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Ukraine droht Iran wegen Raketenlieferungen an Russland
Ukraine warnt Iran vor verheerenden Folgen, falls die an Russland gelieferten Fath-300-Raketen ukrainische Zivilisten töten.
Ukraine droht Iran wegen 200 an Russland gelieferter ballistischer Raketen
Die Ukraine hat dem Iran mit „verheerenden“ Konsequenzen gedroht, falls die 200 ballistischen Raketen, die Teheran an Russland übergeben hat, zum Tod ukrainischer Zivilisten führen. Die Drohung, die von einer ukrainischen Verteidigungsquelle über Medien wie The Times verbreitet wurde, spricht von einem „doppelten Preis“, den der Iran zahlen werde, und einer „strengen“ Antwort. Die Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Kiew versucht, den Konflikt zu internationalisieren und diplomatische Fronten jenseits des Donbas zu eröffnen.
Die Nachricht kam für Analystenkreise wie ein Schock. Nicht weil die Botschaft unerwartet war, sondern weil die Ukraine nachweislich nicht über die militärische Fähigkeit verfügt, irakisches Territorium mehr als 2.000 Kilometer von ihren Grenzen entfernt anzugreifen. Die schwebende Frage ist einfach: Wie setzt Kiew diese Drohung um? Und die Antwort liegt vorerst nicht auf dem Tisch.
Was sind die 200 Fath-300-Raketen und warum beunruhigen sie die NATO?
Bei den 200 vom Iran an Russland übergebenen Raketen handelt es sich laut Daten, die von in westlichen Medien zitierten Analysten verwendet werden, um taktische ballistische Fath-300-Raketen mit einer effektiven Reichweite zwischen 30 und 120 Kilometern und einem Gefechtskopf von 150 Kilogramm. Es sind somit Kurzstreckenwaffen, die für Ziele nahe der Front gedacht sind.
Die eigentliche Sorge der NATO gilt weniger dem direkten Schaden dieser Raketen als dem Substitutionseffekt. Durch die Verfügbarkeit der iranischen Fath-300 für taktische Ziele kann Russland seine Iskander-Raketen – mit größerer Reichweite und Präzision – für weiter entfernte Ziele reservieren. Unter diesen weiter entfernten Zielen könnten sich Militäreinheiten befinden, die offiziell nicht in der Ukraine stationiert sind. Das ist der Punkt, der in Brüssel und Washington Beunruhigung auslöst.
Einige vertreten die Ansicht, dass die iranische Lieferung die Tür zu etwas Schlimmerem öffnet: der späteren Ankunft iranischer Raketen mit größerer Reichweite, die 500 Kilometer überschreiten können. Wenn das geschieht, würde sich das Kräftegleichgewicht an der Luftfront erheblich verschieben. In diesem Kontext wird die ukrainische Drohung eher als präventive Warnung denn als tatsächliche operative Fähigkeit gelesen.
Die Logik der Abschreckung: Nützt eine Drohung ohne Handlungsmacht?
In der strategischen Analyse gibt es ein wiederkehrendes Prinzip: Abschreckung funktioniert nur, wenn der Gegner glaubt, dass die Drohung glaubwürdig ist. Hier verliert die ukrainische Warnung an Kraft. Der Iran steht seit Jahrzehnten unter Drohungen der USA und Israels, zwei Mächte mit realer militärischer Fähigkeit, Teheran zu treffen. Wenn er sich diesen Druck nicht gebeugt hat, lässt er sich kaum durch eine Erklärung aus Kiew einschüchtern.
Ein Teil der Analyse geht davon aus, dass die ukrainische Drohung eigentlich eine Botschaft an den Westen ist: „Wenn ihr uns nicht mehr bewaffnet, eskaliert der Konflikt.“ Eine andere Lesart deutet darauf hin, dass Kiew einfach internationale Sichtbarkeit sucht, da die Medienaufmerksamkeit für die Ukraine nachlässt. Der Krieg dauert bereits mehr als zwei Jahre, und Informationsmüdigkeit ist ein gewichtiger Faktor.
Das häufig zitierte historische Vorbild ist die Fatwa gegen Salman Rushdie. Ayatollah Khomeini sprach die religiöse Verurteilung 1989 aus. Der Schriftsteller wurde erst fast drei Jahrzehnte später angegriffen, als ein Anhänger der Revolutionsgarde ihn bei einer öffentlichen Veranstaltung in New York erstach. Einige Analysten ziehen daraus die Lehre, dass iranische Rache nicht den Zeiten der westlichen Kultur der Unmittelbarkeit folgt. Sie kann Jahre oder Jahrzehnte dauern.
Der doppelte Maßstab, den Kritiker anprangern
Auch die Kohärenz des ukrainischen Arguments wird infrage gestellt. Wenn das Kriterium lautet, dass wer Waffen liefert, die Zivilisten töten, einen Preis zahlen muss, dann hätte Russland das Recht, Europa für das Material zu verwüsten, das die NATO an die Ukraine sendet. Dies ist die Argumentation derer, die in der Drohung einen Akt diplomatischen Zynismus sehen.
Das Grundproblem ist, dass die Ukraine keine direkte Möglichkeit hat, dem Iran Schaden zuzufügen. Sie könnte dies nur indirekt tun, über europäische oder amerikanische Verbündete. Und diesem Druck ist der Iran bereits gewohnt. Er erträgt seit Jahrzehnten Sanktionen, Isolation und Drohungen. Eine weitere Warnung eines kriegsführenden Landes ändert nichts an seiner strategischen Kalkulation.
Die Diskussion verfängt sich genau hier: im Unterschied zwischen dem, was die Ukraine möchte, und dem, was sie erreichen kann. Die Drohung ist ausgesprochen. Die Fähigkeit, sie auszuführen, ist vorerst nicht belegt. Währenddessen fährt Teheran fort, Raketen zu liefern.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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