Gold, S&P 500, Nasdaq und Dow Jones erreichen Allzeithochs
Der Auslöser der Diskussion ist eine Zahl: Die Allokation der US-Haushalte in Aktien erreichte im zweiten Quartal 2025 45,4% ihrer finanziellen Vermögenswerte, ein absoluter Rekord. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Dotcom-Blase im Jahr 2000 lag dieser Anteil bei rund 38%. Nie zuvor hatten Amerikaner ein so hohes Gewicht in Aktien. Und es sind nicht nur Aktien: Gold, der S&P 500, Russell 2000, Nasdaq und Dow Jones notieren gleichzeitig auf historischen Höchstständen. Die offensichtliche Frage ist, wie lange die Blase hält, bevor jemand sie zum Platzen bringt.
Was die Daten zur Aktien-Allokation zeigen
Die 45,4% beziehen sich auf finanzielle Vermögenswerte, aber gemessen an den Gesamtvermögen – einschließlich Immobilien und anderer Sachwerte – sinkt die Zahl auf 31%. Diese Nuance ist für die allgemeine Diagnose kaum relevant: Die Marktexposition der Haushalte ist die höchste in der aufgezeichneten Geschichte. Die Reihe wird von der Federal Reserve Bank of St. Louis veröffentlicht und umfasst auch gemeinnützige Organisationen, was den Prozentsatz leicht aufbläht.
Die häufigste Interpretation ist, dass dies kein Zeichen gesunder Euphorie ist, sondern einer Flucht nach vorne. Da die Inflation Bargeld und Einlagen erodiert, suchen Sparer Zuflucht in jedem Vermögenswert, der nicht an Wert verliert. Das Problem ist, dass diese kollektive Zuflucht zu einer beispiellosen Risikokonzentration wird.
Schwacher Dollar, nicht starke Aktien
Hier liegt die analytische Wende, die die gesamte Diskussion durchzieht: Vielleicht sind Aktien oder Gold nicht teuer, sondern der Dollar ist billig. Der Dollar hatte nie weniger Kaufkraft als jetzt, und seiner Natur nach wird er weiter fallen. Angesichts dessen hat der Währungsherausgeber nur zwei Wege. Erstens: Weiter Geld drucken und die Erosion seines Wertes beschleunigen, mit steigenden Kursen bei Aktien, Metallen und Bitcoin sowie explodierenden Lebensmittelpreisen. Zweitens: Zinsen schlagartig erhöhen, die Geldmenge reduzieren und einen wirtschaftlichen Stillstand mit Kettenpleiten und Zahlungsausfällen verursachen.
Niemand mit politischem Kapital will den zweiten Weg gehen. Als Referenz wird ein Anführer zitiert, der versuchte, etwas Ordnung zu schaffen und am sozialen Kostenfaktor der Maßnahme zerbrach. Die naheliegende Schlussfolgerung: Es wird weiterhin Geld gedruckt, um strukturelle öffentliche Defizite zu finanzieren, mit kontrollierter Inflation und Preisblasen in den Vermögenswerten, wohin das neue Geld fließt.
Warum steigen Aktien, wenn sich die Wirtschaft nicht verbessert?
Weil sie steigen, wenn der Markt neue Liquiditätsspritzen antizipiert: Zinssenkungen, Käufe von Schulden oder exzessive Staatsausgaben. Sie steigen nicht wegen Unternehmensgewinnen oder Beschäftigungsdaten. Der Beweis liegt in der täglichen Reaktion: Nachrichten über starkes Wachstum lassen die Indizes fallen, weil sie die Aussicht auf Zinssenkungen in die Ferne rücken. Schlechte Nachrichten treiben sie nach oben. Der Markt belohnt nicht die reale Wirtschaft, sondern das monetäre Gratisangebot.
Das Zitat, das diese Schule zusammenfasst, stammt von einem Investor, der 1929 Millionen mit Wetten gegen den Markt verdiente: Liquidität spielt immer die entscheidende Rolle. Wenn keine Liquidität vorhanden ist, steigen Aktien nicht. Und heute gibt es viel davon, denn niemand will, dass das System der Schuldenerneuerung bricht.
Das römische Vorbild und die Fluchtfalle
Der historische Vergleich, der auftaucht, ist der des Denars. Kaiser reduzierten schrittweise den Gold- und Silbergehalt der Münzen: Mit derselben Menge Metall wurden viel mehr geprägt. Jede Münze war weniger wert, die Inflation stieg, die Kaufkraft sank und die Menschen verloren das Vertrauen in ihre Währung, bis der Tauschhandel verbreitet war. Der Denar verschwand schließlich.
Die Parallele hat eine Grenze: Heute gibt es keine Grenze, wohin man fliehen kann. Über Jahrtausende hinweg holten die Schlaueren ihr Geld aus dem missbrauchenden Staat heraus und bewegten es in eine andere Jurisdiktion, was die Krise auslöste, die das Schema zusammenbrechen ließ. Im Zeitalter der vollständigen Globalisierung ist dieses Ventil geschlossen. Das System hält, weil es nirgendwohin fallen kann.
Die Rechnung der Crash-Warter
Die Gegenposition hat ebenfalls Zahlen. Wer seit zehn Jahren auf den Crash wartet, hat den größten Bullenmarkt der Geschichte verpasst und dabei Immobilien zu Schnäppchenpreisen. Das Argument ist schonungslos: Bearish zu sein hat nur einen einzigen Lohn, am Tag, an dem die Musik stoppt, sagen zu können Ich hab’s euch gesagt. Unterdessen akkumulieren Investierte Gewinne, die den Schlag einer Korrektur mehr als kompensieren. Die vollständige Berechnung dieser Bilanz, mit Zahlen zu kumulierten Renditen gegenüber einmaligen Verlusten, ist der Stoff, der die meisten Diskussionen auslöst.
Der andere Einwand betrifft den Zeitplan. Krisen dauern im schlimmsten Fall nicht länger als drei oder vier Jahre, und wer durchhält, solange das Unternehmen steht, erholt sich. Das Problem ist, dass niemand weiß, wann der Unfall passiert, und das macht jede Wartestrategie zu einer Wette auf den genauen Zeitpunkt.
Eine letzte Zahl verwirrt alle: Die Rekord-Allokation in Aktien koexistiert mit einem Rekordmisstrauen gegenüber dem System, das sie trägt. Haushalte kaufen Aktien nicht, weil sie an die Zukunft glauben, sondern weil sie dem Geld nicht vertrauen. Es ist die erste Blase der Geschichte, an die fast niemand glaubt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (137 Antworten).