TikTok-Star attackiert Sánchez: Wohnkosten fressen Gehälter

TikTok-Star kritisiert Sánchez wegen Mietpreisen: „PSOE und PP sind gleich“. 900 Euro für ein Abstellkammerlager versus Hypothek auf 156 m² in Valladolid.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

TikTok-Star attackiert Sánchez: Wohnkosten fressen Gehälter
TikTok-Star attackiert Sánchez wegen Mieten: „PSOE und PP sind gleich“

Wie stark müssen die Mieten steigen, damit der Ärger nicht nur ein Video bleibt, sondern sich in Wahlstimmen niederschlägt? Eine TikTok-Nutzerin mit beträchtlicher Reichweite hat ihre Abrechnung mit dem spanischen Regierungschef wegen der Immobilienpreise veröffentlicht. Das Ergebnis ist keine technische Analyse, sondern eine Parole, die einen ganzen Zyklus zusammenfasst. „PSOE und PP sind gleich“, sagt sie.

Das Video bringt keine neuen Daten. Genau das ist seine Stärke. Jeder, der in den letzten Jahren in einer Großstadt nach einer Wohnung gesucht hat, erkennt die Situation ohne Grafiken wieder. Das Bemerkenswerte ist nicht die Wut – die gibt es schon lange –, sondern wen sie adressiert und mit welchem Argument. Sie fordert nicht mehr, besser zu wählen. Sie verlangt Erklärungen.

Die Rechnung geht nicht auf: 900 Euro für ein unbeleuchtetes Lager

Der Ausgangspunkt ist ein Preis. 900 Euro monatlich für ein unbeleuchtetes Abstellkammerlager: Das ist es, was im Video steht und was man heute auf den Mietportalen halb Spaniens überprüfen kann. Mit dieser Zahl auf dem Tisch ergibt sich der Vergleich von selbst.

Für denselben Betrag pro Monat zahlt man in einer mittelgroßen Provinzstadt – als Beispiel dient Valladolid mit 300.000 Einwohnern – die Hypothek für eine Dreizimmerwohnung mit zwei Bädern, 156 Quadratmetern und Terrasse gegenüber einem Park. Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand: Madrid ist nicht einfach teuer. Madrid und der Rest des Landes gehören bereits nicht mehr zum selben Immobilienmarkt, ja nicht einmal mehr zum selben Land.

Warum wird nicht mehr gebaut? Der Engpass beim Boden

Hier bleibt das Video vage, und genau hier wird die Diskussion interessant. In Spanien darf auf eigenem Grund nichts errichtet werden, bevor eine Kette von Behörden von lokal bis national grünes Licht gegeben hat. Der Grundstückseigentümer entscheidet nicht: er wartet. Und während er wartet, zahlt er.

Die am häufigsten zitierte Berechnung betrifft die Kosten vor dem ersten Stein: bis zu 40.000 Euro ausgegeben, bevor der erste Spatenstich erfolgt, für Genehmigungen, Gutachten, Gebühren und Formalitäten. Wenn das stimmt – und Projektentwickler widersprechen selten –, startet jedes Bauprojekt mit einem Rucksack, den am Ende der Mieter trägt. Das wiederkehrende Argument ist nicht, dass es an bauenden Politikern fehlt, sondern dass es zu viele genehmigende Politiker gibt.

25.000 öffentliche Wohnungen und ein Plan, der nicht alle erreicht

Die institutionelle Antwort existiert und hat Zahlen. Die Autonome Gemeinschaft Madrid verfügt über mehr als 25.000 öffentliche Wohnungen, diese sind jedoch für Gruppen reserviert, die die Normen als besonders schutzbedürftig definieren. Der Plan Vive von Madrid umfasst 10.500 gebaute erschwingliche Wohnungen und hat in Zusammenarbeit mit acht Banken 1.800 Hypotheken ermöglicht, wobei mehr als 3.000 junge Menschen davon profitierten.

Das Problem ist der Trichter. Wenn die Nachfrage das geschützte Angebot deutlich übersteigt, wird die Warteschlange zu einem Selektionsmechanismus, bei dem nicht der Bedürftigste gewinnt, sondern wer sich zuerst bewirbt. Hier stellt sich die unbequeme Frage: Wer kommt wirklich dran? Denn das Profil der jungen Frau aus dem Video – Spanierin, mit Job – passt selten in die Bewertungskriterien.

Sind die Wohnpolitiken Sache des Staates oder der Regionen?

Es hängt davon ab, welchen Teil man betrachtet. Die Bodenordnung hat einen staatlichen Rahmen, aber ihre regionale Ausgestaltung macht den Markt praktisch zu siebzehn verschiedenen Märkten. Die gute Frage, die niemand klar beantwortet, lautet: Was ist der tatsächliche Unterschied zwischen den Bodengesetzen der von der PSOE regierten Regionen und denen der PP?

Wenn die Antwort „keiner“ lautet, stärkt dies die These des Videos automatisch: Es ist egal, wen man wählt, denn der Rahmen ändert sich nicht. Wenn die Antwort „einige“ lautet, hat sich niemand die Mühe gemacht, sie mit Zahlen zu erklären. Und ohne Zahlen bleibt die Diskussion über Wohnraum bei Parolen stehen.

Migration, Demografie und Mietangebot: Der Faktor, der überall durchscheint

Ein Teil der Analyse argumentiert, dass der Druck auf die Mieten ohne die Demografie nicht erklärbar sei: In den letzten zwei Jahrzehnten habe Spanien einen Bevölkerungszufluss erhalten, der weit über dem in derselben Zeit gebauten Wohnraum lag, und dies führe in einem starren Angebotsmarkt zu Preiserhöhungen. Die oft genannte Zahl ist rund 15 Millionen Menschen in zwanzig Jahren, eine Schätzung ohne Aufschlüsselung, die mit Vorsicht behandelt werden sollte.

Der zweite demografische Faktor ist weniger diskutiert, aber aufschlussreicher: Familien mit fünf oder sechs Mitgliedern sind durch Haushalte mit einer oder zwei Personen ersetzt worden. Mehr Wohnungen werden benötigt für weniger Menschen pro Wohnung. Hinzu kommt der Rückgang des Mietangebots nach jeder regulatorischen Reform, das Argument, das am häufigsten auftaucht, wenn gefragt wird, warum es weniger verfügbare Wohnungen gibt als früher.

Das noch ausstehende Ende

Niemand bestreitet den Ärger. Man streitet über den Adressaten. Einige glauben, dass dieser Unmut der perfekte Treibstoff ist, um neue Eingriffe in das Privateigentum zu rechtfertigen, andere behaupten das Gegenteil: Was nötig sei, sei, dass der Gesetzgeber aufhört zu handeln und Rechtssicherheit für Eigentümer und Mieter gleichermaßen garantiert. Beides passt in dieselbe Unzufriedenheit, und keines hat bisher gewonnen.

Einziger unbestrittener Punkt ist die Arithmetik. Wenn in zwanzig Jahren viel mehr Menschen hinzukommen, als Wohnungen gebaut werden, verschwindet der Nachfrageüberschuss nicht: Er flüchtet in den Preis. Das Video wird längst vergessen sein, bevor dieser Preis sinkt. Und wer es gedreht hat, hat unterdessen bereits dafür bezahlt bekommen.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (218 Antworten).

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