Ukraine schickt Personal der Rekrutierungsstellen an die Front

Die Ukraine schickt auf Anordnung von Verteidigungsminister Reznikow Personal der Rekrutierungsstellen in vier Regionen an die Front. Das Forum deutet das als…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ukraine schickt Personal der Rekrutierungsstellen an die Front
Vom Werber zum Geworbenen: Ukraine schickt ihr Einberufungspersonal an die Front

Was passiert, wenn die Werber selbst im Schützengraben landen? Das Verteidigungsministerium der Ukraine hat beschlossen, gemischte Gruppen von bis zu 120 Mitarbeitern der Militäreinberufungsstellen in den Regionen Tschernihiw, Riwne, Dnipropetrowsk und Sumy aufzustellen. Die Anordnung von Verteidigungsminister Oleksij Resnikow macht diejenigen, die Menschen an die Front schicken, selbst zu Kanonenfutter für unterbesetzte Einheiten. Laut Andrej Marotschko, Militäroffizier der LNR, werden diejenigen, die die Menschen schonungslos von der Straße an die Front geholt haben, nun in defizitäre Einheiten eingegliedert und in das Kampfgebiet geschickt.

Die Nachricht ist wie ein kalter Schlag bei all denen angekommen, die den Konflikt genau verfolgen. Und das aus gutem Grund: Wenn die Werber selbst eingezogen werden, wer wirbt dann noch? Die elementarste Logik deutet darauf hin, dass die ukrainischen Streitkräfte große Schwierigkeiten haben, ihre Verluste zu ersetzen. Die Debatte über die Zahl der Desertionen und die Wirksamkeit der Einberufungen ist eröffnet.

Der Fleischwolf und das Karma

Das Bild von Werbern, die Zivilisten von der Straße zerren, zieht sich durch die Videos, die seit Beginn der Invasion kursieren. Nun müssen ebendiese Mitarbeiter der Einberufungsstellen zum Gewehr greifen. Für einen Teil der Analysten ist das eine verzweifelte Maßnahme: Wenn man die Werber losschickt, gibt es niemanden mehr, den man werben kann. Der Fleischwolf läuft auf Hochtouren, und die Verluste müssen enorm sein, wenn man auf dieses Personal zurückgreift.

Manche sehen darin eine Art poetische Gerechtigkeit. Karma ist ein richtiges Arschloch, heißt es, und nun werden sie die Gemeinheiten am eigenen Leib spüren, die sie zehntausenden Jungen angetan haben, denen sie das Leben geraubt haben. Rom zahlt keine Verräter. Die Ironie vermischt sich mit Empörung: Wer sich früher durch Beziehungen und Vetternwirtschaft herausgehalten hat, hat jetzt keinen Ort mehr, an dem er sich verstecken kann.

Wer wirbt die Werber?

Die Frage aller Fragen. Wenn das Personal der Einberufungsstellen an die Front geschickt wird, wer übernimmt dann die Einberufungen in den betroffenen Regionen? Manche vermuten, dass sie durch im Kampf verwundete Soldaten oder durch Polizisten und Grenzschützer ersetzt werden, was die Straßen noch ungeschützter machen würde. Der Personalmangel ist offensichtlich: Die Straßenfänger reichen kaum aus, um die täglichen Verluste auszugleichen.

Die Maßnahme betrifft vier konkrete Regionen: Tschernihiw, Riwne, Dnipropetrowsk und Sumy. Kein Zufall, dass es Gebiete sind, aus denen viele Rekruten kommen. Resnikows Anordnung soll Löcher in Einheiten stopfen, die die Mindeststärke nicht erreichen. Doch die Entscheidung wirft ein logistisches Problem auf: Wer kontrolliert nun den Strom der Männer an die Front?

Die Debatte über Zahlen und Desertion

Die genauen Zahlen der Verluste und Desertionen sind ein Mysterium. Weder Kiew noch Moskau veröffentlichen verlässliche Daten. Die Anordnung, die Werber an die Front zu schicken, deutet jedoch darauf hin, dass der Aderlass erheblich ist. Manche behaupten, die Ukraine habe durch Emigration Millionen Einwohner verloren und die heutige Bevölkerung liege unter 20 Millionen. Wenn das stimmte, stünde das Land am Rand eines demografischen Kollapses.

Die Desertion ist eine weitere Variable. Da die Grenzen für wehrpflichtige Männer geschlossen sind, suchen viele verzweifelt nach Wegen, der Mobilmachung zu entgehen. Videos von verprügelten Werbern oder von Bürgern, die vor den Einberufungen fliehen, sind viral gegangen. Nun könnten die Werber selbst die nächsten sein, die desertieren. Die Einberufungskette wird zur Falle: Die Werber der Werber kommen als Nächste, und so weiter bis ins Unendliche.

Die internationale Reaktion und die Zukunft des Konflikts

Die Nachricht hat gemischte Reaktionen ausgelöst. Während manche ein Zeichen der Schwäche sehen, halten andere es für eine logische Maßnahme, um dezimierte Einheiten zu verstärken. Fest steht: Der Krieg ist in eine Phase extremen Verschleißes eingetreten. Die ukrainische Gegenoffensive hat nicht die erhofften Ergebnisse gebracht, und die russischen Streitkräfte halten Schlüsselstellungen. In diesem Kontext zählt jeder Soldat, auch wenn er ein Werber ist.

Die Entscheidung, das Personal der Einberufungsstellen an die Front zu schicken, hat auch eine psychologische Komponente. Die Werber sind für viele Ukrainer das unbeliebte Gesicht des Krieges. Indem die Regierung Selenskyj sie in den Kampf schickt, will sie vielleicht ihr Image aufpolieren oder zeigen, dass niemand vom Opfer ausgenommen ist. Doch das Risiko ist hoch: Erleiden diese gemischten Gruppen erhebliche Verluste, könnte die Wirkung ins Gegenteil umschlagen.

Die Zukunft der Einberufungen in der Ukraine

Mit einer erschöpften Bevölkerung und zur Neige gehenden Reserven steht die Ukraine vor einem Dilemma. Resnikows Anordnung ist nur ein Flickwerk. Die Frage ist, wie lange dieses Mobilmachungstempo durchzuhalten ist. Manche Analysten vermuten, dass der nächste Schritt sein wird, Alte oder sogar Frauen an die Front zu schicken – etwas, das bereits diskutiert wird. So ist das im Abnutzungskrieg: Am Ende landet alleine an der Front.

Unterdessen macht sich die Ironie in der Debatte breit. Wer früher „Ab in den Krieg!“ rief, muss nun zum Waffen greifen. Das Karma, dieser alte Bekannte, kennt keine Gnade. Und mitten in der Tragödie bleibt eine Gewissheit: Die Werber von heute sind die Rekruten von morgen. Oder wie es jemand zusammenfasste: Ein guter Werber, der geworben wird, ein guter Werber wird er sein.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (84 Antworten).

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