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Valencia: Gemeinden dürfen vernachlässigte Privatwälder bewirtschaften
Ein neues Gesetz in der Comunidad Valenciana erlaubt Gemeinden, verwahrloste Privatwälder zu betreten und Holz zur Kostendeckung zu verkaufen.
Gemeinden in Valencia können künftig private Waldflächen betreten und bewirtschaften, wenn die Eigentümer ihre Pflichten vernachlässigen. Dies schließt den Verkauf von geerntetem Holz ein, um die Interventionskosten zu decken.
Die Waldbewirtschaftung in der Comunidad Valenciana steht vor einer wichtigen Wende. Nach einem Sommer mit verheerenden Bränden, dem zweitzerstörerischsten der letzten Dekade, wurde ein neuer Gesetzentwurf zum Forstwesen eingebracht. Das Ziel ist eindeutig: Die Prävention und Instandhaltung öffentlicher wie privater Waldgebiete sollen verbessert werden, um katastrophale Szenarien zu verhindern. Die Norm, die Gesetze aus den Jahren 1993 und 2003 aktualisiert, gibt den Kommunen mehr Werkzeuge an die Hand.
## Eingriff in Privatbesitz
Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Möglichkeit für Gemeinden, in Privateigentum einzugreifen. Wenn ein Eigentümer sein Grundstück nicht angemessen pflegt und eine vorherige Aufforderung unbeantwortet bleibt, darf die Gemeinde das Gelände vorübergehend betreten. Dies geschieht nur, wenn ein grundlegendes Modell der Waldbewirtschaftung vorhanden ist und eine Gefahr für Sicherheit und Stabilität besteht, wobei zudem „zwingende Gründe des öffentlichen Interesses erster Ordnung“ vorliegen müssen. Der Eingriff beschränkt sich auf notwendige Maßnahmen, ohne dass Eigentumsrechte oder Rechte des Besitzers geändert werden. Eigentümer sind verpflichtet, Zugang zu gewähren und zusammenzuarbeiten; bei Hindernissen kann richterliche Genehmigung erforderlich sein.
## Holzverkauf zur Kostendeckung
Wie werden diese Eingriffe finanziert? Das Gesetz sieht einen Weg zur Kompensation der Kosten vor. Marktgängige Forstprodukte, die aus diesen Flächen gewonnen werden, wie etwa Holz, dürfen verkauft werden. Der Erlös dient dazu, die von der Gemeinde getragenen Kosten „ganz oder teilweise auszugleichen“. In einigen Fällen kann das Holz beim beauftragten Unternehmen verbleiben, sofern vertraglich vereinbart. Es gilt jedoch eine Grenze: Die Gemeinde darf keinen „ungerechtfertigten Gewinn“ erzielen, also nicht durch den Verkauf Geld verdienen. Der Verkauf ist als Mittel zur Senkung der Reinigungs- und Bewirtschaftungskosten gedacht, nicht als neue Einnahmequelle für die Kommune.
## Verwaltung bei unbekannten Eigentümern
Die Vernachlässigung von Waldflächen ist ein komplexes Problem, oft verschärft durch die Schwierigkeit, die Eigentümer ausfindig zu machen. Das neue Gesetz begegnet dieser Situation, indem es Gemeinden erlaubt, die Verwaltung eines Grundstücks vorübergehend zu übernehmen, wenn der Eigentümer nicht ermittelt werden kann. Diese Verwaltung erfolgt „treuhänderisch“ aus Gründen des öffentlichen Interesses, bis der Eigentümer seine Rechte nachweist. Zudem kann eine Gemeinde ein einheitliches Bewirtschaftungsmodell für alle Waldflächen ihres Gebiets anwenden, unabhängig vom Eigentümer, wobei Prioritäten nach Risiko gesetzt werden.
## Umweltschutz und Anreize
Das Gesetz führt auch sogenannte Zonen dringender Maßnahmen ein. Diese werden in Gebieten mit hohem Brandrisiko, Schädlingsbefall oder fehlender natürlicher Verjüngung festgelegt. Dort gelten konkrete Handlungsanweisungen und Fristen. Um die aktive Pflege zu fördern, sieht das Gesetz zudem finanzielle Beihilfen und steuerliche Vorteile für Waldbesitzer vor, die nachhaltige Bewirtschaftungspläne umsetzen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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