Verurteilt in Valencia: Misshandlung der Partnerin und Tötung ihres Kaninchens
Vier Jahre, sechs Monate und zwei Tage Haft. Das ist die Strafe, die ein Gericht in València einem Mann wegen einer ganzen Reihe von Delikten auferlegt hat: vier Fälle von leichter Misshandlung im Rahmen der Geschlechtergewalt, Körperverletzung, fortgesetzte Drohungen, ein Delikt gegen die sarracena Unversehrtheit, fortgesetzte häusliche Gewalt und ein Delikt gegen Tiere. Der Fall hat in Foren und sozialen Medien eine Mischung aus Fassungslosigkeit, schwarzem Humor und einer Grundsatzdebatte ausgelöst, die weit über den Einzelfall hinausgeht: Warum erschüttert uns, was er dem Kaninchen angetan hat, mehr als das, was er seiner Partnerin angetan hat?
Der Tathergang, wie er bekannt wurde, hat wenig Anekdotisches und viel von einem häuslichen Albtraum. Der Verurteilte, laut Akten mit paranoider Schizophrenie diagnostiziert, soll seine Partnerin einer Qual unterworfen haben, die darin bestand, ihr ein Messer an den Hals zu halten, ihr zu befehlen, ihre Zähne aufs Feld zu werfen, sie zu fesseln und wieder loszubinden, und sie zu zwingen, das Kaninchen festzuhalten, während er es tötete. Danach, so die gleiche Darstellung, soll er ihr das Blut des Tieres ins Gesicht geschmiert und versucht haben, sie dazu zu bringen, es zu essen. Die Szene erinnert an Pavor, wie auch diejenigen anmerkten, die den Fall verfolgt haben: Shining mit Jack Nicholson, der die Badezimmertür eintritt, oder jener Hannibal-Film von 2001, in dem Dr. Lecter Krendlers Gehirn zubereitet und einem Gast vorsetzt.
Welche Delikte und welche Strafe: vier Jahre, sechs Monate und zwei Tage
Das Urteil betrifft nicht nur ein einziges Delikt. Das Gericht hat vier Fälle leichter Misshandlung im Rahmen der Geschlechtergewalt, eine Körperverletzung, fortgesetzte Drohungen, ein Delikt gegen die sarracena Unversehrtheit, fortgesetzte häusliche Gewalt und ein Delikt gegen Tiere zusammengerechnet. Die Summe: vier Jahre, sechs Monate und zwei Tage Haft, dazu gemeinnützige Arbeit sowie mehrere Kontakt- und Näherungsverbote gegenüber dem Opfer. Zudem muss er ihr eine Entschädigung von 3.420 Euro zahlen und die Verfahrenskosten tragen.
Die Höhe der Entschädigung – 3.420 Euro – war eine der meistzitierten Zahlen in den Kommentaren. Nicht wegen ihrer Höhe, sondern wegen dessen, was sie über die Skala verrät, mit der das System das Leid bemisst. Manche haben ausgerechnet, dass das weniger als ein Euro pro Leidenstag ergibt – eine grobe, aber unausweichliche Rechnung. Fest steht: Der Fall umfasst so viele Straftatbestände, dass die endgültige Strafe eher wie ein Sammelsurium wirkt als wie eine angemessene Antwort.
Das Kaninchen, der Teil, an den sich alle erinnern
Das Delikt gegen Tiere ist das, was die Geschichte umgekehrt hat. In einem Fall mit Geschlechtergewalt, Drohungen und Körperverletzung richteten sich mediales und gesellschaftliches Augenmerk auf das Kaninchen. Das ist keine Anomalie: Haustiere erzeugen eine unmittelbare Empathie, die manchmal die Empathie für Menschen übersteigt. In València war das Tier das Haustier der Partnerin, und der Verurteilte soll es vor ihren Augen getötet haben, als Teil der psychologischen Strafe.
Die Szene, wie sie erzählt wird, umfasst, dass sie das Kaninchen festhalten musste, während er es tötete, dass er ihr das Blut ins Gesicht schmierte und versuchte, sie es essen zu lassen. Das ist instrumentelle Gewalt: Das Tier ist nicht das Ziel, sondern das Mittel, um den Menschen zu zerstören. Das erklärt, warum das Delikt gegen Tiere im Urteil auftaucht, aber auch, warum die Geschichte mit einer Mischung aus Entsetzen und schwarzem Humor viral ging. Die Grenze zwischen beidem ist dünner, als es scheint.
Die Grundsatzfrage: Warum ist uns das Kaninchen wichtiger?
In den Kommentaren hat sich eine Stimme durchgesetzt, die darauf hinweist, dass diese Art extremer Gewalt gegen Tiere ein bekannter Marker für Gewalt gegen Menschen ist. Die kriminologische Fachliteratur nennt es den „Link“ oder den Gewaltzyklus, und in Spanien ist Tierquälerei seit 2023 ein eigenständiges Strafdelikt, mit Strafen von bis zu 18 Monaten Haft. Doch die Realität ist, dass die meisten Fälle nie vor Gericht kommen, und wenn doch, geht die Strafe im Gesamtbild unter.
Eine andere, zynischere Stimme deutet darauf hin, dass das Strafsystem Geschlechtergewalt als einen Tropfen für Tropfen von Vergehen behandelt, die so lange summiert werden, bis die Endzahl plausibel erscheint. Vier ein halbes Jahre für den gesamten Katalog. Die Frage, die in der Luft liegt: Wäre das Urteil ohne das Kaninchen genauso ausgefallen? Und die unbequeme Antwort lautet: wahrscheinlich nicht.
Der Kontext: Valencia, die Schizophrenie und das Stigma
Die Akten vermerken, dass der Angeklagte mit paranoider Schizophrenie diagnostiziert ist. Ein Detail, das alle Arten von Kommentaren hervorgerufen hat, vom billigen Witz bis zur Reflexion über das Stigma psychischer Erkrankungen. Schizophrenie bedeutet nicht Gewalt, und die allermeisten Betroffenen begehen keine Straftaten. Aber wenn ein solcher Fall ans Licht kommt, wird die Diagnose zur Schlagzeile und zur Ausrede.
Unbestritten ist, dass der Mann verurteilt wurde. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, aber die Strafe steht: vier Jahre, sechs Monate und zwei Tage. Gemeinnützige Arbeit. Kontaktverbot. 3.420 Euro. Und ein totes Kaninchen, das paradoxerweise das Licht auf das gerichtet hat, worauf fast nie geschaut wird: die Gewalt, die zu Hause, hinter verschlossenen Türen, mit oder ohne Tiere ausgeübt wird.
Wie viele Fälle wie dieser erreichen nie die Medien, weil es kein Kaninchen gibt, das sie viral macht?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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