Ubuntu 19.10 integriert NVIDIA-Treiber erstmals im ISO

Ubuntu 19.10 Eoan Ermine erscheint am 17. Oktober 2019 mit integrierten NVIDIA-Treibern, experimentellem ZFS und schnellerem LZ4-Start.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ubuntu 19.10 integriert NVIDIA-Treiber erstmals im ISO
Ubuntu 19.10 liefert standardmäßige NVIDIA-Unterstützung und experimentelles ZFS

Am 17. Oktober 2019 veröffentlichte Canonical Ubuntu 19.10, Codename Eoan Ermine. Das Image ist etwas über 2 GB groß und nur als 64-Bit-Version verfügbar; wer eine Neuinstallation wünscht, muss es von der offiziellen Website herunterladen, da es seit der letzten LTS keine direkte Upgrade-Pfad gibt. Es verspricht dank LZ4-Kompression den schnellsten Start aller Zeiten. Zudem bricht es zwei Traditionen: Proprietäre NVIDIA-Treiber sind erstmals im ISO enthalten, und das Dateisystem ZFS erscheint als Installationsoption, wenn auch als hochgradig experimentell markiert.

Neuerungen in Ubuntu 19.10 Eoan Ermine

Der Versionsprung ist erheblich. Linux Kernel 5.3, GNOME 3.34 und PulseAudio 13.0 kommen zusammen mit den neuesten Versionen von Firefox, Thunderbird und LibreOffice. Das Yaru-Thema und die Icons wurden überarbeitet, der App-Launcher unterstützt nun Ordner-Erstellung, die Kalender-Ereigniserstellung wurde verbessert und neue Hintergrundbilder sind verfügbar. Keines dieser Details allein wäre eine Schlagzeile wert, aber sie summieren sich: Dies ist die letzte reguläre Version vor der nächsten Langzeitunterstützung (LTS), ein Detail, das alles Weitere bestimmt.

Auf dem Papier ist das Kronjuwel der Startvorgang. Die LZ4-Kompression sollte bessere Startzeiten liefern als jede vorherige Version. Das Problem ist jedoch, dass durchschnittliche Nutzer nicht alle sechs Monate neu installieren, um Stoppuhren zu messen.

Wer kann auf 19.10 aktualisieren und wer muss warten?

Ein direktes Update von Ubuntu 19.04 ist möglich. Von 18.04 LTS aus nicht: Diese Nutzer müssen auf die nächste LTS, Ubuntu 20.04, warten. Diese Aufteilung ist kein technischer Laune, sondern die Folge eines Modells mit zwei unterschiedlichen Unterstützungsgeschwindigkeiten, das intern schwer zu vereinbaren ist.

In der Praxis hat jeder, der auf einer LTS sitzt und Eoan Ermine testen möchte, zwei Wege: Über ein Jahr warten oder eine Neuinstallation mit einem ISO von etwas mehr als zwei Gigabyte durchführen. Und nur 64-Bit, da 32-Bit-Images nicht mehr existieren. Mit diesem Ausgangspunkt kollidieren alle Bequemlichkeitsversprechen mit einer unbequemen Realität für Besitzer älterer Hardware im Keller.

NVIDIA-Treiber im ISO: Der Bruch mit der Tradition

Jahrelang war die Installation von Ubuntu mit NVIDIA-Grafikkarten ein Ritual: Frisches System, flackernder Bildschirm und ein ganzer Nachmittag im Kampf mit proprietären Treibern. Nun bietet bereits der Installationsbildschirm die Option, den neuesten Treiber für die Karte auszuwählen. Ein Novum in der Distro-Geschichte.

Diese Entscheidung ist im freien Software-Ökosystem kontrovers, da viele darin ein Zugeständnis an proprietären Code sehen. Das unter Nutzern verbreitete Gegenargument ist pragmatischer: Wenn dir der Computer und die Grafikkarte gehören, zahlt ideologische Reinheit nicht die Stromrechnung. Der erklärte Vorteil ist klar für ein spezifisches Profil – den Gamer –, der sich diesen unangenehmen Schritt spart.

Der Kampf um 32-Bit-Software: Steam und WINE

Die andere offene Front betrifft 32-Bit-Bibliotheken, deren offizielle Unterstützung weitgehend eingestellt wurde. Nach Kontroversen mit Valve und Steam verpflichtete sich Canonical, einen funktionalen Bereich für Legacy-Software wie Steam und WINE aufrechtzuerhalten. Es ist ein Versprechen des Mindestmaßes, das niemanden vollständig zufriedenstellt.

Tatsächlich behaupten einige, das Problem sei bereits gelöst: Valve integriert Wine in Steam, was die Ausführung von Windows-Titeln unter Linux ermöglicht. Die Gegenansicht ist, dass die Abhängigkeit vom guten Willen eines Dritten für die eigene Spielebibliothek keine robuste Architektur darstellt. Der Zweifel bleibt bestehen.

Kann man unter Linux wie unter Windows spielen und Fotos bearbeiten?

Hier scheiden sich die Geister. Auf der einen Seite stehen jene, die sagen, Spiele laufen besser als unter Windows und dass Steams Wine-Integration keine Ausreden lässt. Auf der anderen Seite stehen jene, die meinen, solange die Leistung nicht mit Windows gleichzieht, zählt das System nicht.

Grafikprobleme entfachen die Gemüter weiter. Manche Nutzer beschreiben einen Umwegreichen Weg zur Fotobearbeitung, Videomontage oder einfachen Collage, endeten beim Kauf von PaintShop Pro im Bundle und fanden nach eigener Erfahrung, dass es GIMP haushoch schlägt. Antworten von der Gegenseite listen Alternativen auf: zehn Fotobearbeiter, beste Video-Schnittprogramme, kostenlose kompatible Büro-Suiten wie WPS Office. Ein weiterer praktischer Tipp: Zum Formatieren von USB-Sticks genügt das Tool „Disks“; für WhatsApp reicht ein Browser mit synchronisierter Sitzung. Die Lücke liegt nicht bei den Werkzeugen, sondern bei der Reibung.

LTS gegen Sechs-Monats-Releases: Ein ungelöster Krieg

Die häufigste Kritik richtet sich nicht gegen Ubuntu 19.10 selbst, sondern gegen den Zyklus, der es hervorbringt. Kritiker argumentieren, dass die intermediären Sechs-Monats-Versionen eine Katastrophe sind, die das Unternehmen hartnäckig pflegt und die Nutzer durch Fehler und Überraschungen vertreibt. Die einzige sinnvolle Empfehlung, so ihr Argument, ist das Bleiben bei der LTS.

Verteidiger des Zyklus behaupten, diese Releases seien faktisch Betas für fortgeschrittene Nutzer, und der Fehler liege darin, nicht genug zu betonen, dass normale Nutzer immer die LTS verwenden sollten. Unterdessen verlagert sich die Diskussion auf Alternativen: Debian 10 als Referenzwahl, Mint für Komfort trotz seines Rufs, veraltet zu sein. Darunter die wiederkehrende Ironie: 2020 wird das Jahr von Linux.

Mit Kernel 5.3 innen, NVIDIA-Treibern aus dem Versteck und 32-Bit-Support in der Schwebe setzt Canonicals Modell auf Bequemlichkeit statt Dogma. Ob dies ausreicht, um jemanden davon abzuhalten, zum Installieren von Windows zu formatieren, beantwortet keine Oktober-Version allein.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (108 Antworten).

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