These vom Zusammenbruch der USA gewinnt an Bedeutung

Oberst Wilkerson behauptet, die US-Fiskalkrise sei früher eingetreten als erwartet. Analyse zu imperialem Kollaps, Stellvertreterkriegen und 5 % des BIP.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

These vom Zusammenbruch der USA gewinnt an Bedeutung
These vom Zusammenbruch der USA gewinnt an Bedeutung

Die Idee, dass die Vereinigten Staaten auf einen wirtschaftlichen Kollaps und eine mögliche territoriale Fragmentierung zusteuern, ist nicht neu, hat aber aufgehört, ein Zeitvertreib für Untergangspropheten zu sein. Der Ausgangspunkt der Diskussion ist ein Interview mit Oberst Lawrence Wilkerson, dem ehemaligen Stabschef von Colin Powell, in dem er behauptet, die amerikanische Fiskalkrise sei früher als erwartet eingetreten und das Ende des Imperiums werde radikale Änderungen in der Außenpolitik erzwingen. Die zentrale These: Ein Land, das sich auf elf Flugzeugträger und einen Drucker stützt, kann nicht unbegrenzt durchhalten.

Die Diagnose stützt sich auf eine Kette angesammelter Missstände: Nixons Ausstieg aus dem Goldstandard, der Petrodollar als Krücke, kriegerischer Imperialismus, Runden quantitativer Lockerung, explodierende Staatsverschuldung und eine nur durch den Status des Dollars als Reservewährung eingedämmte Inflation. Hinzu kommt der Verlust der inneren Kohäsion – politische, religiöse und ethnische Spaltung – sowie eine massive Immigration, die laut dieser Lesart den Arbeitsmarkt belastet und das nationale Gefühl verwässert.

Die Beschleunigung der Geschichte als Schlüsselvariable

Das Argument, das diese These von Lehrbuch-Prophezeiungen unterscheidet, ist der Zeitfaktor. Die Geschichte läuft aufgrund von Technologie und Transportmitteln viel schneller als vor zwei oder fünf Jahrhunderten. Aufstieg und Verfall von Imperien komprimieren sich. Eine Erschütterung an der Wall Street wird sofort in Wladiwostok gespürt. Das Römische Reich brauchte Jahrhunderte für seinen Fall; dieses hat diesen Luxus nicht.

Daraus folgt die wiederkehrende Schlussfolgerung: Es ist keine Frage des Ob, sondern des Wann. Und dieses Wann rückt nach Ansicht der Pessimisten näher. Die zweite Trump-Administration wird als fortlaufender Unsinn beschrieben, mit einem seit seiner Wiederwahl "entfesselten" Präsidenten.

Stellvertreterkrieg, fremde Ressourcen und 5 % des BIP

Das Verhaltensmuster, das dem verfallenden Imperium zugeschrieben wird, hat drei Vektoren. Erstens die Suche nach einem Stellvertreterkrieg in Europa, um Russland und Europa selbst zu schwächen, Schulden loszuwerden, wirtschaftliche Rivalen auszuschalten und von Wiederaufbaukosten zu profitieren. Die Rechnung scheiterte am russischen Widerstand. Nun tritt Washington zurück, drängt seine europäischen Verbündeten nach vorne und verlangt 5 % des BIP für Militärausgaben.

Der zweite Vektor ist die Aneignung natürlicher Ressourcen ohne Entschädigung der Produktionsländer. Ukraine, Venezuela, Grönland. Im venezolanischen Fall soll Maduro eine Aufteilung angeboten haben, die die US-Seite ablehnte, weil sie alles will, hundert Prozent. Grönland kommt über die Sicherheitskarte ins Spiel, aber das echte Interesse ist bergbaulich und geostrategisch. Genannte Präzedenzfälle sind Puerto Rico, Philippinen, Hawaii, Kuba und Panama.

Der dritte ist die Liste der Ölziele: Irak, Iran. Mit Nordkorea legt man sich nicht an, denn es hat den großen Knüppel.

Russland, China und Brzezinskis Albtraum

Einer der meistdiskutierten Nebeneffekte ist geopolitischer Natur. Durch die Belästigung Russlands hat der Westen es in Chinas Arme getrieben, das laut dieser Lesart es im Bärengriff umarmen wird, um es im richtigen Moment zu erstechen. Es ist buchstäblich Brzezinskis Albtraum. Die gezogene Schlussfolgerung: Die US-Eliten haben einen groben Kalkulationsfehler begangen.

Der Rest der Welt beobachtet das erratische Verhalten und nimmt Notiz. Die zweite Trump-Administration wird als Unsinn hinter Unsinn beschrieben, und Nationen und Blöcke handeln entsprechend.

Und Europa? Kolonie ohne Rechte und Dominoeffekt

Die Frage, die über der Analyse schwebt, ist, was mit Europa geschieht, wenn das Imperium fällt. Die dominierende Antwort: Europa ist seit 1945 eine Kolonie ohne Rechte, lebt im Frieden Amerikas und alles, was in den USA passiert, wird hier landen. Europäische Führer wären den faktischen Mächten untergeordnet, die in New York, Washington und London operieren.

Die Warnung bezüglich Spaniens ist explizit: Es ist noch nicht kollabiert, aber das gesamte System finanziert sich über Schulden und sinkende Löhne. Man kann nicht so viele Schmarotzer finanzieren. Wenn dies nicht korrigiert wird, geht das Land schneller zugrunde als die USA. Die externe Abhängigkeit ist fast total: Ohne EU-Mittel ade.



Wo die Analyse feststeckt, ist derselbe Punkt wie immer: Niemand weiß, wie lange ein Imperium braucht, um zu fallen. Es könnte ein Jahrzehnt oder drei sein. Die einzige gemeinsame Gewissheit ist, dass der Drucker nichts repariert, sondern nur Zeit kauft. Und die Zeit vergeht diesmal schneller als je zuvor.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (136 Antworten).

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