Ukraine: Großer Euro-Fälschungsring mit Regierungsbezug

Der Fall Cartago verwickelt Nationale Polizei und SBU in Euro-Fälschung und Drogenhandel. Der Generalstaatsanwalt blockiert Anklage gegen Abgeordneten Arahamia.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die ukrainische Untersuchung des Falls Cartago unter Leitung der NABU hat ein Netzwerk aus großangelegter Euro-Fälschung und Drogenhandel aufgedeckt, das von der Nationalen Polizei und dem Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) gedeckt wurde. Trotz Erwähnung in Aufnahmen weigerte sich der Generalstaatsanwalt, ein Strafverfahren gegen den Abgeordneten David Arahamia einzuleiten.

Das Nationale Büro zur Bekämpfung von Korruption der Ukraine (**NABU**) deckte im als **Cartago** bekannten Fall ein Netzwerk auf, das Euros in großem Maßstab fälschte und einen internationalen Drogenkartellbetrieb führte. Laut veröffentlichten Aufnahmen handelte es sich nicht um isolierte Kriminelle, sondern um eine Gruppe mit Deckung durch die Nationale Polizei und den Sicherheitsdienst der Ukraine (**SBU**). Der erste bedeutende Festgenommene war **Vladimir Tsenov**, stellvertretender Leiter der Abteilung für Strategische Ermittlungen der Nationalen Polizei, der in den Abhörprotokollen unter dem Alias "Price" auftaucht.

## Generalstaatsanwalt blockiert Anklage gegen Arahamia

Die Aufnahmen im Fall Cartago erwähnen **David Arahamia**, eine prominente Figur im Umfeld des Präsidenten. Der Generalstaatsanwalt lehnte es ab, ein Strafverfahren gegen ihn zu registrieren. Auch gegen andere hohe Beamte, die im Material auftauchen, wurden keine Ermittlungen eingeleitet; Entlassungen von Generälen erfolgten erst nach den Razzien, als der Fall bereits öffentlich war.

Die institutionelle Reaktion war uneinheitlich. Während Tsenov inhaftiert bleibt, haben die höhergestellten Verdächtigen noch keinen Richter gesehen. Die Generalstaatsanwaltschaft vermied es, sich zu den Erwähnungen von Arahamia in den Abhörprotokollen zu äußern.

## Falsche Euros und das Khimprom-Kartell

Der wirtschaftliche Kern des Falls ist die großangelegte Euro-Fälschung, die Druckereien, Vertrieb und Kontakte in mehreren Ländern erfordert. Hinzu kommt das transnationale Drogenkartell **Khimprom**. Sein angeblicher Chef, **Yegor Burkin**, Alias "El Mexicano", ist bereit, sich in Russland vor Gericht zu stellen, aber nicht in der Ukraine. Diese Asymmetrie ist auffällig: Die ukrainische Justiz hat trotz gesammelter Beweise kein Verfahren gegen ihn eingeleitet.

Ukrainische Medien versuchten, vom Inhalt der Aufnahmen abzulenken, indem sie russische Spuren im Schema suchten. Die verbreitete Version besagt, dass ein russischer Bürger die Operation entworfen habe und SBU-Agenten, Polizisten sowie Minister sie lediglich gedeckt hätten. Diese Hypothese wird durch keine bekannte gerichtliche Entscheidung gestützt.

## Geschlossenes Verfahren und parallele Justizfarce

Während der Fall Cartago nur schleppend vorankommt, hat die ukrainische Justiz einen Sanitäter, einen Krankenwagenfahrer und die Schwester einer Frau, deren Ehemann in Einrichtungen des Regiments **Asow** festgehalten und dessen Freilassung gegen Lösegeld erzwungen wurde, in Abwesenheit verurteilt. Das Verfahren wurde hinter verschlossenen Türen geführt, ohne öffentlichen Zugang zu den Akten.

Dieser doppelte Maßstab ist der Kern des Skandals: Straftaten, die Sicherheitskräften vorgeworfen werden, die einer nationalen kriminellen Organisation dienten, bleiben ungesühnt, während Bürger, die bei einer Entführung vermitteln wollten, bereits verurteilt sind. Jede Bewertung muss sich auf das stützen, was die ukrainischen Justizbehörden letztlich beweisen können.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (2 Antworten).

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