Transzendenz: Der Streit um Luxus oder Ego-Trug

Ist die Suche nach Transzendenz ein Privileg derer, deren Grundbedürfnisse bereits gedeckt sind? Die Debatte stellt persönliche Erleuchtung der Realität gegenüber.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Transzendenz: der letzte Luxus derer, die sich keine Gedanken mehr über die Hypothek machen müssen?

Die Suche nach Transzendenz war schon immer ein Privileg derer mit vollem Magen. Oder zumindest behauptet das eine Analyse, die bezweifelt, dass Erleuchtung mehr ist als ein Zeitvertreib der Reichen. Die Diskussion geht von einer These aus: Wahre Transzendenz besteht darin, das Warum hinter Wünschen und Handlungen zu verstehen, über die schafsgleiche Masse zu lachen und sich auf reine Emotionen wie Liebe oder Musik zu konzentrieren. Das Problem, entgegnet die skeptische Stimme, sei, dass dieses Geschwafel klingt wie ein billiges Selbsthilfebuch und vor allem wie ein Luxus, den sich nur leisten kann, wer alle Bedürfnisse gedeckt hat. Wer gerade so über die Runden kommt, hat keine Zeit, sich zu fragen, ob seine Motivationen flüchtig sind oder ob sein ihm Ego einen Streich spielt.

Das Ego und die Falle des 'alles macht gleich glücklich'

Wer Transzendenz als individuellen Weg verteidigt, argumentiert, dass das Ego unsere Emotionen steuert, die meisten seiner Motivationen aber flüchtig sind. Die Lösung: sich um Unnötiges nicht kümmern und dem wahren Weg der Emotion folgen, egal was andere denken. Der Gegenargumentation zufolge mündet diese Haltung jedoch in einen gefährlichen Relativismus: Wenn alles gleich glücklich macht, ist es egal, ob man Bach hört oder einen schlechten Musiker. Außerdem wird angemerkt, dass diese Philosophie an Crowleys Gesetz von Thelema erinnert –"Tue, was du willst, soll das ganze Gesetz sein"– nur eben für Instagram angepasst, wobei Motivation mit Wille verwechselt wird.

Tod und Steuern: die letzte Bastion der Bürokratie

Die Debatte driftet ins Unvermeidliche ab: Was passiert nach dem Tod? Mit Ironie wird vorgeschlagen, dass es, falls es ein Jenseits gibt, sicherlich eine Behörde mit Beamten und endlosen Schlangen sein wird, wo die Einkommensteuer ISR heißt und man Mehrwertsteuer sogar für das Atmen von Äther zahlt. Die einzige echte Transzendenz, so der Scherz, wäre der Behörden entkommen zu sein. Im Kern bleibt jedoch die unbequeme Frage: Wenn Erleuchtung ein Luxus ist, den man sich leisten können muss, welche Transzendenz bleibt dann dem, der nur über die Runden kommen will?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (16 Antworten).

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