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Miss Monique: Vorwurf des vorab erstellten DJ-Sets
Ein Forum-Nutzer behauptet, ein Set von Miss Monique beginne und ende bei exakt 121,36 BPM. Debatte über vorproduzierte Sessions in der elektronischen Musik.
Miss Monique und das Geschäft mit dem vorproduzierten Set
Ein Teilnehmer argumentiert, dass diese Art von Session bei 121,36 Beats per Minute (BPM) starte und auch dort ende, ohne jegliche Variation. Die ukrainische DJ, deren erstes zitiertes Video am 29. Juni 2020 auf YouTube veröffentlicht wurde, ist zum sichtbaren Beispiel eines breiteren Phänomens geworden: die elektronische Session als vorab verpacktes Produkt, das nach Optik statt nach Klang verkauft wird. Was als musikalische Empfehlung begann – „die machen großartige Sets“, hieß es in der ersten Nachricht –, hat sich zu einer Abrechnung darüber entwickelt, was man an der Clubtür wirklich bezahlt.
Im Zentrum stehen zwei Ideen: dass das Tempo kaum um die 120 BPM schwankt und dass die Reihenfolge der Songs, Effekte und Loops bereits vor dem Auftritt feststeht. Die Kernfrage lautet nicht mehr, ob Miss Monique mixen kann. Sie lautet, ob man überhaupt noch mixen können muss, um eine Location zu füllen.
Was ist ein quantisiertes Set und warum fällt es auf?
Das technische Vokabular dominiert die Diskussion: Quantisierung, Synchronisation, Key Correction. Wer seit Mitte der Neunziger mixt, erklärt dies sachlich, kommt aber zu einem unbequemen Schluss: Aktuelle Software richtet die Beats automatisch aus, fixiert die Tonart und macht perfekte Mixe für jedermann zugänglich. Das Ergebnis klingt makellos. Und genau deshalb wirkt es steril. Kein einziger Fehler in zwei Stunden.
Die Verfechter der alten Schule schauen nicht aufs Ohr, sondern auf die Uhr. Eine Session, die bei exakt 121,36 BPM startet und endet, lässt keinen Raum für die Improvisation eines echten Clubs, der um elf Uhr beginnt und bis acht Uhr morgens läuft, wobei das Tempo je nach Stimmung der Tanzfläche variiert. Nach diesem Kriterium ist ein zweistündiges Set keine Performance, sondern eine Datei mit Licht und Sound.
Die Show zählt mehr als die Technik
Hier wird die Analyse härter. Ein Teil der Teilnehmer vertritt die Ansicht, dass das Booking von DJs zunehmend nach ästhetischen statt nach technischen Kriterien erfolgt, was erfahrene Profis ohne visuellen Appeal ausschließt. Dieselbe Gruppe räumt jedoch ein: Die Schuld liegt nicht bei der DJ, sondern bei denen, die das Video abspielen. Würde das Publikum nicht hinschauen, würde dieses Format nicht verkaufen.
Von Pastis und Buenri zu vertikalen Video-DJs
Der Generationenvergleich taucht früh auf und bleibt bestehen. Den quantisierten Sessions werden klassische Namen wie Paul Kalkbrenner, Saint Germain oder der Sound der Neunziger entgegengehalten, als Beweis dafür, dass Elektronik lebendig sein kann, ohne jeden Abend mathematisch identisch zu klingen. Es ist eine begründete Nostalgie, aber auch ein selektives Argument.
Was in der Diskussion deutlich wird, ist die Sättigung des Formats. In wenigen Jahren haben sich ähnliche Profile vervielfacht, und einige geben zu, dass sie den Trend anfangs lustig fanden, ihn nun aber repetitiv finden. Die Neuheit veraltet schneller als das Repertoire.
Eine fehlerfreie Session ist eine risikolose Session
Die verwirrende Tatsache ist die einfachste: Eine perfekte Performance hat definitionsgemäß keinen Spielraum. Ein Mix, der nie scheitert, überrascht auch nie. Mit dieser Messlatte wird die Debatte nicht enden.
Wie viele Fans würden Eintritt zahlen für ein Set, das tatsächlich scheitern könnte?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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