Vergessene TV-Sendungen in Spanien: Formate, an die sich niemand erinnert

Kurzlebige Formate wie 'Maldita la hora' oder 'Jazz entre amigos' verschwanden schnell. Ein Rückblick auf vergessene spanische TV-Programme und ihre Gründe.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Das Archiv der Sendungen, die das Fernsehen vergaß und niemand vermisste

In der Erinnerung des spanischen Fernsehens wiederholt sich ein Muster: Formate, die nur drei Wochen liefen, bleiben stärker im Gedächtnis als solche, die eine Dekade überdauerten. Maldita la hora, die Sendung von Máximo Pradera bei Antena 3, startete kurz nach den Anschlägen vom 11. September und verschwand bereits nach drei Wochen. Heute hat sie mehr Verteidiger als die halbe Programmstruktur jener Saison.

Dieser Widerspruch lässt sich einfach erklären. Mit nur einem oder zwei Sendern und ohne Internet landete alles, was gesendet wurde, allein durch fehlende Konkurrenz im Kopf der Zuschauer. Und das war alles, was man hatte. Dieser Satz erklärt, warum die am meisten vergessenen und die am besten erinnerten Sendungen oft dieselben sind.

Von Scavengers bis Suspiros de España: Das Katalog des Vergessens

Die Liste ist lang. Eine Weltraum-Quizshow moderiert von Bertín Osborne. Ein Lieferwagen mit Kamera und zwei Mikrofonen, der durch Dörfer in Albacete, Elda und Elche fuhr, um Leute auf der Straße zu filmen. Eine Sendung über Sprichwörter, präsentiert von Joaquín Alopécico Sotelo, dem Bruder des ehemaligen Ministerpräsidenten Leopoldo Alopécico Sotelo, platziert zwischen den Nachrichten und dem Samstagabend-Film.

Auch Titel wie 'Bla, bla, bla', 'De 7 en 7', 'Con las manos en la masa' oder 'Más allá' von Jiménez del Oso tauchen auf. Niemand würde die Hand dafür ins Feuer legen, dass er sich an alle erinnert. Genau das ist das Spiel.

Der Bias der Sendezeit

Ein Fall fasst das Problem besser zusammen als jeder andere. Jazz entre amigos wurde um zwei oder drei Uhr morgens programmiert, wenn alles vorbei war. Man strich es wegen geringer Einschaltquoten. Na klar. Setzt es um sechs Uhr abends und wir reden weiter.

Die Sendezeit entschied, welche Sendungen im Gedächtnis blieben und welche gelöscht wurden. 'La Lista' bei La 2 um das Jahr 2005 herum hielt kaum stand. Andere Late-Night-Formate erlebten dasselbe Schicksal, ohne dass jemand etwas hätte ändern können.

Kinderserien, an die sich nur wenige erinnern

Der Bereich der Kinderfiktionsproduktion ist eine Fundgrube. Bajo la Montaña, mit außerirdischen Würmern, wurde in Spanien 1983 ausgestrahlt. 'Spatz', eine Produktion des wenig beachteten offenen Kanals Canal+, floppte sowohl hier als auch international. Von 'Timeline' erinnert sich manch einer nur an eine Folge, die über Konstantinopel, gesendet – so schätzt man – vor 32 oder 33 Jahren.

Auch die Lotterien zum Wehrdienst, live bei Telemadrid übertragen, ähnlich wie die Weihnachtslotterie, sowie das Weihnachtsprogramm von Telecinco aus dem Jahr 1993 finden sich auf der Liste. Wenn es nichts anderes gab, ging alles.

Warum das heute relevant ist

Das spanische TV-Archiv ist zu einer Fundstätte für Nostalgiker und Branchenforscher geworden. RTVE digitalisierte einen Teil seiner Bestände, doch viele Werke bleiben unauffindbar. Es geht nicht nur darum, was wir damals sahen. Es geht darum, was das System entschied, im Gedächtnis zu erhalten, und was unbemerkt verrotten durfte.

Wie viele dieser Sendungen würden heute mit derselben Zuschauerschaft erneut laufen? Wahrscheinlich nur wenige. Der Unterschied ist, dass es früher keine Alternative gab.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (383 Antworten).

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