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Unbefristeter Streik im Madrider Schulwesen ab 14. Oktober
65.000 Lehrer in Madrid starten einen unbefristeten Streik für weniger Stunden und mehr Gehalt. Die Region investiert am wenigsten pro Schüler.
Der Bildungsstreik, den Ayuso nicht ignorieren kann
Das öffentliche Bildungswesen in Madrid hat sich verweigert. Seit Mittwoch, dem 14. Oktober 2026, führen die Gewerkschaften CC OO, UGT, STEM, CNT und Solidaridad Obrera einen unbefristeten Streik durch, zu dem 65.000 Lehrer der nicht-universitären Stufen aufgerufen sind, die über 666.000 Schüler von der Vorschule bis zum Abitur und zur Berufsausbildung betreuen. Die Autonome Gemeinschaft Madrid investiert am wenigsten pro Schüler im öffentlichen Sektor: 6.502 Euro jährlich gegenüber dem landesweiten Durchschnitt von 7.943 Euro, laut den letzten verfügbaren Daten von 2023. Das sind 18 % weniger. Gleichzeitig führt Madrid die Lebenshaltungskosten in Spanien an, wobei Wohnraum das Symbol ist. Bildungsministerin Mercedes Zarzalejo bezeichnete die Mobilisierung als „politisch und unnötig“. Die Organisatoren entgegnen, dies sei der einzige Weg, Verhandlungen zu erzwingen, die die Regierung von Isabel Díaz Ayuso seit August umgangen habe.
Die sechs Forderungen, die den Stillstand brachen
Das Gewerkschaftsforderungskatalog ist keine Laune. Es geht darum, die wöchentlichen Unterrichtsstunden in der Sekundarstufe auf 17 und in Grund- und Vorschule auf 22 zu reduzieren (von derzeit 19 bzw. 25); die Klassengrößen durch mehr Fachpersonal für Diversität zu senken; die sozioökonomische Segregation zwischen öffentlichen und teilprivaten Schulen anzugehen; das Lehrergehalt um 600 Euro monatlich zu erhöhen; die Bürokratie zu verringern und die Infrastruktur zu verbessern, einschließlich Klimatisierung und Asbestentfernung. Diese sechs Punkte liegen seit Monaten auf dem Tisch. Ende August schickten die Gewerkschaften einen Brief an die Ministerin. Zarzalejo zeigte sich bereit zuzuhören, stufte den Streik kurz darauf jedoch als „politisch und unnötig“ ein. Mitte September kündigte Ayuso Verhandlungen über die berufliche Laufbahn der Lehrer an, die zu „bis zu 350 Euro mehr pro Monat“ führen könnten. Die Gewerkschaften lehnten eine Absage des Streiks ab und warfen der Regionalregierung vor, Verhandlungen aufdrücken zu wollen, die niemand gefordert habe.
Die Gewerkschaftsfront unterscheidet sich von Valencia oder Katalonien
In der Autonomen Gemeinschaft Valencia und in Katalonien führten die Lehrer im vergangenen Jahr harte Auseinandersetzungen mit ihren Verwaltungen. Beide endeten mit Teilvereinbarungen: Lohnerhöhungen und im katalanischen Fall Personalverstärkungen. Hier ist die Front schmaler. ANPE und CSIF, die bei den letzten Wahlen im öffentlichen Bildungswesen Madrides zweit- und drittstärkste Kraft, haben sich dem einheitlichen Aufruf nicht angeschlossen. Allerdings rief CSIF seinerseits zu ganztägigen Streiks von Mittwoch bis Freitag sowie zu unbefristeten Teilstreiks ab der folgenden Woche auf. Aida San Millán, Generalsekretärin der CC OO-Bildungsföderation in Madrid, fasst es ohne Umschweife zusammen: „Die Madrider Lehrer sehen, dass sie in Valencia und Katalonien protestiert haben und trotz besserer Bedingungen Verbesserungen erreichten. Sie sagen: Wir werden nicht die Dummen Spaniens sein.“
Die reale Quote: 1,6 Lehrer pro Gruppe
Die Debatte über die Klassengröße birgt arithmetische Fallen. Ein Schüler der Sekundarstufe I (ESO) absolviert etwa 30 Wochenstunden. Ein Sekundarlehrer unterrichtet in Madrid laut Streikaufruf 19 Stunden. Um den Stundenplan einer Gruppe abzudecken, sind 30/19, also 1,6 Lehrer nötig, selbst wenn die Rollen nicht geteilt werden. Bei Gruppen von 28 Schülern ergibt sich eine Quote von etwa 17 Schülern pro Lehrer. Die Zahl sinkt durch Faktoren, die oft in Schlagzeilen fehlen: Teilungen, Wahlfächer, Förderunterricht. Schüler pro Klasse und Schüler pro Lehrer sind unterschiedliche Größen. Wer diese verwechselt, diskutiert aus dem Gedächtnis. Die in Kommentaren kursierende Quote von 11 Schülern pro Klasse hält dem Vergleich mit offiziellen Daten nicht stand.
Lebenshaltungskosten fressen das Lehrergehalt auf
Das Lohnargument stützt sich nicht nur auf Vergleiche mit anderen Regionen. Madrid gibt am wenigsten pro öffentlichem Schüler aus, hat aber die höchsten Wohnkosten. Ein Lehrer in Tetuán oder Vallecas konkurriert nicht mit einem Kollegen in Soria, sondern mit der Miete in seinem eigenen Viertel. Walter Post Villacorta, Klassenlehrer an der Ignacio-Zuloaga-Schule, sagt mit 58 Jahren Erfahrung: „Früher gab es keine so extremen Temperaturen. Das Leben wird teurer, während unsere Gehälter nicht angepasst wurden.“ Laura Peinado Jiménez, 36 Jahre alt, Lehrerin an derselben Schule, fügt hinzu: „Im Klassenzimmer haben wir viele Schüler mit besonderen Bedürfnissen. Um allen individuell gerecht zu werden, brauchen wir mehr Zeit für die Vorbereitung und mehr Hände für die Betreuung.“ Die Schule im Bezirk Tetuán erwartete den ersten Streiktag mit Unsicherheit bezüglich der Mindestbesetzung. Der Großteil des Personals wollte streiken und auf die Straße gehen.
Verschleiß der offiziellen Erzählung
Die Regionalregierung versuchte, den Konflikt auf drei Wegen zu entschärfen: ihn als politisch einzustufen, parallele Verhandlungen über die Karriereplanung zu eröffnen und auf eine geringe Beteiligung zu hoffen. Keiner funktionierte. Der unbefristete Streik koexistiert mit der Angst, dass private und teilprivate Schulen Schüler aufnehmen könnten, falls das Schuljahr ins Stocken gerät. Der Verschleiß ist nicht nur wirtschaftlich: Jeder Streiktag belastet das Verhältnis zu den Familien, die in Madrid ein erhebliches Wahlgewicht haben. Die Ministerin sagte, sie wolle zuhören. Zuhören ist nicht Verhandeln. Und die Gewerkschaften haben bereits gezeigt, dass sie sich mit einem Treffen nicht zufriedengeben.
Was jetzt passieren könnte
Die Präzedenzfälle aus Valencia und Katalonien deuten nach wochenlangem Druck auf Teilvereinbarungen hin. In Madrid spielt der Kalender gegen die Exekutive: Der Streik ist unbefristet, und der Verschleiß akkumuliert in den Schulen, nicht in den Ministerien. Die Frage ist nicht, ob Ayuso sich setzen wird, sondern welchen politischen Preis sie dafür zahlen muss. Mit 666.000 betroffenen Schülern und 65.000 kampfbereiten Lehrern schrumpft der Handlungsspielraum täglich. Die vernünftigste Prognose ist eine gestaffelte Vereinbarung mit Lohnerhöhungen und einigen Zugeständnissen bei den Quoten. Aber noch hat niemand unterschrieben.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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