The War Zone sieht Russland vor einem strategischen Desaster

Laut The War Zone hat Russland den Krieg in der Ukraine bereits verloren: Logistikfehler, beispiellose Sanktionen und ein bewaffneter Aufstand machen jeden russischen Sieg zunichte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

The War Zone sieht Russland vor einem strategischen Desaster

Einen Monat nach Russlands Invasion in der Ukraine fällt die Militäranalyse von The War Zone vernichtend aus: Russland hat den Krieg bereits verloren, unabhängig davon, ob es seine militärischen Ziele vor Ort erreicht. Der Text, der in einem Forum zur Konfliktbeobachtung nachgedruckt wurde, argumentiert, Moskau habe entscheidende taktische Realitäten falsch eingeschätzt — den Zusammenhalt und den Kampfeswillen der ukrainischen Bevölkerung, den Mut ihrer politischen Führung, das Können ihrer Luftverteidigung und die Entschlossenheit der NATO und der Europäischen Union — und die eigenen Fähigkeiten massiv überschätzt: die Effektivität seiner Luftwaffe, Menge und Zuverlässigkeit seiner Präzisionswaffen, Qualität und Entschlossenheit seiner Bodentruppen und vor allem die Logistik, die nötig wäre, um eine Operation über die anfängliche Bombardierung hinaus aufrechtzuerhalten. Selbst die Fähigkeit der russischen Armee zu realistischer Planung und wirksamer Führung und Kontrolle schien innerhalb weniger Tage zu zerfallen. Das Ergebnis sei eine strategische Sackgasse: Russland kann jede Schlacht gewinnen und jede Stadt einnehmen, aber es hat die ukrainische Bevölkerung gegen einen gemeinsamen Feind geeint, den Westen gegen sich vereint und seine Wirtschaft zum Ziel beispielloser Sanktionen gemacht, die das Land laut der Analyse in einer Weise lahmlegen werden, die es sich nicht einmal vorstellen konnte.

Russlands militärischer Kalkulationsfehler

Die Liste der Fehler, die die Analyse auflistet, ist vernichtend. Die russische Luftwaffe erreichte nicht die erwartete Lufthoheit; die Standoff-Waffen erwiesen sich als knapp und unpräzise; die Bodentruppen zeigten weniger Entschlossenheit und Qualität als erwartet; und die Logistik, die auf einen einzigen Eröffnungsschlag ausgelegt war, brach zusammen. Innerhalb weniger Tage fehlten realistische Planung und wirksame Führung völlig. Es gibt keine Integration oder Konfliktvermeidung zwischen den Feldkommandeuren, und kein einheitliches Kommando leitet den Kriegseinsatz. Diese mangelnde Koordination erklärt, warum eine als Blitzschlag geplante Operation zu einem langsamen Bluten wurde.

Der ukrainische Widerstand und der menschliche Faktor

Die Analyse betont, dass Russland die ukrainische Bevölkerung gegen einen gemeinsamen Feind geeint und das Bild seiner eigenen Kampfkräfte dramatisch verbessert hat, während es sein eigenes Ansehen auf der Weltbühne beschädigte. Im Forum wird diskutiert, ob die Ukraine ein fruchtbarer Boden für einen Aufstand ist. Ein Teilnehmer argumentiert, das Land sei überwiegend städtisch, flach und landwirtschaftlich geprägt, für Guerillakrieg wenig geeignet, und seine Bevölkerung, gewohnt an einen fast europäischen Lebensstandard, habe nicht die Härte eines afghanischen Kämpfers. Die Antwort kommt mit Zahlen: Die Ukraine umfasst 600.000 km², verglichen mit 300.000 in Vietnam oder 17.300 in Tschetschenien, und befindet sich seit 2014 im Krieg, mit einer praktisch militarisierten Gesellschaft. Dazu kommt der General Schlamm: die Regenzeit, die Felder in Fallen für Fahrzeuge verwandelt. Ein weiterer Teilnehmer fügt hinzu, dass die Menge an Kleinwaffen, die ins Land strömt — Gewehre, Karabiner, Pistolen, Scharfschützengewehre —, zusammen mit einer erfahrenen zivilen Kampftruppe und einer gefechtserprobten Armee jede Besetzung verurteilt. Jede Kugel, so heißt es, werde eine Bedrohung sein.

Beispiellose Sanktionen und Russlands Isolation

Der Text bezeichnet die westlichen Sanktionen als eine Massenvernichtungswaffe im eigenen Recht. Sie würden die russische Wirtschaft zerstören, die finanziellen Reserven des Kremls schnell erschöpfen und das Land von den globalen Märkten abschneiden, die für sein Überleben entscheidend sind. Zwar handelt der russische Energiesektor, mehr als ein Drittel der Wirtschaft, weiterhin mit vielen Ländern, doch die internationale Entwicklung hat sich bereits zurückgezogen, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese Geschäfte drastisch langsamer laufen. China, so heißt es, könne die verlorenen Märkte bei weitem nicht ersetzen. Im Forum wird der Credit-Suisse-Stratege Zoltan Pozsar, ein ehemaliger Mitarbeiter der Federal Reserve und des US-Finanzministeriums, zitiert, um die These zu stützen, dass Sanktionen kein Zauberstab sind: Wenn du glaubst, dass der Westen Sanktionen entwerfen kann, die Russland maximalen Schmerz zufügen und gleichzeitig die Risiken für die Finanz- und Preisstabilität im Westen minimieren, dann kannst du auch an Einhörner glauben.

Der materielle Preis einer Besetzung

Selbst wenn Russland seine grundlegenden militärischen Ziele erreichte, lautet die Frage, was es dafür erhält. Die Analyse ist eindeutig: Wird der Konflikt zu einer Besetzung, ist die Aussicht unglaublich düster. Und dieser Punkt zu erreichen, wird die beeindruckenden militärischen Fähigkeiten Russlands zusätzlich kosten. Wenn der Widerstand anhält und Russland mit seiner verabscheuungswürdigen Einebnung ganzer Städte fortfährt, wird der Großteil des Landes in Trümmern liegen, wenn der konventionelle Konflikt endet. Im Forum heißt es, ein Aufstand, finanziert von den reichsten Nationen und geführt von gefechtserprobten Kämpfern in einem Land, das mit modernen Panzerabwehr- und Luftabwehrwaffen überschwemmt ist, sei ein Todesurteil für jeden Besatzer. Ein Teilnehmer fasst es zusammen: Russland hat Erfahrung in Tschetschenien, deren Menschen härter und fanatischer sind als die Ukrainer. Ein anderer erinnert daran, dass der afghanische Widerstand die größte wirtschaftliche Niederlage der Geschichte war, mit Geldsäcken, die ins Meer geworfen wurden, um sehr arme Menschen zu töten.

Propaganda und Kontrolle der Erzählung

Die Analyse warnt, dass sorgfältig redigierte Propaganda nur bis zu einem gewissen Punkt trägt. Wenn die Regale und die Mägen leer sind, die Finanzfutures zu einem schwarzen Loch werden und viele Söhne in einem mystischen Konflikt in der Ukraine verschwinden, wird die öffentliche Wahrnehmung des Krieges immer schwerer zu kontrollieren und die negative Stimmung immer schwerer zu unterdrücken. Das Regime, das diesen Krieg begonnen hat, so heißt es, könnte sich bald auf nationaler Ebene ums Überleben kämpfen. Im Forum wird debattiert, ob ein Sieg dem russischen Volk verkauft werden könnte, wenn bestimmte Erfolge unangetastet blieben und die wahren Verluste verborgen würden. Die Schlussfolgerung des Textes: Das wäre mit allen Fakten auf dem Tisch ein schwer zu verteidigender Fall.

Risse in der westlichen Erzählung

Nicht alle Teilnehmer kaufen den Rahmen. Manche bemerken, die Analyse sei ein Propagandapamphlet, und niemand wisse wirklich, was Pilingui Minimalziele seien, denn sie steckten nicht in seinem Kopf. Kritisiert wird, dass der Text selbst behauptet, Russland habe „bereits verloren", während er einräumt, dass es seine militärischen Ziele erreichen könne — was als Schwächezeichen der Erzählung gedeutet wird. Andere halten dagegen, der Krieg richte sich nicht gegen Russland, sondern Europa werde verlieren, und die USA würden sich mit dem Gasverkauf die Taschen füllen. Und wieder andere erinnern daran, dass die Ukraine nur 400 km von Moskau entfernt liegt und Russland Atomwaffen besitzt — ein Faktor, den keine Analyse ignorieren kann. Die Diskussion dreht sich darum, ob die Zahlen zur Unterstützung einer Union mit Russland null Glaubwürdigkeit haben, wie die katalanischen Unabhängigkeitsreferenden, oder ob der ukrainische Widerstand ein Restterrorismus fürs Wochenende sein wird. Die Meinungsverschiedenheit ist total.



Mit diesen Zutaten ist jede Prognose ein Wagnis. Liegt die Analyse richtig, ist Russland in einem Sumpf gefangen, aus dem es nur mit katastrophalen Verlusten herauskommen kann. Liegt sie falsch — wenn die russische Widerstandskraft größer ist, als es scheint, und der Westen müde wird —, ändert sich das Bild vollständig. Das Einzige, was sicher ist: Der Kriegsmonat hat eine Fülle von Daten hinterlassen, die der Idee eines schnellen Sieges widersprechen. Und dass, wie ein Teilnehmer sagt, wer angreift, über eine sehr starke Wirtschaft und eine tadellose Logistik verfügen muss. Russland scheint im Moment beides nicht zu haben.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (81 Antworten).

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