Toter Rollerfahrer in Granada ohne Helm bei 120 km/h

In Granada stirbt ein Mann nach einem Sturz mit einem illegal modifizierten E-Roller, der 120 km/h erreichte. Die gesetzliche Höchstgeschwindigkeit liegt bei 25 km/h.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Toter Rollerfahrer in Granada ohne Helm bei 120 km/h
E-Roller mit 120 km/h: Toter in Granada ohne Helm

Sechs Uhr abends auf einer Straße in Granada. Eine sanfte Kurve, wie man sie gedankenlos nimmt. Der Fahrer des E-Rollers rutscht weg, verliert die Kontrolle, stürzt und schlägt mit dem Kopf auf den Asphalt. Er trug keinen Helm. Das Trauma war schwerwiegend und am Donnerstag, einen Tag nach dem Unfall, starb der Mann im Krankenhaus Virgen de las Nieves. Er war 41 Jahre alt, hätte am 15. Geburtstag gefeiert, und hatte die venezolanische Staatsangehörigkeit.

Die Lokalpolizei gab am Freitag eine Information heraus, die die Bewertung des Vorfalls ändert: Das Gerät, auf dem er unterwegs war, konnte 120 Stundenkilometer erreichen. Zwei Motoren mit je 3.500 Watt. Die gesetzliche Obergrenze für persönliche Mobilitätsfahrzeuge (VMP) liegt bei 25 km/h. Fast fünfmal weniger.

Was ist ein persönliches Mobilitätsfahrzeug und warum war dieses keines

Die Polizei selbst räumt die Komplexität der Klassifizierung ein. Obwohl es wie ein E-Roller aussieht, kann es aufgrund seiner technischen Merkmale nicht streng als VMP betrachtet werden. Die rechtliche Definition reserviert diese Bezeichnung für Fahrzeuge, die ausschließlich durch einen Elektromotor angetrieben werden und Geschwindigkeiten von zwischen 6 und 25 km/h erreichen können. Laut den Daten der Normen, die in der Diskussion zitiert wurden, liegt die Leistungsgrenze bei 1.000 Watt ohne Selbstbalancierungssystem und 2.500 Watt mit diesem System, bei einem maximalen Gewicht von 50 Kilogramm und zwei Metern Länge. Das Opfer fuhr ein Gerät mit zwei Motoren zu je 3.500 Watt.

Die Beamten untersuchen nun, ob das Gerät manipuliert wurde, was es direkt illegal machen würde, oder ob es über einen anderen Weg als zugelassenes Elektrofahrzeug im Sinne eines Motorrads oder Mopeds legalisiert wurde. Diese Frage entscheidet alles Weitere.

Welche Pflichten hat ein legaler E-Roller?

Es gibt keine Regelungslücke, auch wenn es so scheint. Jede Gemeinde kann den Verkehr nach ihren eigenen Regeln regeln, aber die Generaldirektion für Straßenverkehr (DGT) erinnert an gemeinsame Mindestbedingungen: Verbot der Fahrt auf Gehwegen, Autobahnen, Schnellstraßen oder innerstädtischen Tunneln, Geschwindigkeit darf 25 km/h nicht überschreiten und Helm ist Pflicht.

Daraus ergibt sich die Beschwerde, die in der Diskussion wiederholt wurde: In der Praxis teilen sich auf demselben Radweg ein Gerät, das auf 25 km/h begrenzt ist, und ein anderes, das über 100 km/h fährt.

Tödliche Unfälle haben sich in einem Jahr verdoppelt

Der Vorfall in Granada ist statistisch keine Seltenheit. Zwischen September 2021 und September 2022 haben sich tödliche Unfälle mit E-Rollern verdoppelt, mit 13 Todesopfern, laut einer Studie der Fundación MAPFRE. Nach Anzahl der Unfälle führt Katalonien die Liste mit 22 an, gefolgt von den Balearen (18), Aragonien (11) sowie Andalusien und den Kanarischen Inseln, beide mit 8.

Die Datenerhebung endet dort. Was danach kam, ist in den verfügbaren Statistiken nicht enthalten.

Das Geschäft mit der Manipulation von E-Rollern

Man muss kein Ingenieur sein. Es gibt Werkstätten, in denen diese Geräte manipuliert werden, und im Internet sowie in sozialen Netzwerken kursieren Anleitungen dazu. Ein fabrikseitig auf 25 km/h begrenzter E-Roller kann am Ende weit über der gesetzlichen Grenze fahren.

Die Folge ist eine graue Kategorie von Geräten, die weder Fahrräder noch Motorräder sind.

Bremsen, kleine Räder und Helmpflicht

Hier verhandelt die Physik nicht, und in der Diskussion wurde immer wieder dasselbe Argument vorgebracht: Ein Motorrad hat größere Räder, bessere Stabilität, Aufhängungen und Bremsen, die auf sein Gewicht ausgelegt sind, sowie Vorschriften, die das Tragen eines Helms erzwingen. Ein E-Roller nicht. Mikroräder, ohne Aufhängung und mit Bremsen, die nicht für solche Geschwindigkeiten konzipiert sind.

Einige berichten aus eigener Erfahrung. „Ich betreibe regelmäßig Balance-Sportarten, aber einmal mietete ich einen dieser urbanen E-Roller und werde nie wieder einen besteigen. Das Unsicherheitsgefühl durch das Vorderrad ist bei jeder Manövrierung, jedem Abbiegen und jedem Schlagloch konstant.“ Ein ähnlicher Bericht hebt den Helm als einzige Barriere hervor: „Ich hatte einen Sturz mit einem Fahrradhelm. Der Helm war gebrochen, aber ich hatte nur eine Beule. Wenn ich den Helm nicht getragen hätte, wäre ich tot gewesen.“



Zusammenleben auf dem Gehweg und Hintergrundgeräusche

Die Angst geht in beide Richtungen. Autofahrer geben an, ihre Fahrten in der Stadt zu verkürzen, aus Angst, einen E-Roller ohne Licht und gegen die Fahrtrichtung zu erwischen. Nutzer von Radwegen berichten von unberechenbaren Manövern. Und wer fordert, E-Roller nicht zu verbieten, sondern zu wissen, welches Gerät ihm entgegenkommt.

Die Herkunft des Verstorbenen, die in den Berichten erwähnt wurde, diente in einigen Foren dazu, den Fokus auf die Einwanderungsdebatte zu lenken. Nichts davon erklärt den Unfall, der einem ziemlich einfachen Muster folgt: Fehlen eines Helms und ein Gerät, dessen technische Merkmale Gegenstand der Ermittlungen sind.

Die Ermittlungen dauern an

Während die Beamten die Legalität des Fahrzeugs klären, versuchen Freunde des Verstorbenen, den Leichnam nach Venezuela zu überführen, und haben mangels finanzieller Mittel ein Bankkonto eröffnet, um Hilfe zu erbitten. Die Untersuchung hat die zentrale Ungewissheit nicht geklärt: Mit welcher tatsächlichen Geschwindigkeit er fuhr und wie ein Gerät, das die gesetzliche Grenze fast verfünffachen konnte, auf einer Straße in Granada landete, ohne dass jemand es vorher gestoppt hatte.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (145 Antworten).

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