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Verbietung der spanischen PSOE? Die Debatte, die keiner beenden will
Eine spanische Partei wurde von der Justiz als kriminelle Vereinigung eingestuft: die PP. Nun wird dasselbe für die PSOE gefordert. Ist das machbar? Die Analyse, die niemand anstellt.
Die PSOE verbieten? Die Debatte, die die Öffentlichkeit spaltet
Das Paradox liegt auf der Hand: Während eine Strömung fordert, Spaniens PSOE als kriminelle Vereinigung zu verbieten, hat die spanische Justiz diese Einstufung nur für Rajoyys PP vorgenommen. Die Debatte ist alles andere als akademisch und überschreitet rote Linien, die keine große Partei bisher betreten hat.
Das Argument einer strafrechtlichen Verfolgung von Parteien kommt nicht aus dem Nichts. Ein Lager hält fest, dass die Fälle systemischer Korruption — von den ERE-Skandalen bis zu den Schmiergeldern aus der Mineralölbranche — die Anwendung von Artikel 22 des spanischen Strafgesetzbuchs rechtfertigen würden, der die Auflösung krimineller Vereinigungen erlaubt. Doch die juristische Hürde ist hoch: Kein Gericht hat die Korruption einer Partei bislang zum Zwecke eines Verbots als „kriminelle Vereinigung" eingestuft.
Der Schatten der PP und die unbequeme Zahl
Wer die Maßnahme ablehnt, erinnert daran, dass bislang die einzige Partei, die von der Justiz als kriminelle Vereinigung eingestuft wurde, Rajoyys PP war — wegen der schwarzen Kasse („caja B"). Wäre das Kriterium symmetrisch, stünden beide Großparteien im Visier. Der Unterschied liegt im politischen Willen und in der Fähigkeit des Systems, sich selbst zu reinigen.
Die bissigste Antwort kommt von denen, die auf das zahlenmäßige Paradox hinweisen: „Welche der PSOEs meinen Sie? Sie haben 350 Abgeordnete", spottet eine Stimme und spielt auf die interne Fragmentierung und die institutionelle Macht der Partei an. Mit dieser parlamentarischen Rückendeckung wäre ein hypothetisches Verbot ein institutionelles Erdbeben.
Der Preis der absoluten Gerechtigkeit
Die extremsten Positionen fordern mehr als die Auflösung: Enteignung des Vermögens, rückwirkende Aufhebung von Gesetzen und Strafen in Form von Zwangsarbeit. Solche Vorschläge sind zwar marginal, spiegeln aber die Frustration eines Teils der Wählerschaft über die wahrgenommene Straflosigkeit wider. Demgegenüber vertritt die realistische Position — in den juristischen Analysen vorherrschend — die Auffassung, dass ein Verbot einer Partei mit 120 Sitzen eine beispiellose Verfassungskrise auslösen würde.
Die Debatte bleibt offen. Wenn die Justiz bereits eine Großpartei als kriminelle Vereinigung eingestuft hat, warum nicht die andere? Die Antwort ist nicht juristisch, sondern politisch. Und die Politik, so viel ist bekannt, opfert sich selten selbst.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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