Verbrauchereinbruch auf den Kanaren als Warnsignal für Spaniens Wirtschaft

Der starke Rückgang des Konsums auf den Kanarischen Inseln wirft Fragen nach der Gesamtlage der spanischen Wirtschaft auf.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Verbrauchereinbruch auf den Kanaren als Warnsignal für Spaniens Wirtschaft
Kanaren und der Einbruch des Konsums: Die Theorie vom Kanarienvogel im Bergwerk

Sind die Kanaren der Kanarienvogel im Bergwerk der spanischen Wirtschaft? Diese Frage kursiert seit Tagen in Investitionsforen, nachdem ein Bewohner von Las Palmas de Gran Canaria eine trostlose Lage beschrieben hat: ein leerer Hypermarkt von El Corte Inglés, keine Schlangen an der Wursttheke, menschenleere Tankstellen und halbvolle Terrassen. „Nicht mal Gott ist auf der Straße“, fasste er zusammen. Und urteilte: „KEIN HARTER VERKAUFSPUNKT“. Eine solche Szene habe es seiner Aussage zufolge vor der Pandemie nicht gegeben.

Die Diagnose ist nicht einheitlich. Dem Bericht über einen wirtschaftlichen Stillstand stellen mehrere Teilnehmer ihre eigenen Erfahrungen entgegen: überfüllte Terrassen im Süden, zu jeder Zeit volle Cafés und ein Publikumsaufkommen, das in ihrem Umfeld nicht zurückgegangen sei. Die Diskrepanz hat einen Haken: Laut einem Teilnehmer sind viele der Besucher dieser Lokale ausländische Touristen, keine Einwohner. Zu dieser Jahreszeit sind nationale Besucher rar, und Nordeuropäer kommen später. Das Gefühl der Leere hängt davon ab, wo man hinschaut.

Das Geschäft, das seit zwei Jahren keinen solchen Einbruch erlebt hat

Die fundierteste Aussage stammt nicht von den Kanaren. Ein Händler aus einer nordspanischen Stadt mit 60.000 Einwohnern beschreibt einen „sehr deutlichen“ Rückgang der Kundenfrequenz seit dem 20. Tag und vergleicht dies mit den letzten zwei Betriebsjahren: Einen ähnlichen Einbruch habe es nicht gegeben. Sein Geschäft laufe gut, sagt er. Die Daten bestätigen keine nationale Krise, deuten aber auf eine Verlangsamung hin, die mit Monatsende und Zahlungsnachwehen zusammenfällt.

Die am häufigsten genannte Erklärung ist banal: Wir haben Monatsende. Wenn die Gehälter eingehen, sind die Terrassen vier Tage lang voll. Der Konsum ist nicht tot; er wartet auf Liquidität. Hinzu kommt der Kalender: Ein Fußballspiel kann die Straßen genauso leeren wie eine Rezession.

Geschlossene Lokale und die Theorie des globalen Kollapses

Es gibt eine andere Lesart, weniger konjunkturell. Ein Teilnehmer warnt vor der Zunahme langfristig geschlossener Geschäftslokale, einige seit Monaten oder Jahren verlassen, sogar in Stadtzentren. Es seien nicht nur alteingesessene Geschäfte: Auch Saisonbetriebe, die sich nicht halten können, schließen. Der schleichende Verfall des Stadtbildes, argumentiert er, sei ein zuverlässigeres Signal als ein Nachmittag mit leeren Terrassen.

Am katastrophalen Extrem wird ein globaler Cocktail aufgelistet: geopolitische Spannungen, Energiekrise, Dünger- und Nahrungsmittelkrisen, Inflation, Proteste in Europa und ein extremes Wetterereignis. Alles gleichzeitig. Dazu Börsenkurseinbrüche. Die Schlussfolgerung lautet, dass der Kanarienvogel nicht mehr singt: Er stirbt.

Die Ironie liegt auf der Hand: Während manche in der Wursttheke die Apokalypse sehen, bitten andere um eine Nummer in einem fast leeren Thread. Der Kanarienvogel im Bergwerk lebt vorerst weiter. Zumindest scheint es so.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (35 Antworten).

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