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UK beginnt Ruanda-Abschiebungen; Spanien hinkt hinterher
Das Vereinigte Königreich leitet Abschiebungen nach Ruanda ein, während Spanien nur jeden zehnten Migranten am Flughafen Barajas ausweist. Die Kosten des Systems stehen im Fokus.
UK beginnt Ruanda-Abschiebungen; Spanien hinkt hinterher
Der britische Plan, irregulär Eingereiste nach Ruanda zu schicken, ist von Wahlkampf-Rhetorik zu einem aktiven Programm mit laufenden Festnahmen und Abschiebungen geworden. Die kursierende Zahl lautet 80.000 Abschiebungen pro Jahr, eine Größe, die im Verhältnis zu den tatsächlichen Einreiseströmen nervöses Lachen hervorruft. Das Problem liegt nicht im Flugziel, sondern in der Arithmetik.
Was wurde aus dem Ruanda-Plan
Die britische Regierung hat den Mechanismus aktiviert, bei dem Personen ohne Genehmigung festgenommen und zur Bearbeitung ihres Antrags nach Ruanda verlegt werden. Von konservativer Seite vorangetrieben, überstand die Maßnahme gerichtliche Hürden und Wechsel in der Downing Street. Der neue Premierminister soll diese Politik laut Berichten abtun, was einen Eindruck vom institutionellen Enthusiasmus gibt.
Ein oft wiederholtes Detail ist, dass der ursprüngliche Ideengeber ein konservativer Abgeordneter indischer Herkunft war, was für viele als ironisch empfunden wurde. Migrationspolitik als Paradoxon: Wer sie entwirft, ist selten derjenige, der ihre Folgen trägt.
Warum Spanien nicht das Vereinigte Königreich ist
Der Vergleich mit Spanien ist unvermeidlich, aber auch irreführend. Hier konzentriert sich die Debatte auf den Flughafen Barajas, der laut Kritikern vom Transitpunkt zum Zentrum für Asylbewerber gewandelt wurde. Die Daten zeigen: Die Regierung weist nur einen von zehn irregulären Migranten aus, die dort eintreffen. Im Januar bearbeitete das Innenministerium Ausweisungsbescheide für 108 Personen von tausend Ankömmlingen.
Manche argumentieren, der entscheidende Unterschied liege in der Passkontrolle. Wer über Barajas einreist, hinterlässt Spuren: Foto, Pass, Herkunftsland. Wer die Straße von Gibraltar überquert, tut dies nicht. Daher sind Erstere theoretisch abschiebbar, Letztere bleiben im administrativen Schwebezustand. Die unbequeme Schlussfolgerung: Wenn sie nicht abgeschoben werden, fehlt der politische Wille.
Die Kosten unterlassener Abschiebungen
Kosten sind das stärkste Argument. Jeder unbegleitete Minderjährige kostet 4.200 Euro pro Monat, was über zwei Jahre 100.000 Euro ergibt – dieselbe Summe, die eine einzelne Abschiebung kosten würde. So dargestellt wirkt es wie ein Schnäppchen für die Verantwortlichen oder ein Unsinn, je nach Blickwinkel.
Hinzu kommen Regularisierungspfade: Nach zwei Jahren legalen Aufenthalts kann man eine Aufenthaltserlaubnis wegen sozialer Integration beantragen; nach weiterer Zeit wird die Staatsbürgerschaft zugänglich. Kritiker sprechen von einem geschenkten Personalausweis, der Neuankömmlinge innerhalb eines Jahrzehnts zu Spaniern macht.
Sogwirkung versus Abstoßungseffekt
Die Theorie der Sogwirkung hat ihr Gegenstück: den Abstoßungseffekt. Wer nach Ruanda abgeschoben wird, versucht vielleicht zurückzukehren. Antworten deuten darauf hin, dass Ruanda zwar weit entfernt ist, aber nicht so weit, dass es keinen Billigflug von Ruanda nach Marokko für 100 Euro gäbe. Der Kreislauf schließt sich.
Im Hintergrund steht eine unbeantwortete Frage: Was passiert mit denen, die bereits im Land sind? Neue Ankömmlinge abzuschieben ist etwas anderes als langjährig Ansässige zu entfernen. Dort bietet das britische Modell keine Lösung.
Was, wenn das Problem nicht das Flugziel ist, sondern die Unfähigkeit, das im System Vorhandene zu managen?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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