Thronfolgerin Leonor und der Kadett aus dem Opus Dei

Fotos von Leonor mit einem Kadett, der dem Opus Dei zugerechnet wird, entfachen die Debatte über den zukünftigen Gemahl: neun Geschwister und militärische Laufbahn.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Thronfolgerin Leonor und der Kadett aus dem Opus Dei
Leonor und der Kadett vom Opus Dei: Neun Geschwister und Militärakademie

Die Fotos, die El Español veröffentlicht hat und auf denen Prinzessin Leonor neben einem jungen Kadetten zu sehen ist, haben die Maschinerie der genauen Prüfung des zukünftigen Gemahls wieder in Gang gesetzt. Der Genannte soll laut den verbreiteten Informationen ein Schüler der Militärakademie sein, Sohn von Ärzten und mit neun Geschwistern, aufgewachsen in einem religiösen Umfeld. Es gibt keine offizielle Bestätigung einer sentimentalen Verbindung. Das spielt keine Rolle: Das Porträt des Kandidaten – militärisch, kinderreiche Familie, fromm – hat ausgereicht, um eine Diskussion wieder zu öffnen, die weit über Klatsch hinausgeht. Was für eine Person sitzt eines Tages neben der Krone, und was sagt dieses Profil über das Land, das sie trägt?

Wer ist der junge Mann, der der Prinzessin zugeschrieben wird?

Das zirkulierende Profil beschreibt ihn als einen Schüler mit guter Leistung und militärischer Ausbildung, aus einer Ärztefamilie stammend. Das am häufigsten genannte Detail ist die Größe des Clans: neun Geschwister. Hinzu kommt seine Zugehörigkeit zu einem religiösen Milieu, das als verbunden mit dem Opus Dei bezeichnet wird. Auf dem Papier passt er zum Idealbild eines vorzeigbaren Schwiegersohns: ordentlich, diskret, gebildet und ohne Skandale.

Es gibt auch Stimmen, die diesen Lebenslauf mit Skepsis lesen. Eine kinderreiche Familie der oberen Mittelschicht, die eines ihrer Kinder an die Akademie bringt, sei keine Ausnahme, sondern ein Muster, so argumentieren einige Kritiker: das Muster jener, die sich die Jahre der Ausbildung und die Empfehlungen leisten können, die andere nicht haben. Der Traumgemahl ist, so gesehen, kein individueller Verdienst, sondern ein Produkt seiner sozialen Klasse.

Kommt man an die Militärakademie durch Noten oder durch Vetternwirtschaft?

Der wichtigste Einwand gegen den Kandidaten ist nicht sein Nachname, sondern sein Zugang. Angesichts des Verdachts auf Begünstigung wird im Diskurs behauptet, dass die meisten Kadetten ohne vorherige akademische Qualifikation eintreten und ihre Ausbildung über fünf Jahre an der Akademie absolvieren. Wer bereits mit einem Universitätsabschluss kommt, ist in der Minderheit und trägt, wie argumentiert wird, das Etikett, kein „echter“ Absolvent („pata zaina“) zu sein.

Das bedeutet: Der Weg des jungen Mannes wäre nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Eine andere Sache ist das Gewicht der Familie. Der Zugang zu bestimmten Posten und Beförderungen hängt, so wird behauptet, eher von Mentoren ab als von Aktenzeichen, genau wie in jeder geschlossenen Institution. Die Kontroverse ist im Grunde keine militärische, sondern eine Frage der Klasse und der Türen.

Geburtenrate als Indikator für den Gemahl

Unter all dem liegt ein sehr sichtbares wirtschaftliches Thema. Religiöse und kinderreiche Familien werden als Gegenpol zu einer Demografie dargestellt, die sich nicht reproduziert. Manche behaupten, die Zukunft gehöre den Haushalten mit mehr Kindern und einer Rückkehr zu einem traditionelleren und gläubigeren Land.

Hinter dem Gemahl steht ein Streit darüber, wer Kinder hat und wer dafür bezahlt. Die Nachricht, die die Diskussion eröffnet, treibt es mit Bitterkeit auf die Spitze: schnelle Heirat, Kinder bekommen mit 21 Jahren und der Krone sechs oder sieben Erben schenken. Die Ironie definiert gut die Stimmungslage. Was wie Promi-Klatsch aussah, wird als unbeabsichtigte Bevölkerungspolitik gelesen.

Kate Middleton, Lady Di und die Obsession mit dem Blutadel

Jede königliche Hochzeit aktiviert das Vergleichsarchiv. Man erinnert sich daran, dass Lady Di eine Spencer war, eine der großen aristokratischen Familien des Vereinigten Königreichs, und dass ihre Ehe mit einem Thronfolger nie eine Geschichte vom Tellerwäscher zum Millionär war: Es war ein Bündnis zwischen Häusern. Kate Middleton wird als das Modell eines Gemahls erwähnt, das funktioniert, und manche schlagen Sverre Magnus von Norwegen als Alternative vor.

In Spanien stellt sich die Frage anders. Wenn der Gemahl ein Militärsohn von Ärzten ist, ohne „blaues Blut“, was bleibt von der Monarchie als dynastischer Institution? Manche antworten, dass die Krone auf Dienstleistung beruht, nicht auf dem Stammbaum. Und manche glauben, dass ohne die Fiktion der Reinheit das Gerüst zusammenbricht.

Der Gemahl als Rolle, nicht als Person

Das Auffälligste an diesem Vorfall ist das geringe Gewicht, das die benannte Person darin hat. Niemand diskutiert ihre Ideen, ihre Arbeit oder ihren Charakter. Diskutiert werden ihre Herkunft, die Größe ihrer Familie und ihr Zugang zu einer Militäreinrichtung. Tatsächlich debattiert man die Funktion: Was muss ein Gemahl beitragen – Dynastie, Erscheinungsbild, Nachkommenschaft – und was darf er sein?

Die Kalkulation ist kalt und sehr aktuell. In einem Land mit wenigen Kindern und alternder Bevölkerung wird der zukünftige Schwiegersohn nicht danach gemessen, wer er ist, sondern danach, was man von ihm erwartet, dass er hervorbringt. Nach diesen Kriterien geht jeder Kandidat geschwächt hervor. Und die Prinzessin ist währenddessen weiterhin das einzige Stück auf dem Schachbrett, nach dem fast niemand fragt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (192 Antworten).

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