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UVB-76, Russlands 'Doomsday-Radio', spielt Schwanensee auf 4625 kHz
UVB-76, der russische Doomsday-Sender, übertrug Schwanensee auf 4625 kHz. Die einen sehen ein verschlüsseltes Signal, andere vermuten einen Hack oder einfach nur Trollerei.
Eine Frequenz, die seit Jahrzehnten einen monotonen Piepston sendet, fünfundzwanzigmal pro Minute, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, klang plötzlich nicht mehr wie immer. Auf dem Radiosender, der als UVB-76 bekannt ist und Buzzer oder die Glocke genannt wird, erklang Schwanensee. Die Meldung, die von der russischen Militärchronik verbreitet und in Amateurfunkforen aufgegriffen wurde, deutet auf einen Hinweis hin. Oder auf einen Scherz. Der Unterschied zwischen beidem ist die ganze Geschichte.
Der Sender sendet auf 4625 kHz und benachbarten Frequenzen und wurde auf eine Militäranlage in Povarovo zurückverfolgt, vierzig Kilometer nordwestlich von Moskau. Etwa fünfzig Minuten am Tag, von 7:00 bis 7:50, sendet er mit geringerer Leistung; es wird vermutet, dass diese Zeit für Wartungsarbeiten genutzt wird. Nichts davon erklärt, warum ein sowjetisches Markierungsfeuerzeug anfängt, Musik zu spielen.
Was ist UVB-76 und warum weiß niemand, wozu er dient
Der technische Konsens ist gering. Manche behaupten, der Sender habe nie einen echten operativen Zweck gehabt und sei von Anfang an eine sowjetische Psy-Op gewesen, eine klangliche Fassade, damit der Gegner Ressourcen mit Zuhören verschwendete. Dagegen spricht das Offensichtliche: Sechzig Jahre Dauerbetrieb sind ein erheblicher Aufwand für einen Scherz.
Dokumentiert ist jedenfalls seine Seltsamkeit. Buchstabenbaken sind schon selten und unverständlich; der Buzzer wirkt völlig außerirdisch. Und es ist nicht das erste Mal, dass etwas anderes als ein Piepston zu hören ist: In seiner Geschichte gab es immer wieder Momente, in denen Lieder oder Liedfragmente auf die Frequenz gerieten.
Schwanensee und das Spiegelbild der Apokalypse
Die Wahl des Stücks ist kein Zufall. Schwanensee ist das Stück, das das sowjetische Fernsehen im Dauerschleife ausstrahlte, wenn ein Generalsekretär starb, der musikalische Vorhang des Endes einer Welt. Dass es auf der Doomsday-Frequenz auftaucht, lädt dazu ein, es als verschlüsselte Botschaft zu lesen. Oder als Zwinkern.
In derselben Sitzung, so die kursierenden Aufzeichnungen, lief zuvor ein elektronisches Stück mit dem Text Bam, bam, bam, we're shooting at the hohol, danach der Ballettauszug. Manche verweisen direkt auf einen Hack des Signals. Die Trollerei-Theorie gewinnt an Gewicht, wenn man bedenkt, dass die Sendungen in der Nähe der Empfangsstation in den Niederlanden abgefangen wurden, einem der beliebtesten Websdr-Empfänger.
Das Spektrum-Fingerprint als Beweis
Hier hat der Hobbyist einen Vorteil gegenüber dem Sofa-Analysten. Jede Ausrüstung mit einem hundert-Euro-SDR erlaubt es, die Bandbreite aufzunehmen und das Spektrum-Fingerprint der Originalübertragung mit dem einer Fälschung zu vergleichen. Früher war das kompliziert; heute schafft das jeder Niemand mit einem billigen Empfänger und einer eiskalten Antenne.
Die Empfangsbedingungen haben allerdings das Sagen. Bei zwei Grad unter Null an der Antenne kommt das Signal schwach an: nur Rauschen, Pegel von S5-6 und -102dBm; nicht einmal die Wefax-Station GYA in Northwoods in Großbritannien war klar zu empfangen. Eine schüchterne Spur auf 4622.5, unmöglich zu unterscheiden. Der einzige Beweis, ein Punkt-Strich im Wasserfall.
Die Gefahr, dass das Spiel die Frequenz verlässt
Das Problem sind nicht vier Nerds, die Piepstöne anhören. Das Problem ist die Eskalation. Wer damit anfängt, Nummernsender zu verärgern, macht am Ende vielleicht fiese Scherze mit Marinefunk, Leuchtfeuern oder Rettungswagen. Die Grenze zwischen Unterhaltung und einem operativen Zwischenfall ist dünner, als sie scheint.
Unterdessen bleibt der Sender auf Sendung. Mal mit seinen Apokalypsen-Trompeten. Mal mit einem Schwan. Wie viel von dem, was auf 4625 kHz zu hören ist, ist eine Botschaft – und wie viel ist einfach jemand mit einem Sender und dem Wunsch zu sehen, wer es glaubt?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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