Uclés bringt Granada-Erdbeben mit Lorca in Verbindung, dessen Leiche fehlt weiterhin

Der spanische Schriftsteller David Uclés macht das Erdbeben in Granada für das Fehlen von Lorcas Gebeine verantwortlich. Die historischen Nachbeben ließen nicht lange auf sich warten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

David Uclés macht das Granada-Erdbeben für das Fehlen von Lorcas Gebeine verantwortlich, und die Kontroverse hallt nach

Kann ein Erdbeben dafür verantwortlich sein, dass Federico García Lorca immer noch nicht gefunden wurde? Der spanische Schriftsteller David Uclés hat mit Ja geantwortet: Die Erde bebt, weil der Dichter „noch immer darin liegt" und nicht gefunden wird. Die Äußerung nach dem Erdbeben, das Granada erschütterte, hat einen dialektischen Erdrutsch ausgelöst. Manche sehen darin eine brutal wirksame Metapher; viele lesen sie als das jüngste Stück einer öffentlichen Erzählung, die keinen weiteren Schmutz mehr braucht.

Eine Äußerung, die die Landkarte der Erinnerung spaltet

Kritiker warfen der Aussage rasch Frivolität vor. „Ein Mangel an Respekt gegenüber den Menschen, die ihr Zuhause verloren haben", fasst eine der schärfsten Reaktionen zusammen. Andere zielen auf die Person: ein Schriftsteller mit Baskenmütze und neoländlicher Ästhetik, der „eine Rolle spielt" und entdeckt hat, dass die Kontroverse über den Bürgerkrieg mehr einbringt als Poesie. Auf der Gegenseite stehen jene, die es begrüßen, dass Uclés den Fokus dorthin gerichtet hat, wo es wehtut: Die Dokumente werden weiterhin nicht freigegeben, und Lorcas Leiche ist weiterhin nicht aufgetaucht, 90 Jahre nach seiner Erschießung. Diese Lesart verteidigt, dass die seismische Metapher kein Unsinn ist, sondern eine Klage über die „ominöse Schande eines Landes".

Die Theorie der Familie und das Loch in der Erinnerung

Unter der Schicht politischer Beleidigungen hat der Austausch eine unbequeme These ans Licht gebracht: Lorcas Gebeine liegen nicht im Massengrab von Víznar, weil die Familie sie wenige Tage nach dem Mord exhumieren und auf einem privaten Friedhof beisetzen ließ. Nach dieser Version wurde das Schweigen während des Franco-Regimes gewahrt, setzte sich in der Transition fort, und die Familie hat bis heute nicht dementiert, dass sich die Leiche an einem anderen Ort befindet. Es ist eine Hypothese, aber sie würde die ergebnislosen Ausgrabungen und das öffentliche Geld erklären, das in die Suche investiert wurde. Die Anekdote, die als Brennstoff kursiert: Der Dichter ging hinaus, um seine Zigarettenmarke Lucky Strike zu kaufen, wurde von Vettern erkannt, die ihm die Veröffentlichung von Figuren aus „Bernarda Albas Haus" geschworen hatten, und das besiegelte sein Schicksal.

Von der Erschießung zur Schau: Lorca als Bühne

Der Lärm geht über die Ursachen des Erdbebens hinaus. Mehrere Analysen behaupten, Lorcas Figur sei zu einem einheimischen „Industry Plant" geworden: ein politischer Joker, der hervorgeholt wird, um die Zerrissenheit zu überdecken und den Dichter zur Fahne von Ideologien zu machen, die Lorca selbst angezweifelt hätte. Listen von auf beiden Seiten hingerichteten Intellektuellen werden verlesen, Ramiro de Maeztu oder Joaquín Amigo werden aus der Vergessenheit geholt, und man erinnert daran, dass Lorca mit José Antonio Primo de Rivera befreundet war. Die Zahlen zur Gewalt vor dem Bürgerkrieg tauchen ebenfalls im Streit auf: 196 Tote 1931, 1.457 im Jahr 1934 und mehr als 1.300 in der Revolution von Asturien. Das Ergebnis ist ein Karussell von Totems, bei dem sich die Fakten der Erzählung beugen. Wenn die Eingeweide beben, weiß man ja: Es ist die Erinnerung, die sich nicht begraben lässt. Oder einfach ein Erdbeben, das zur Erklärung keiner Dichter bedarf.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (80 Antworten).

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