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Tucker Carlson in Madrid: Kritik an Amnestie
Tucker Carlson besucht Ferraz mit Santiago Abascal und betont, die Welt müsse die Lage in Spanien sehen.
Carlson bei Abascal in Ferraz: „Die Welt muss Spanien sehen“
Tucker Carlson moderiert zwar nicht mehr seine Sendung bei Fox News, taucht aber weiterhin dort auf, wo sich das Geschehen abspielt. Der US-Journalist wurde in der Straße Ferraz, vor dem Hauptsitz der PSOE, zusammen mit dem VOX-Chef Santiago Abascal gesehen. Es war kein Höflichkeitsbesuch: Carlson kam im Rahmen der Proteste gegen die Amnestie.
„Die Welt muss sehen, was in Spanien passiert, es bekommt nicht die Berichterstattung, die es verdient“, erklärte er. Die Botschaft verbreitete sich schnell. Sein Post auf X verzeichnete laut den im Thread genannten Zahlen 1,6 Millionen Aufrufe, 43.000 Likes und 9.000 Retweets.
„Wer die Verfassung verletzt, ist ein Diktator“
Gegenüber dem Online-Medium okdiario fügte Carlson einen weiteren Satz hinzu, der sich wie ein Lauffeuer verbreitete: „Wer die Verfassung verletzt, ist ein Diktator“. Das Ziel dieser Aussage bedarf keiner Erläuterung. Der Journalist griff damit den Rahmen der Proteste gegen die Amnestie auf, ein Thema, das die antiglobalistische Rechte seit Langem auf die internationale Agenda setzen will. Dass ein konservativer US-Kommentator mit Millionen Anhängern dies von Madrid aus wiederholt, ist genau das, was diese Gruppe angestrebt hat.
Ein Sprachrohr, das nicht mehr von einem großen Sender abhängt
Relevant ist nicht nur, wen er interviewt, sondern wovor er keine Angst mehr hat. Carlson verließ Fox und arbeitet seither frei: Interviews mit Gleichgesinnten, Touren durch Europa und eine antiglobalistische Rhetorik, die keinen Redaktionsweg mehr durchläuft. Eine Deutung besagt, dass gerade diese Unabhängigkeit — außerhalb der Kontrolle eines großen Senders — es ihm ermöglicht, Orte zu erreichen, die anderen verwehrt sind. Dagegen spricht das Gegenargument: Ohne den Schirm von Fox ist sein direkter Einfluss auf die europäische Meinung begrenzt, auch wenn sein Echo in den sozialen Medien enorm ist.
Spanien als internationale Bühne
Für einen Teil des Publikums zählt weniger, was Carlson sagt, als vielmehr, was die Szene projiziert: Spanien als Schaufenster. Die oft wiederholte These lautet, dass die Proteste gegen die Amnistie aufhören, ein rein innerstaatliches Thema zu sein, und zur internationalen Referenz für die antiglobalistische Rechte werden.
Andere relativieren die Bedeutung. Das meistzitierte Gegenbeispiel ist die umgekehrte Situation: Ein linksgerichteter spanischer Moderator, der während Trumps Amtszeit nach Washington gefahren wäre, um zu protestieren. „Unbedeutend“, heißt es dazu, sei noch untertrieben. Tatsächlich dreht sich die Diskussion weniger um Carlson als darum, wie viel Gewicht eine ausländische Unterstützung in der spanischen Politik wirklich hat.
Der Verbündete, dem einige misstrauen
Nicht jeder, der den Besuch feiert, hat ein reines Gewissen. Manche erinnern daran, dass Carlson kein neutraler Gast ist: Vor Jahren hätte er behauptet, lateinamerikanische Migranten, die in die USA kommen, sollten nach Spanien abgeschoben werden — eine Aussage, die Kritiker jedes Mal hervorholen, wenn er im Land eintrifft. Andere entgegnen, dass diese Lesart den ursprünglichen Kontext seiner Worte verdreht. Das Misstrauen richtet sich weniger gegen das, was er hier sagt, als gegen seinen Hintergrund.
Auch der Zirkus hat Publikum
Der Szene fehlt es nicht an Absurdität. Da gibt es jene, die den Effekt feiern, und jene, die eine Karikatur des Landes sehen: Dass ein ausländischer Kommentator kommt, um eine Demonstration zu legitimieren, wird von der Gegenseite als Zeichen dafür gewertet, dass die öffentliche Debatte abhängig von externer Bestätigung geworden ist. Ein Beobachter fasste es spöttisch zusammen: „Von geringer internationaler Sichtbarkeit bis hin zum einflussreichsten US-Kommentator, der vorbeikommt, ist es ein weiter Weg.“ Die Frage ist, in welche Richtung man diesen Weg geht.
Zudem steht ein Interview zwischen Carlson und Abascal bevor. Damit wird der Besuch vom Spaziergang zum Produkt. Wie viel davon außerhalb Spaniens veröffentlicht wird und welche Wirkung es erzielt, kann derzeit niemand beantworten.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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