Linux scheitert am Desktop: Die Schuld liegt nicht beim OS

Ohne Hersteller-Treiber und mit vorinstalliertem Windows bleibt Linux im Desktop-Bereich Nische. SteamOS ändert die Gleichung kaum.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Linux scheitert am Desktop: Die Schuld liegt nicht beim OS

Das Urteil wiederholt sich seit fast drei Jahren: Linux funktioniert, aber nicht für dich. Nicht wegen eines Systemfehlers, sondern weil der Hersteller deiner Grafikkarte, deines Druckers oder deines Laptops nie etwas unternommen hat, um Kompatibilität zu gewährleisten. Dort beginnt das Problem.

Ein Betriebssystem wird nicht an seinem Kernel gemessen, sondern daran, was man damit tun kann, ohne ständig kämpfen zu müssen. Auf diesem Feld schleppt Linux Ballast mit sich, der bei jedem Versuch wieder auftaucht: fehlende Treiber, beängstigende Partitionen und Menüs, in denen installierte Anwendungen nicht erscheinen.

Die Unterstützung durch den Hersteller entscheidet den Kampf

Wer Linux dafür verantwortlich macht, dass ein Spiel nicht startet, blickt in die falsche Richtung. Die ausführbare Datei wird entweder für Windows oder für Linux kompiliert, und der Anbieter investiert nur in die Version, die ihm Marktanteile bringt. Linux unterstützt OpenGL ebenso wie Windows, aber ein Aufruf von generic_file_aio_read ist nicht dasselbe wie ein CreateFile, auch wenn beide das gleiche Ergebnis liefern.

Manche sagen es unverblümt: Wer inkompatible Hardware kauft, sollte nicht das System kritisieren, sondern den Hersteller, der keinen Treiber veröffentlicht. Diese Nuance ist wichtig. Kein kostenloses Betriebssystem kann ein Unternehmen zwingen, Code dafür zu schreiben. Aber der Nutzer, der für seinen Laptop bezahlt hat, sollte diese Rechnung nicht ebenfalls tragen müssen.

Auch Windows ist keine makellose Alternative

Die Erzählung, dass unter Windows alles reibungslos läuft, bricht bei der ersten Gelegenheit zusammen. Ein Forum-Nutzer berichtete, dass ein neuer Laptop mit vorinstalliertem Windows 10 länger für die Selbstinstallation brauchte als Ubuntu auf einem älteren, langsameren Rechner. Und viele der folgenden Stunden wurden damit verbracht, Software zu deaktivieren, die niemand installiert haben wollte.

Die andere Seite ist die Sicherheit. Laut dem Bericht eines Forums-Nutzers hinterließ ein neunjähriges Kind einen frisch gekauften PC mit Windows innerhalb einer Woche voller Viren und Trojaner, nachdem er typische Downloads ausgeführt hatte. Die Alternative ist nicht einfach ein Bicho-Programm: Es ist ein Modell, in dem die gesamte Software signiert aus Repositories kommt und niemand ausführbare Dateien von zufälligen Websites herunterlädt.

Das Distributions-Chaos: sudo, su und leere Menüs

Linux ist kein einzelnes Betriebssystem, sondern ein Kernel, an den jeder seine eigenen Teile anfügt. Das Ergebnis sind Dutzende von Distributionen, die untereinander inkompatibel sind, jede mit ihren Eigenheiten. Eine Debian-Installation kann ohne konfiguriertes sudo ausgeliefert werden, und in GNOME erscheinen neu installierte Anwendungen nicht immer im Menü. Bei Mint zeigte das Terminal 195 Pakete an, die aktualisiert werden konnten.

Die technische Debatte darüber, ob sudo oder su besser ist, löst oft hitzige Diskussionen aus. Was sie jenseits des Details offenbart, ist, dass Heimanwender unfreiwillig zum Systemadministrator werden.

SteamOS und das Versprechen von Gaming auf Linux

Der Aufstieg von SteamOS, mit Valve, das auf Linux und plattformübergreifende Spiele setzt, hat den Ton verändert. Wie ein Teilnehmer berichtete, konnte Wine bereits das berühmte Crysis, Warcraft III und einen Großteil des Steam-Katalogs ausführen, mit uneinheitlichen, aber spielbaren Ergebnissen. Und wer behauptet, Spiele würden auf Windows nicht mehr funktionieren, übertreibt: OpenGL läuft auf jeder Plattform.

Die abschließende Ironie stammt von jemandem, der das System zunächst abwertete und es am Ende doch installierte: Was ihn an Linux am meisten störte, wurde schließlich das, was ihn am meisten fesselte. Das Chaos, die Bugs und die Unsicherheit jedes Updates wirken wie Adrenalin, das Windows, allzu berechenbar, nicht bietet.



Da die Hersteller noch zögern und Android – ein Linux-Kernel – die Hosentasche dominiert, ohne so genannt zu werden, bleibt der Desktop das verlorene Schlachtfeld. Niemand wettet darauf, dass Linux dieses Jahr die Oberhand gewinnt. Aber auch nicht darauf, dass es im Versuch verschwindet.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (376 Antworten).

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