UEFA Nations League: Aufstieg und Abstieg, Zweifel am Nutzen

Die UEFA Nations League startete 2018 mit vier Auf- und Abstiegen pro Liga. Das Format wirft Fragen nach dem tatsächlichen Wert auf.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

UEFA Nations League: Aufstieg und Abstieg, Zweifel am Nutzen
Nations League startet mit Zweifeln: Vier Aufstiege, vier Abstiege, Diskussion über den Mehrwert

September 2018. Die UEFA lanciert ein neues Nationalmannschaftsturnier im Ligensystem. Die erste Reaktion der Fans ist nicht Begeisterung, sondern Verwirrung. In der Liga A führt Frankreich die Gruppe A1 mit 4 Punkten an, Deutschland hat 1 Punkt bei einem Spiel weniger, die Niederlande stehen bei 0. Die Schweiz dominiert die Gruppe A2 nach einem 6-Tore-Sieg gegen Island. Italien liegt in A3 vorne dank eines 1:1 gegen Polen, während Spanien die Gruppe A4 nach einem 2:1-Auswärtssieg in England anführt. Die Gruppensieger spielen im Juni eine Final Four. So lautet die offizielle Darstellung.

Das Problem beginnt, wenn man fragt, wofür das gut sein soll. Die kurze Antwort: für fast nichts. Die lange Antwort: um Freundschaftsspiele zu reduzieren, Wettbewerbsanreize zu schaffen und Playoff-Plätze zu vergeben. Keine dieser Erklärungen überzeugt jemanden, der sich ein Portugal-Italien am Dienstag ansieht, ohne Cristiano Ronaldo und mit Mario Balotelli zurück im Kader, begleitet von Kontroversen.

Was ist die UEFA Nations League und wie funktioniert sie?

Das Format teilt die 55 europäischen Nationalteams basierend auf dem UEFA-Ranking vom Oktober 2017 in vier Ligen (A, B, C und D) ein. Innerhalb jeder Liga gibt es Gruppen mit drei oder vier Teams, die Hin- und Rückspiele austragen. Die Gruppensieger der Liga A spielen im Juni eine Final Four um den Titel. Vier Teams steigen auf und vier ab pro Liga, eine Zahl, die viele überraschte: Die meisten erwarteten nur einen Auf- und einen Absteiger.

Die Einteilung der Gruppen erfolgte anhand des Rankings vom Oktober 2017, nicht aufgrund der Ergebnisse der WM in Russland. Das erklärt, warum Island – dessen Bevölkerung laut einer verbreiteten Ironie kaum mitbekam, dass sie an der WM teilnahmen – in der Liga A spielt, während Schweden, Russland oder Dänemark, die gute Turniere zeigten, draußen bleiben. Das Kriterium der UEFA ist nun mal dieses, und es wird nicht überprüft.

Der Kalender und die Plätze für EM und WM

Die am häufigsten gestellte Frage in Sportradios war dieselbe wie in jeder Kneipe: Gibt das einen Platz für die Europameisterschaft? Die Antwort ist ja, aber indirekt. Gruppensieger aus jeder Liga, die sich nicht regulär qualifizieren, erhalten einen Playoff-Platz. Das heißt, die Nations League dient als Sicherheitsnetz für Teams, die in der traditionellen Qualifikation scheitern.

Das hat eine praktische Konsequenz: Eine hohe Ligazugehörigkeit erhöht die Chancen auf einen Playoff-Platz. Und eine politische Konsequenz: Teams, die bereits sicher qualifiziert sind, können experimentieren. Daher nutzen manche Trainer die Spiele, um Spieler und Systeme ohne das Risiko eines offiziellen Pflichtspiels zu testen.

Die Debatte über den echten Reiz des Turniers

Einige behaupten, das Turnier sei stärker und unterhaltsamer als eine WM oder EM, weil man in der Liga A gegen drei Top-Gegner im Hin- und Rückspiel antritt, ohne schwache Gegner. Dagegen spricht, dass ein Turnier ohne Geschichte, Tradition und einen erkennbaren Pokal – das Design wurde in Kommentaren oft mit einem Zylinder verglichen – nicht dieselbe Spannung erzeugt.

Der Fall Cristiano Ronaldo ist illustrativ. Der Stürmer wurde für das Debüt nicht nominiert, und seine Abwesenheit wurde als Distanzierung vom Turnier interpretiert. In Italien löste Balotellis Rückkehr Kontroversen aus: Arrigo Sacchi kritizierte die Nominierung mit der Begründung, man müsse „kluge“ Spieler berufen. Der Unterhaltungswert litt darunter.

Die Spiele, die sich gelohnt haben

Nicht alles war enttäuschend. Das Spiel Spanien-Kroatien in Elche endete 3:0 mit Toren von Saúl, Asensio und Carrasco. Das Spiel Spanien-England im Wembley-Stadion endete 2:1 mit einem Tor von Rodrigo. Und das Spiel Spanien-Deutschland in der Finalrunde, wo mehr auf dem Spiel stand, zeigte, dass das Turnier hochklassige Spiele produzieren kann, wenn die Teams es ernst nehmen.

Die Paradoxie besteht darin, dass die besten Momente des Turniers kamen, als es am wenigsten zählte. Die Nations League funktioniert wie die alten Freundschaftsspiele, aber mit dem Label eines offiziellen Wettbewerbs. Allerdings hatten die alten Freundschaftsspiele weder eine Final Four noch Playoffs.

Die Entwicklung des Formats und die anhaltende Kritik

Mit der Zeit wurde das Format erweitert. Für die WM 2026 beinhalten die Playoffs die zwölf Gruppenzweiten der europäischen Qualifikation plus die vier bestplatzierten Gruppensieger der Nations League, die nicht Erster oder Zweiter wurden. Die 16 Teams werden in vier Eliminationsrunden aufgeteilt mit Halbfinals und Finals im K.-o.-System.

Das verleiht dem Turnier eine Relevanz, die es 2018 nicht hatte. Aber die fundamentale Kritik bleibt bestehen: Es ist weiterhin ein Turnier, das keinen direkten Startplatz garantiert, das an unbequemen Terminen stattfindet und mit der traditionellen Qualifikation konkurriert. Die Frage, ob es nützlich ist, bleibt ohne eine Antwort, die alle überzeugt.



Der Punkt, an dem die Analyse ins Stocken gerät: Die Nations League hat bewiesen, dass sie hochklassige Spiele produzieren kann, aber das Legitimitätsproblem nicht gelöst. Ein Turnier, das seinen eigenen Wert jedes Mal erklären muss, wenn es gespielt wird, hat ein strukturelles Problem. Und dieses Problem lässt sich durch eine Final Four nicht beheben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (8834 Antworten).

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