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Kanada teilt eine 1,2 km lange Grenze mit Dänemark – und die EU-Debatte flammt auf
Kanada teilt auf der Hans-Insel eine 1,2 km lange Landgrenze mit Dänemark. Der Maastricht-Vertrag blockiert einen EU-Beitritt, doch die Debatte bleibt offen.
Kanada teilt eine 1,2 km lange Grenze mit Dänemark – und das öffnet die Debatte über einen EU-Beitritt neu
Es gibt eine 1,2 Kilometer lange Landgrenze zwischen Kanada und Dänemark. Das ist kein Tippfehler und kein geografischer Scherz: Es ist das Ergebnis des sogenannten Whisky-Kriegs, eines diplomatischen Konflikts, der 2022 mit der Aufteilung der Hans-Insel beigelegt wurde. Darauf aufbauend stellte ein viraler Tweet die Frage: Wenn Kanada dänischen Boden berührt, könnte es dann den Beitritt zur Europäischen Union beantragen? Die kurze Antwort lautet nein, aber der Weg zu diesem Nein ist nicht so einfach, wie er scheint.
Was ist die Hans-Insel und warum gibt es eine Grenze zwischen Kanada und Dänemark?
Die Hans-Insel ist ein unbewohnter Fels von gut einem Quadratkilometer in der Nares-Straße, zwischen Grönland (dänisches Gebiet) und der Ellesmere-Insel (Kanada). Jahrzehntelang hissten beide Länder abwechselnd ihre Flagge und hinterließen eine Flasche Whisky oder Schnaps als freundliche Provokation. 2022 wurde eine Vereinbarung unterzeichnet, die die Insel in zwei Hälften teilt und die einzige Landgrenze zwischen Kanada und einem europäischen Land schafft. Daher stammt die Angabe von 1,2 km.
Kann Kanada der Europäischen Union beitreten?
Nein, zumindest nicht nach dem Maastricht-Vertrag. Artikel 49 verlangt, dass der Bewerber ein europäischer Staat ist. Kanada ist es nicht. Der Vertrag selbst schränkt in Artikel 49 den Beitritt auf Länder des Kontinents ein. Manche verweisen darauf, dass Zypern 2004 beitrat, obwohl es geografisch in Asien liegt, aber es wurde wegen seiner griechischen Kulturverbindungen und seiner Mitgliedschaft im Europarat akzeptiert. Dieses Präzedenzfall gilt nicht für Kanada.
Das Grönland-Problem und das Präzedenzfall der Färöer
Obwohl Dänemark EU-Mitglied ist, gehören Grönland und die Färöer nicht zur Union. Grönland trat 1985 nach einem Referendum aus, die Färöer traten nie bei. Das heißt, die 1,2 km lange Landgrenze führt nicht an EU-Gebiet, sondern an ein dänisches Gebiet außerhalb der EU. Das Argument des Tweets stützt sich auf eine Verbindung, die rechtlich nicht existiert.
Die Reaktionen: von Skepsis bis zur klaren Ablehnung
In der Debatte vermischen sich sehr unterschiedliche Positionen. Ein Teil ist der Ansicht, die EU habe bereits genug mit ihren eigenen Problemen zu tun, und die Aufnahme Kanadas wäre ein Fehler. Andere erinnern daran, dass nach einer im Thread kursierenden Rechnung 70 % des kanadischen Handels in die USA gehen, sodass das wirtschaftliche Interesse an einem Beitritt zweifelhaft ist. Wieder andere weisen darauf hin, dass Kanada Konflikte mit Europa hatte, etwa den Heilbuttstreit oder Fischereistreitigkeiten, und kein bequemer Partner wäre.
Was würde mit der NATO und den USA passieren?
Kanada ist Gründungsmitglied der NATO, und seine Allianz mit den USA ist strukturell. Jede Annäherung an die EU würde an dieser Bindung scheitern. Zudem hat die EU keine Zuständigkeit für kollektive Verteidigung: Das ist Sache der NATO. Die Vorstellung, Kanada könne der EU beitreten, würde eine Neudefinition seiner Außenpolitik erfordern, die weder Ottawa noch Washington je ins Spiel gebracht haben.
Der Präzedenzfall Zypern und andere Fälle, die nicht durchgehen
Vergleiche wurden mit Zypern gezogen, das 2004 trotz seiner geografischen Lage der EU beitrat. Auch Island wurde erwähnt, das nicht in der EU ist, ebenso wie Israel, das ebenfalls nicht beigetreten ist. Die ungeschriebene Regel lautet: Die EU akzeptiert Ausnahmen bei einer starken kulturellen und institutionellen Bindung, aber nicht wegen einer Grenze der Bequemlichkeit halber. Französisch-Polynesien gehört beispielsweise zu Frankreich und damit zur EU, ist aber kein unabhängiges Land.
Der Kontext: Trump, Grönland und der Handel
Die Debatte über Kanada und die EU überschneidet sich mit einem anderen Thema: dem Interesse der USA an Grönland. Manche sehen in diesem Vorgehen Druck auf Dänemark, der die Arktis neu ordnen könnte. In diesem Szenario würde die 1,2 km lange Grenze zwischen Kanada und Dänemark von einer Anekdote zum Symbol. Aber das ist Spekulation, keine vollendete Tatsache.
Fazit: eine echte Grenze, ein unmöglicher Beitritt
Kanada teilt 1,2 km Grenze mit Dänemark. Das ist eine Tatsache. Ob es der EU beitreten könnte, ist eine andere Frage. Der Maastricht-Vertrag verhindert es, Grönland ist kein EU-Gebiet, und das wirtschaftliche Interesse Kanadas blickt nach Washington, nicht nach Brüssel. Die Anekdote ist gut, aber sie ändert nichts an der politischen Geografie.
Und was, wenn die EU eines Tages beschließe, ihre eigenen Verträge zu ignorieren und einem Land die Tür zu öffnen, das nicht in Europa liegt? Die Frage bleibt offen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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