ohne zu wissen, was tun)
Der Thread wurde nach einem Kurstag im Plus wiederbelebt. Zum ersten Mal fiel die Bilanz positiv aus. Der S&P war längst abgewickelt; Europa und der IBEX wurden gehalten. Und da war der ewige Zweifel: „Ich glaube nicht, dass jetzt der richtige Moment ist, auf irgendeinen Zug aufzuspringen ... oder doch?“ Niemand weiß es. Das ist die einzige ehrliche Antwort.
In diesem Abschnitt der Debatte tauchten Alternativen auf, die der Protagonist nach eigener Aussage nicht kannte: ausschüttende Dividenden-ETFs, mit dem Hinweis, dass manche gar nicht ausschütten und andere an der Quelle einbehaltenen Quellensteuern unterliegen. Auch Indexfonds von Low-Cost-Anbietern kamen zur Sprache, mit jährlichen Gebühren um 0,30 % gegenüber 1 % oder mehr bei klassischen Bankprodukten.
Das Ende: drei geschlossene Positionen und eine negative Bilanz
Das Fazit kam knapp vier Jahre nach dem ersten Beitrag. Positionen aufgelöst, alle drei. Gesamterfahrung: schlecht. Negative Rendite. Das IBEX-Geld floss in einen US-ETF (50 %), der Rest wurde auf vier Einzelwerte verteilt: Iberdrola, CAF, Valeo und Amper. „Schlafen gehen ... in vier Jahren erzähle ich euch mehr.“
Die Geschichte hinterlässt einige unbequeme Lektionen. Die erste: Geografische Diversifikation schützt nicht vor einem schlechten Einstiegszeitpunkt. Die zweite: Die Verwaltungskosten fressen einen Teil der Rendite, selbst wenn der Markt mitspielt. Die dritte: Die Versuchung, das Portfolio nach der neuesten Schlagzeile umzuschichten, ist stärker als jeder geschriebene Plan.
Und eine Kuriosität, die über der ganzen Diskussion schwebt: Der Anleger gestand, dass er nicht einmal sein ADSL bezahlte, weil er „sehr nette Nachbarn“ hatte. Das Detail, irgendwo zwischen Scherz und Geständnis, zeichnet das Bild einer Generation, die das Investieren durch harte Schläge und Foren lernte.
Dieser Artikel stellt keine Finanzberatung dar. Die Investition in Aktien birgt das Risiko eines Kapitalverlusts.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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