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Vermieter lehnt Kellnerin wegen zu hoher Mietbelastung ab
Ein Vermieter in Spanien verweigerte die Vermietung an eine Kellnerin, da die Miete fast 60 % ihres Gehalts verschlungen hätte.
Vermieter rechnet vor: 700 € Miete bei 1.200 € Gehalt und einem Kind
Eine Wohnung von 120 Quadratmetern in Portonovo, in Sangenjo, für 700 Euro pro Monat. Ein Gehalt von 1.200 Euro als Kellnerin. Die Differenz lässt 500 Euro für Essen, Transport und die Erziehung eines Kindes. Der Eigentümer machte die Rechnung, legte sie schriftlich dar und sagte Nein. Das Gespräch wurde viral und die Ablehnung wurde als Diskriminierung wahrgenommen. Die Nuance ist wichtig: Die Wohnung wurde nicht aufgrund ihrer Person verweigert, sondern aufgrund ihres Einkommens.
Die 30-Prozent-Marke: 700 Euro auf ein Gehalt von 1.200
Die ungeschriebene Regel des spanischen Mietmarktes besagt, dass die Miete ein Drittel des Einkommens nicht überschreiten sollte. Bei 1.200 Euro Nettolohn liegt diese Obergrenze zwischen 360 und 420 Euro. Die betreffende Wohnung übersteigt dies deutlich: Die Miete würde etwa 58 % des Gehalts beanspruchen, ohne Nebenkosten oder Hausgeld. Zudem ist der unbefristete Arbeitsvertrag frisch: Er stammt aus dem März, nicht aus einer zehnjährigen Zugehörigkeit zum selben Unternehmen. Manche argumentieren, dass dieses Detail genauso wiegt wie das Gehalt, da ein unbefristeter Vertrag nach wenigen Monaten keine Kontinuität garantiert. Die gegenteilige Sichtweise geht vom gleichen Punkt aus, kommt aber zu einem anderen Schluss: Wer seit Monaten arbeitet und pünktlich bezahlt wird, sollte auch nicht vom Markt ausgeschlossen werden. In derselben Gemeinde werden Wohnungen ab 350 Euro angeboten, und der Vermieter selbst schlug vor, etwas für 500 Euro zu suchen.
Ist es Diskriminierung, einen Mieter wegen seines Gehalts abzulehnen?
Die Trennung zwischen Bonitätsprüfung und Diskriminierung liegt im Motiv, nicht im Ergebnis. Die durch Antidiskriminierungsvorschriften geschützten Merkmale beziehen sich auf Herkunft, Geschlecht, Religion oder Behinderung. Die Zahlungsfähigkeit steht auf dieser Liste nicht. Der treffendste Vergleich war der mit dem Autohändler: Niemand hält es für diskriminierend, wenn ein Händler keinen Mercedes an jemanden verkauft, der nur zweitausend Euro hat. Das Problem ist, dass eine Wohnung kein Mercedes ist. Und die Grenze verschwimmt, wenn die Auswahl immer denselben Profilen gilt, unabhängig davon, wer sie durchführt.
Warum vermeiden Eigentümer die Vermietung an Familien mit Kindern?
Weil die Kosten eines Fehlers in Jahren gemessen werden. Die geltende Wohnungsbaugesetzgebung erschwert die Räumung eines Mieters mit unterhaltspflichtigem Kind, bis die lokale Verwaltung eine alternative Wohnlösung findet. Übersetzt in die Sprache des Eigentümers: Nichtzahlung wird zu einem Problem ohne Verfallsdatum. Die Reaktion des Marktes war, vor der Unterschrift auszuwählen, mit Versicherungspolicen gegen Mietausfall, die die Monate vor dem Prozess abdecken, und immer strengeren Gehaltsprüfungen. Keine dieser Maßnahmen ist illegal. Alle wirken in dieselbe Richtung: weniger verfügbare Wohnungen für diejenigen mit geringerem Fehlerspielraum.
Portonovo außerhalb der Saison: Wohnungen ab 350 Euro
Außerhalb des Sommers bleibt die Gemeinde fast leer: Geschäfte geschlossen und hunderte unbewohnte Häuser. In der Hochsaison wird derselbe Quadratmeter wochenweise vermietet. Dieser doppelte Markt erklärt die Überraschung über die 700 Euro und auch den Verdacht, dass es dem Eigentümer lieber wäre, die Wohnung für Juli und August reserviert zu halten. Die 120 Quadratmeter für zwei Personen liefern ein weiteres Argument: Manche halten sie für unverhältnismäßig groß für dieses Budget und sehen die Anzeige als Beweis dafür, dass das Problem nicht nur das Gehalt war.
Von der Bonitätsprüfung zum Hintergrundrauschen
Der Vorfall entwickelte sich schnell zu einem komplexeren Thema. Ein Teil der Reaktionen mischte die Ablehnung mit Meinungen zur Einwanderungspolitik und Sozialleistungen, mit Verallgemeinerungen, die sich auf keine Daten des Falls stützen und nicht haltbar sind. Die sachlichste Strömung nannte einen anderen Schuldigen: die Gehälter. Ein Gehalt von 1.200 Euro bei Vollzeitbeschäftigung schließt jeden in einem angespannten Markt aus, und das lässt sich nicht durch einen Wechsel des Vermieters lösen. Auch kam der Zwischenweg ins Spiel: eine Mietausfallversicherung abschließen und aufhören, über die Person zu diskutieren.
Wer trägt die Last der Ungleichheit, wenn der Eigentümer das Recht hat, seine Mieteinnahmen zu schützen, und der Mieter das Recht auf Zugang zu Wohnraum hat? Vorerst die Kellnerin. Und die Wohnung steht weiterhin zum Verkauf.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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