Umfrage: EH Bildu überholt PNV in Baskenland

Eine Umfrage sieht EH Bildu vor dem PNV. Die Koalition mit den Sozialisten verliert ihre Mehrheit, was die baskische Politik erschüttert.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Umfrage: EH Bildu überholt PNV in Baskenland
EH Bildu gewinnt im Baskenland, PNV fällt auf Platz zwei

Was passiert, wenn die Partei, die das Baskenland jahrzehntelang regiert hat, nicht mehr die stärkste Kraft ist? Eine Umfrage der Serie ElectoPanel sieht EH Bildu vor dem PNV bei Stimmen und Sitzen, wobei der jeltzale-Kandidat Pradales bereits eine Kandidatur in diesem Szenario akzeptiert hat. Die parlamentarische Konsequenz ist unbequem: PNV und PSE würden keine Mehrheit erreichen. Es geht nicht nur um den Überholvorgang. Der Boden des klassischen Nationalismus bröckelt genau dann, wenn sein Partner in Madrid mit Unterstützung der Abertzalen regiert.

Was die Umfrage sagt und welche Sitzverteilung sie impliziert

Ausgangspunkt ist eine Erhebung, die EH Bildu als stärkste Kraft und den PNV an zweiter Stelle sieht, sowohl bei Stimmen als auch bei Sitzen übertroffen. Mit dieser Zusammensetzung würde die Summe aus Jeltzales und Sozialisten nicht die nötige Mehrheit für eine Neuauflage der Koalitionsregierung erreichen, die die baskische Exekutive stützt. Einige Stimmen relativieren dies: Es sei kein vollständiger Umbruch der Sitze, die Blöcke verschieben sich, aber das Schachbrett wird nicht komplett neu aufgebaut. Der Schlüssel liegt darin, ob die PSE ein Abkommen mit Bildu akzeptiert und ob der PNV mit punktueller Unterstützung in Minderheit regieren kann.

Manche argumentieren, dass der PNV die Unterstützung der PSE sicher habe, denn wenn die Sozialisten im Baskenland mit Bildu paktierten, könnten die Jeltzales die Regierung Sánchez in Madrid stürzen. Diese Rechnung macht jeden baskischen Sitz zu einem Teil der nationalen Arithmetik. Andere sehen es anders: Wenn die PSOE mit Bildu paktiert, hätte der PNV kein Problem damit, mit der PP zu paktieren und die Regierung zu kippen. Die Zange funktioniert in beide Richtungen.

Warum der PNV laut Forenanalyse sinkt

Die am häufigsten genannte Diagnose ist der Identitätsverlust. Der PNV war eine nationalistische Mitte-Rechts-Partei; nun konkurriert er im selben Raum wie die abertzale Linke und hat seine Flanke Bildu überlassen. „Für die Linke gibt es schon Bildu, und Leute wählen keine Kopien“, fasst eine Strömung zusammen. Hinzu kommt der Verschleiß eines Apparats, der jahrelang seine Leute in Institutionen, öffentlichen Unternehmen und Lehrstellen platziert hat. Das Ergebnis ist laut dieser Lesart eine Verwaltungsmaschine, die als Vermittlungsagentur fungiert, nicht als politisches Projekt.

Der Mangel an einem charismatischen Kandidaten ist der andere Faktor. Der neue Aspirant auf das Amt des Lehendakari stammt aus der akademischen Welt, und manche sehen in ihm ein anderes Profil, das den Fall bremsen könnte. Nicht alle teilen den Pessimismus: Manche Analysen behaupten, dass der PNV mit einem frischen Kandidaten nicht unbedingt verliert. Die Statistik spielt jedoch gegen ihn: Jeder Wahlzyklus nimmt dem einstigen Zentrum des baskischen Systems etwas Boden weg.

Stimmenwanderung und die Rolle von VOX

Die Bewegung der Wähler ist kein einfacher Austausch zwischen Blöcken. Ein Teil der Wählerschaft, die den PNV verlässt, geht zu Bildu, ein anderer bleibt zu Hause. VOX steigt, aber nicht genug, um die Mehrheit zu verändern. Die zynischste Lesart besagt, dass viele bei allgemeinen Wahlen Bildu wählen, um Madrid zu ärgern, ihn aber im Baskenland nicht regieren lassen wollen. Dieser Widerspruch erklärt, warum baskische und allgemeine Umfragen nie dieselbe Geschichte erzählen.

Der andere Faktor ist Yolanda Díaz. Wenn ihre Plattform im Baskenland antritt, teilt sie das linke Lager und erschwert jede alternative Summe. Dieses Szenario begünstigt den PNV, der möglicherweise weiter mit der PSE regieren könnte, auch wenn er nicht die stärkste Kraft ist. So funktioniert baskische Politik: Gewinnt nicht immer, wer die meisten Stimmen holt.

Was mit Otegi und der Führung von Bildu geschieht

Ein möglicher Rückzug von Otegi aus der ersten Reihe ist kein Rückzug zum Stimmenfang, sondern zur Stimmenhaltung. Dies ist die kursierende Lesart: ein Generationenwechsel, der historische Altlasten bereinigt und Bildu erlaubt, als neue Kraft aufzutreten. Die katalanische Strategie, angewandt auf das Baskenland. Wenn sie funktioniert, konsolidiert die abertzale Partei ihre electoral Decke und zwingt die PSOE, zwischen zwei unbequemen Partnern zu wählen.

Der PNV hingegen bleibt in seiner eigenen Widersprüchlichkeit gefangen: nationalistisch sein, ohne es zu wirken, und Mitte-Rechts sein, ohne Mitte-Rechts-Wähler. Seine historischen Wähler altern, junge kommen nicht nach, und die Partei, die einst die Klügste der Klasse war, balanciert nun, um nicht vom Radar zu verschwinden. Mit diesen Voraussetzungen ist der Überholvorgang keine Anomalie. Er ist die logische Folge von Jahren, in denen man den falschen Gegner beobachtete.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (157 Antworten).

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