Tofu: Drei Mahlzeiten für 1,50 €, aber geschmacklos

Ein Forennutzer sagt, dass Tofu 1,50 € kostet und für drei Mahlzeiten reicht, doch sein Geschmack ist schlecht; Berechnungen zeigen 1,55 € pro Proteinportion.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Tofu: Drei Mahlzeiten für 1,50 €, aber geschmacklos
Tofu für 1,50 €: Sättigt drei Mahlzeiten, schmeckt nach nichts

Laut einem Forennutzer kostet ein Block Tofu 1,50 € und reicht für drei üppige Mahlzeiten. Das Problem, offen eingeräumt vom Käufer, ist, dass sein Geschmack und seine Textur „schlecht“ sind und er nach nichts schmeckt. Die Gleichung ist so einfach wie unbequem: Fleisch ist sehr teuer, Tofu ist eine der günstigsten pflanzlichen Alternativen auf dem Markt, und dennoch steht das Produkt vor einer Hürde, die nicht wirtschaftlich, sondern sensorisch ist. Wer ihn täglich konsumiert, verteidigt ihn nicht aus Genuss, sondern wegen des Preises.

Die Diskussion über Tofu als billigen Ersatz für tierisches Protein läuft seit einiger Zeit in Verbraucherforen. Und der Konsens, falls es einen gibt, ist nuancierter als es scheint: Niemand sagt, er sei gut, fast alle geben zu, dass er funktioniert. Er sättigt enorm, löst ein schnelles und gesundes Abendessen und sein Preis in spezialisierten Lebensmittelläden ist mit keinem Fleischprodukt schwer zu unterbieten. Allerdings muss man den Geschmack erst aufbauen.

Warum Tofu nach nichts schmeckt (und wie man es behebt)

Das am häufigsten wiederholte Argument zur Rechtfertigung seines fehlenden Geschmacks ist auch das offensichtlichste: Eine Hähnchenbrust schmeckt ohne Würze auch nach nichts. Ungewürzte Kartoffeln, Spaghetti ohne Salz oder Öl oder ein Salat ohne Dressing haben dasselbe Problem. Tofu ist keine Ausnahme, er ist die Norm bei fast jedem rohen Protein. Der Unterschied ist, dass Fleisch einen fetten und würzigen Ausgangspunkt hat, den Tofu nicht bietet.

Rezepte, die im Umlauf sind, um ihm Leben einzuhauchen, stimmen in drei Punkten überein. Erstens, ihn vor dem Braten gut mit Küchenpapier trocknen: Feuchtigkeit verhindert das Bräunen. Zweitens, ihn in breiten Streifen mit wenig Öl braten, bis Farbe entsteht. Drittens, ihn marinieren oder mit Sojasauce, Ingwer —frisch oder eingelegt—, Curry, Zitrone oder einer süß-scharfen Note anbraten. Austernsauce erscheint als übliches Mittel, wenn auch nicht ohne Kontroverse: Manche haben sie einmal verwendet und das Gericht ruiniert, weil sie zu viel davon ohne Maßangaben hinzugefügt haben.

Für schnelle Gerichte funktioniert zarter Tofu in Würfeln mit Sojasauce und Lauchstreifen als improvisierter Salat. Festerer Tofu verträgt Anbraten mit Paprika und Zwiebeln. Und wer weitergehen will, findet Mapo Tofu —mit trocken geröstetem Sichuan-Pfeffer und scharfer Bohnenpaste— als Lieblingsrezept mehrerer Hobbyköche, obwohl Sichuan-Pfeffer die Zunge betäubt und die Paste wirklich scharf ist.

Der reale Preis: 1,55 € pro 25 Gramm Protein

Hier kommt die Zahl, die die Erzählung von Tofu als billigem Lebensmittel widerlegt. Eine Preisanalyse pro 25-Gramm-Proteinportion, durchgeführt bei Supermarkt- und Fachhandelsprodukten, stuft Tofu als das Teuerste im Vergleich ein: 1,55 €. Darunter liegen feines texturiertes Soja (0,25 €), Weizengluten (0,30 €), Semolina-Spiralen (0,32 €), Haferflocken (0,33 €), Couscous (0,38 €), Erdnussbutter (0,49 €) und Zwölf-Korn-Brot (0,57 €).

Die Schlussfolgerung ist unbequem für die Rede vom billigen Tofu: Wenn man pflanzliches Protein zum niedrigstmöglichen Kosten sucht, gibt es mindestens sieben günstigere Alternativen im selben Warenkorb. Tofu gewinnt durch Vielseitigkeit und Textur, nicht durch Preis pro Gramm Protein. Wer ihn zum Sparen kauft, sollte zuerst ins Regal mit den Haferflocken schauen.

Seitan, texturiertes Soja und Gluten, das nicht jedem bekommt

Die am häufigsten genannte Alternative ist Seitan. Ihn zu Hause aus Weizenglutenmehl und Kichererbsenmehl im Verhältnis 80-20 herzustellen senkt die Kosten drastisch im Vergleich zum fertigen Produkt, dessen Preis sich vervielfacht. Das Problem ist, dass Gluten nicht jedem bekommt, und manche warnen, dass es für bestimmte Mägen „problematisch“ ist.

Feines texturiertes Soja positioniert sich als die günstigste Option von allen, mit 0,25 € pro Proteinportion. Haferflocken, Couscous und Erdnussbutter vervollständigen eine Liste von Alternativen, die selten in Gesprächen über vegetarische Ernährung auftauchen, aber im Taschenrechner klar gewinnen.

Währenddessen behauptet Tofu seine Nische: Wer ihn günstig im Fachhandel kauft und gekonnt zubereitet, erhält ein Lebensmittel, das satt macht, Abendessen löst und das Budget nicht sprengt. Wer ihn im allgemeinen Supermarkt kauft, findet ein Produkt mit unerkennbarem Geschmack und höherem Preis als in asiatischen Läden.

Umami, Glutamat und Misstrauen gegenüber Exotischem

Die Unterhaltung driftet hin zu Umami und Glutamat, diesem Geschmacksverstärker, der selbst kein Geschmack ist. Manche fragen, ob der Geschmack von chinesischem Essen an etwas erinnert, das sie nicht aussprechen wollen, und die technische Antwort lautet, dass Glutamat hervorhebt, was bereits vorhanden ist. Ohne vorherige Würzung gibt es nichts hervorzuheben.

Skepsis gegenüber exotischen Zutaten taucht auch als Verdacht auf: Soja ist überwiegend gentechnisch verändert, und dies deaktiviert für einen Teil der Verbraucher das Argument, dass Tofu ein „natürliches“ Produkt sei. Bio-Tofu, argumentieren sie, vermeidet Zusatzstoffe, ist aber auch der teuerste.

Fermentiertes Soja, Miso und Brühe in zehn Minuten

Wer eine funktionale asiatische Speisekammer aufbauen möchte, nutzt eine Liste, die getrocknete Pilze, Reisnudeln, zwei oder drei Algensorten, getrockneten Daikon, Miso und Tamari umfasst. Damit lässt sich in gut zehn Minuten eine anständige Brühe improvisieren, ohne die Mängel einer Instant-Variante aus dem Supermarkt. Das Einweichwasser der Shiitake-Pilze konzentriert einen Geschmack, der als Basis genutzt wird.

Daikon-Streifen werden eingeweicht und wie Nudeln gegessen, ebenso wie Kelp-Algen, die mit Stäbchen wie Pasta aufgenommen werden. Tamari enthält, wenn echt, beim ersten Fermentationsprozess keinen Weizen, nur Soja, und ist daher teurer. Konventionelle Sojasauce enthält Gluten, ein Detail, das viele überrascht.

Fermentation, Schilddrüse und Warnungen, die man ernst nehmen sollte

Fermentation reduziert Phytinsäure in Tofu, aber bleibt die Frage offen, ob sie auch Isoflavone beeinflusst. Und hier tauchen Warnungen auf: Schilddrüsenprobleme und Brustkrebs als Risiken bei hohem Sojakonsum. Dies sind Behauptungen, die ohne schlüssige Belege im verfügbaren Material kursieren und mit Vorsicht behandelt werden sollten, indem man einen Gesundheitsdienstleister konsultiert, bevor man Tofu zur Basis der Ernährung macht.

Auf der anderen Seite behaupten manche, Soja liefere Östrogene, die die Libido steigern und bis zu einem gewissen Grad anabol wirken. Diese Aussage wird ohne weiteren Beweis außer der Überzeugung des Autors gemacht. Weder das eine noch das andere ist hier bewiesen.

Was verloren geht, wenn man nur Muskelfleisch isst

Eine Strömung erinnert daran, dass primitive Menschen bereits Innereien und gelatineartige Gewebe aßen, nicht nur Muskel. Die „schlechten“ Teile des Fleisches, reich an Glycin und Kollagen, bieten Gelenknutzen und gleichen Methionin-Überschuss aus. Billiges Hackfleisch, argumentieren sie, ist eine bessere Option als Filetsteak zu Goldpreisen, und Glyzin-Ergänzungsmittel sind nicht teuer.

In dieser Lesart konkurriert Tofu nicht mit Fleisch: Er konkurriert mit dem günstigsten pflanzlichen Protein auf dem Markt, und dort verliert er. Er gewinnt in anderen Dingen. Er sättigt, löst ein Abendessen und deckt bei 1,50 € pro Block drei Mahlzeiten ab. Wie viel ist es wert, dass etwas nach etwas schmeckt?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (126 Antworten).

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