Ukraine: Fortschritt bei Robotyne und Pawliwka auf 51 km² geschätzt

Analysen beziffern den ukrainischen Geländegewinn bei Pawliwka auf 51 km². In Robotyne ist die erste russische Verteidigungslinie zur Hälfte durchbrochen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der ukrainische Vormarsch wird in km² gemessen: 51 bei Pawliwka, Robotyne gebrochen

Die ukrainische Gegenoffensive ist nicht gescheitert. Sie hat auch nicht die Front in zwei Teile gespalten. Zwischen diesen beiden unbequemen Gewissheiten hat sich eine Beobachtung etabliert, die nicht mehr Schlachten misst, sondern Flächen: Die wöchentlich veröffentlichte Bilanz verteilt die Gewinne auf 51 km² in Pawliwka, 8 in Awdijiwka, 6 in Kupjansk, 0,55 in Siwersk und 0,15 in Bachmut. Die Schlüsselzahl ist zugleich die umstrittenste. Dieselbe Beobachtung warnt, dass Pawliwka ein Messfehler sein könnte und nur 5 km² betragen würde, ein Zehntel der Angabe. In einem Abnutzungskrieg entscheidet diese Differenz über Sieg oder Blamage.

Warum ist Robotyne mehr wert als 51 km² Getreidefeld?

Weil es kein Feld ist. Robotyne steht auf Karten als erste russische Verteidigungslinie, mit der dichtesten Minenzone und mehreren Gräben-Ebenen. Der Einzug ins Dorf wurde mit notarieller Geduld verfolgt: Erst waren 10% unter ukrainischer Kontrolle, 40% unter russischer, der Rest graue Zone; dann lag die Hälfte in ukrainischer Hand; auf der letzten Karte halten die Russen noch 25%. Eine mechanisierte Brigade meldete ihren Einzug nach „zwei Monaten heftiger Kämpfe“. Die ukrainische Lesart besagt, dass das Durchbrechen dieses Streifens, der stärkste Verteidigungsdichte und Minenfelder aufweist, das größte Hindernis darstellte.

Der Preis in der Luft wird separat bilanziert. Es ist von acht abgeschossenen Ka-52-Hubschraubern in der Region die Rede, mit visuellen Beweisen für mindestens zwei. Die ukrainische Luftwaffe fliegt weiterhin niedrig, bodennah, um Radare zu umgehen; ihre MiG-29 haben westliche Raketen adaptiert, obwohl ihr Radar im Vergleich zu einer F-16 kurz bleibt.

Erbeutete Panzer und wiederverwertete Munition

Die Liste des Materials, das den Besitzer wechselt, ist der greifbarste Teil des Fortschritts: Ein am 8. September erbeuteter T-90, ein weiterer, ein BMP-3 am 3. Tag. Das ist kein Museumsfund. Beide Armeen teilen sowjetische Technik-Basis, daher kehrt ein erbeutetes gepanzertes Fahrzeug mit Ersatzteilen aus demselben Katalog ins Gefecht zurück. Das Argument wird auch umgekehrt genutzt: Mechaniker, die einen beschädigten Bradley innerhalb weniger Stunden reparieren, widerlegen die Legende, dass jede Panne den Transport über den Atlantik erfordert.

In Richtung Tavria wurden an einem Tag 68 feindliche Fahrzeuge zerstört oder beschädigt gezählt, mit geschätzten Verlusten von fast fünf Kompanien. Am Flügel Bachmut werden über 60 tote russische Soldaten und zwei Obersten gemeldet, die die Brigade befehligten, welche den Sektor halten sollte. Die Anekdote des Monats liefert die Propaganda selbst: Das Video eines zerstörten russischen Panzers mit Flugabwehrkanone wurde in pro-russischen Kanälen als ukrainischer Verlust recycelt, samt sichtbarer Kennnummer.

Die 20 Brigaden, die noch nicht geschossen haben

Hier liegt das Argument, das die Geduld stützt. Keine der neuen Einheiten – die vom Westen ausgerüstet und ausgebildet wurden – ist laut Beobachtern bisher im Einsatz. Die kursierende Rechnung spricht von 20 intakten Reserve-Brigaden und einer Rotation auf Bataillons-Ebene: Jede Brigade schickt ein oder zwei Bataillone, kämpft eine Woche und zieht sich zurück. Dies ist dieselbe Formel wie bei der Verteidigung von Bachmut, nur umgekehrt.

Ein Detail nährt die These des Vorgeplänkels: Es wurden wieder Starts von Tochka-U-Raketen beobachtet, ungenau und per Drohnen korrigiert, die 2022 den Offensiven vorausgingen, die Territorien zurückgewannen. Diese Lesart besagt, die Gegenoffensive gleiche weniger einem Sturmangriff als eher einer Korrosion.

Die Leugner des Fortschritts

Auf der anderen Seite ist die Antwort simpel: Nichts davon hat die erste der drei russischen Verteidigungslinien erreicht. Russische Quellen sprechen nicht von Niederlage, sondern von Rückzug auf Reservepositionen „nach Verursachung hoher Verluste“. Ein Anführer der Söldnergruppe, die in der Region kämpft, behauptete gar, die Gegenoffensive sei „auf ihrem Höhepunkt“ und ukrainische Truppen würden in die Regionen Brjansk und Belgorod einmarschieren. Man sollte bedenken, wer dies sagte und warum.

Derselbe Beobachter räumt ein, dass die Russen besser verteidigen als in Cherson, mit dem Unterschied, dass ihre Ausrüstung heute deutlich geringer ist als zu Beginn der Invasion. Er verweist auch auf die gesprengte Staumauer: Der russische Plan bestehe darin, Widerstand zu leisten, abzunutzen und danach die aus Cherson herangebrachten Reserven einzusetzen.

Was kann als sicher gelten?

Weniges, und man muss unterscheiden. Verifizierbar: Der Einzug in Robotyne, die erbeuteten Panzer, die Stockung der letzten Tage. Zugewiesen: Die Zahlen der Verluste und die Kontroll-Prozentsätze. Rundweg geleugnet: Der angebliche Schaden an einem Patriot-System, den dieser Beobachter ausschließt, während er die Zerstörung russischer Luftabwehrsysteme, darunter ein Pantsir-S1, als bewiesen ansieht.

Das kommende Szenario

Wenn das Muster anhält, wird die Offensive weiter Kilometer kratzen, während die intakten Brigaden warten. Der Durchbruch, falls er kommt, wird nicht von einem kleineren Ort ausgehen, sondern von dem Tag, an dem diese Einheiten ins Gefecht eintreten. Bis dahin bleibt die einzige ehrliche Zahl die auf der Karte: 51 km², vielleicht 5.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (236 Antworten).

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