US-Mieten sinken, während Spanien über Migration streitet

In den USA steigen die Mieten nur um 0,6 %, doch in Städten wie Austin fallen sie durch Neubau und Abwanderung.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

US-Mieten sinken, während Spanien über Migration streitet
Mieten sinken in den USA, steigen in Spanien

In Austin, einer Stadt, die vor zwei Jahren noch mit Madrid um den Titel der teuersten Metropole wetteiferte, beginnen die Mietpreise zu fallen. Als Ursache werden im Süden der Vereinigten Staaten nicht nur ein Faktor genannt: Es treffen neuer Wohnungsbau, eine liberalisierte Baupolitik und eine verschärfte Einwanderungspolitik aufeinander, die den demografischen Druck auf den Wohnmarkt reduziert hat. Die Debatte darüber, ob dieser Effekt auf Spanien übertragbar ist, umfasst bereits 177 Antworten und bleibt ungelöst.

Was mit den US-Mieten passiert ist

Die These, die die Diskussion eröffnet, ist direkt: Razzien und Abschiebungen haben die Zahl potenzieller Mieter in bestimmten Gebieten reduziert, was den Preisdruck entlastet hat. Befürworter dieser Lesart nennen einen oft vergessenen zweiten Faktor: In Texas wurde eine Politik der Bodenliberalisierung umgesetzt, die den Bau ankurbelte – mehr Angebot bedeutet niedrigere Preise. Beides gleichzeitig, nicht nur eines.

Das Datenmaterial, das Anhänger der einfachen Erklärung verwirrt, zeigt, dass die jährliche Veränderung der Durchschnittsmiete landesweit weiterhin positiv ist: +0,6 % bis Oktober 2025. Das heißt, sie steigt, wenn auch geringfügig. Es gibt keinen drastischen nationalen Einbruch, sondern regionale Rückgänge in spezifischen Städten, wo Neubau und Mieterabwanderung zusammentreffen.

Warum die Daten nicht zur Erzählung passen

Die optimistischste Berechnung geht davon aus, dass Abschiebungen einen messbaren Effekt auf den Mietmarkt hatten. Das pessimistische Szenario basiert auf einer anderen Prämisse: Die Zahl der Ausweisungen liegt kaum höher als in Vorjahren, und selbst eine Verdopplung würde nicht ausreichen, um den Durchschnittspreis eines Wohnungsbestands von mehreren zehn Millionen Einheiten zu bewegen. Der Zusammenhang zwischen beiden Variablen ist in diesem Rahmen schwach.

Manche gehen weiter und argumentieren, der reale Effekt sei nicht der der Abschiebungen, sondern des Neubaus. In Austin hätte der Boom beim Wohnungsbau die Preise allein gesenkt, unabhängig davon, wer ins Land kam oder es verließ. Dies ist die weniger spektakuläre, aber datenkonsistenteste Erklärung.

Das Argument, das die Debatte nach Spanien verlagert

Der Vergleich mit Spanien taucht schnell auf. In Madrid sind laut gesammelter Berichte die Mieten für Wohnungen innerhalb von fünf Jahren von 800 auf 1.400 Euro gestiegen; teilweise wird dies auf die intensive Belegung von Wohnungen durch mehrere Familien zurückgeführt. Einige schließen daraus, dass bei Anwendung der gleichen Kriterien wie in den USA der Markt sofort korrigiert würde. Das Problem dieses Arguments: Spanien verfügt weder über die Geldpresse der USA noch über denselben fiskalischen Spielraum.

Der häufigste Einwand richtet sich an spanische Arbeitgeber. Wenn Löhne angemessen wären, müsste man keine Arbeitskräfte importieren, die bereit sind, jede Bedingung zu akzeptieren. Das Problem wäre nicht die Zuwanderung, sondern die Lohnkostenstruktur, die es rentabel macht, Hungerlöhne zu zahlen. Diese Sichtweise verschiebt den Fokus von der Grenze zum Gehaltszettel.

Erwartungen für den spanischen Markt

Das für Spanien skizzierte Szenario ist kein Preissenkungs-Szenario. Aus den USA Vertriebene könnten nach Europa kommen, was den ohnehin angespannten Markt zusätzlich belastet. Wohnraum würde teurer bleiben und das Lohn-Dumping zunehmen. Es gibt keinen automatischen Mechanismus, der dies korrigiert.

Die naheliegende Schlussfolgerung ist für alle unbequem: Der Mietpreis reagiert auf Angebot, Nachfrage und Bodenverfügbarkeit, nicht auf einen einzelnen Faktor. Wer magische Lösungen mit einem einzigen Hebel verspricht, verkauft Nebel. Das verwirrende Faktum ist, dass trotz all der Aufregung die Durchschnittsmiete in den USA immer noch um 0,6 % steigt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (177 Antworten).

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