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Feijóo löst Artikel 102 gegen Sánchez nicht aus
Artikel 102 verlangt 88 Abgeordnete und 176 Stimmen für eine Anklage gegen Sánchez wegen Hochverrats. Feijóo wird ihn nicht aktivieren, die Abnutzung bleibt bei den Gerichten.
Feijóo lässt Artikel 102 ruhen: Sánchez entgeht der Prüfung im Kongress
Der Artikel 102 der spanischen Verfassung hat keinen Schalter. Er hat Arithmetik. Und die Arithmetik geht heute nicht auf. Feijóo wird die Anklage wegen Hochverrats oder eines Verbrechens gegen die Sicherheit des Staates gegen Sánchez nicht aktivieren, und mit dieser Entscheidung bleibt die Abnutzung der Regierung erneut bei den Gerichten — wo der politische Kalender nichts zu sagen hat — statt im Kongress. Die entscheidende Frage ist nicht, ob die PP will. Sondern ob sie kann.
Was Artikel 102 wirklich besagt
Man sollte das Terrain klären, denn die Bezeichnung wird benutzt, als wäre sie ein roter Knopf — ist sie aber nicht. Artikel 102 hat zwei Absätze, die gegeneinanderlaufen. Der erste legt fest, dass die strafrechtliche Verantwortung des Ministerpräsidenten und der übrigen Regierungsmitglieder vor der Strafkammer des Obersten Gerichtshofs verfolgt wird: Das ist eine Regel der Immunität, sie greift automatisch, sobald ein Verfahren läuft, und niemand aktiviert sie.
Der zweite verlangt eine Abstimmung, und nur für einen sehr engen Fall: Anklage wegen Hochverrats oder eines Verbrechens gegen die Sicherheit des Staates in Ausübung des Amtes. Dafür braucht es zwei Dinge gleichzeitig: einen Antrag eines Viertels des Kongresses — 88 Abgeordnete — und die Zustimmung mit absoluter Mehrheit, 176 Stimmen. Die Delikte, die dieser Tage die Schlagzeilen füllen (Rechtsbeugung, Unterlassung der Verfolgung von Straftaten), passen nicht in diese Schablone.
Auch das Misstrauensvotum kommt nicht zustande
Wenn schon das Misstrauensvotum — ein deutlich einfacheres Verfahren — keine Unterstützung findet, ist Artikel 102 Science-Fiction. Die Regierung räumt ein, nicht auf Junts zählen zu können. Bei der PNV hat Anasagasti gefordert, den Antrag trotzdem zu stellen. Auf den Kanaren lässt Clavijo die Unterstützung von Coalición Canaria nach dem Durcheinander mit dem Kreuzfahrtschiff Hondius und dem Bicho offen. Mit dieser Ausgangslage ist die absolute Mehrheit nirgends in Sicht.
Manche behaupten, die PP ziehe es vor, die juristische Abnutzung zu verlängern, statt sich einer von vornherein verlorenen Abstimmung auszusetzen. Dagegen steht ein anderes Argument: Ohne Misstrauensvotum und ohne Artikel 102 gibt es keine Möglichkeit, die realen Nähte des Blocks zu messen, der die Regierung trägt. Beide Lesarten leben in derselben Sackgasse.
Ceuta und die UCO: Der Druck, der nicht durch den Kongress läuft
Der Druck kommt auf anderen Wegen. Die Audiencia Nacional untersucht die mangelnde Vorsorge des Innenministeriums bei der Invasion von Ceuta; ein Gericht der Stadt hat Ermittlungen gegen den Regierungsdelegierten eingeleitet, und sein Kabinettschef trat zurück mit der Versicherung, seinem Vorgesetzten die Warnungen des CNI gemeldet zu haben. Robles deutete auf Marlaska. Die Rede ist von 18 vorherigen Warnungen und sechs Grenzpolizisten, deren Anweisung, so die Veröffentlichungen, gewesen sein soll, nicht zu handeln.
Parallel dazu die Front der UCO. Nach den veröffentlichten Informationen soll die Regierung sondiert haben, die Einheit zu köpfen; ein General soll angeordnet haben, Verweise auf Marokko aus einem Bericht an die Richterin zu streichen, und ein Beschluss von Pedraz stellt fest, dass Santos Cerdán Anweisungen vom sogenannten One erhielt. Alles in der Ermittlungsphase. Nichts verurteilt.
Mit diesen Zahlen läuft der einzige Weg, die Regierung abzunutzen, über die Gerichte, wo die PP den Kalender nicht bestimmt. Die Politik schaut zu. Und dort stockt alles: Weder hat der Block, der die Exekutive trägt, die Stimmen, um sich abzusichern, noch hat die Opposition die Stimmen, um sie in die Ecke zu drängen. Artikel 102 bleibt in der Schublade und wartet auf eine Arithmetik, die es heute nicht gibt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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