Autorin Mora fordert spanische Männer auf, sich zusammenzureißen: kein Mitleid verdient

24 % der spanischen Frauen nehmen Antidepressiva. Die Autorin Mora (Najat El Hachmi) sagt den Männern, sie hätten kein Mitleid verdient. Die Reaktion: Beleidigungen und Morddrohungen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Sarracena an die Männer: Reißt euch zusammen, ihr habt kein Mitleid verdient

24 % der spanischen Frauen nehmen Antidepressiva, laut Daten der Agentur SINC. Diese Zahl ordnet die jüngsten Äußerungen der Schriftstellerin Sarracena (Najat El Hachmi) ein, die spanische Männer in einem Artikel als "privilegiert" bezeichnete und sie aufforderte, "sich zusammenzureißen" und nicht auf Mitleid zu hoffen. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Beleidigungen, Drohungen und eine Welle der Kritik, die viscerale Ablehnung mit Vorwürfen vermengt, eine muslimische Frau mische sich ein.

Sarracena umstrittene Aussage

In ihrem Artikel, veröffentlicht in einem landesweiten Medium, argumentiert Sarracena, dass spanische Männer Geschlechterprivilegien genießen, die sie nicht wahrhaben wollen, und dass sie ihre Verantwortung für die Ungleichheit übernehmen sollten. Der Satz "ihr habt kein Mitleid verdient" löste ein Beben in sozialen Netzwerken und Foren aus, wo zahlreiche Nutzer sie als "ekelige Maure" beschimpften und mit dem Tod bedrohten. Der Ton der Antworten offenbart eine Radikalisierung, die sich nach Ansicht einiger Analysten aus der Krise der traditionellen Männlichkeit und der Ablehnung von Einwanderung speist.

Der Kontext: psychische Gesundheit von Frauen in Spanien

Die Zahl von 24 % der Frauen unter Antidepressiva ist nicht belanglos. Laut derselben Quelle ist der Anteil doppelt so hoch wie bei Männern (12 %), was auf ein weitverbreitetes Unbehagen hindeutet, das über Einzelfälle hinausgeht. Für Sarracena ist diese Zahl ein Symptom einer sozialen Struktur, die Frauen unterdrückt, und deshalb fordert sie die Männer auf, aufzuhören, sich als Opfer zu sehen, und ihren Teil der Veränderung zu übernehmen. Ihre Kritiker halten es dagegen für demagogisch und verächtlich, diese Zahl zu benutzen, um einen Angriff auf spanische Männer zu rechtfertigen.

Reaktionen: zwischen viszeraler Ablehnung und Minderheitenunterstützung

Während in sozialen Netzwerken rassistische und sens Beleidigungen dominieren ("das soll ihr Vater lesen, wenn er sie findet", "sie kann in der Wüste predigen"), gibt ein gemäßigterer Teil zu bedenken, dass die Autorin teilweise recht hat, wenn auch ihre Form kritisiert wird. Die Mehrheit der Antworten ist dennoch einhellig in der Verurteilung dessen, was man als Einmischung einer Frau maghrebinischer Herkunft in die Geschlechterfragen Spaniens betrachtet. "Über Patriarchat in Spanien reden, während in ihren Ländern die Frauen nicht einmal Auto fahren dürfen", lautet eines der immer wiederkehrenden Argumente.

Der Hintergrund: Einwanderung, Feminismus und Doppelmoral

Sarracena Nationalität ist ein Schlüsselfaktor für die Ablehnung. Dass eine muslimische Frau westliche Männer kritisiert, wird von vielen als Paradoxie, wenn nicht als Heuchelei empfunden. Andere sehen in dieser Kritik jedoch eine Gelegenheit, die eigenen Vorurteile zu überprüfen: Wenn eine Frau aus einer patriarchalischeren Kultur auf den spanischen Machismus hinweist, liegt das Problem vielleicht tiefer, als man zugeben möchte. Die Diskussion ist jedenfalls weiterhin offen und von der Polarisierung vergiftet.



Was keine Analyse ganz erklären kann: Warum, obwohl alle Fakten auf dem Tisch liegen, die Debatte fast immer in Beleidigungen und Drohungen abgleitet. Die Frage, die in der Luft hängt, ist, ob die spanische Gesellschaft bereit ist, unbequeme Kritik zu hören, ohne zu verbaler Gewalt zu greifen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (25 Antworten).

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