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The Eighth Tower: das Buch, in dem Keel Angst zur Kontrolletheorie machte
The Eighth Tower von John Keel ist für 18 Euro wieder im Handel und eröffnet die Schlacht gegen die klassische Außerirdischen-Hypothese und seine Theorie des Superspektrums neu
The Eighth Tower von John Keel kehrt in die Buchläden zurück und eröffnet den Krieg gegen die grünen Männchen neu
Ein Buch aus den siebziger Jahren zirkuliert wieder in den Regalen, für 18 Euro und mit vier verfügbaren Exemplaren bei Amazon. Es heißt The Eighth Tower, stammt von John Keel, und manche beschreiben es als das Hauptwerk eines Autors, der zusammen mit Jacques Vallee die klassische Außerirdischen-Hypothese gesprengt hat. Die These: Es gibt keine Marsmännchen mit Analsonden, sondern eine Intelligenz, die ihre Verkleidung an den jeweiligen Zeitgeist anpasst.
Das Buch funktioniert als eine vereinheitlichende Theorie. Es wirft die Männer in Schwarz, fliegende Untertassen, Geister und Marienerscheinungen in denselben Topf und behauptet, dass hinter allem etwas wirkt, das sich von Angst und Chaos ernährt. Das Konzept hat einen eigenen Namen: das Superspektrum. Die Dokumentation stützt sich auf alte Fälle und auf eine Folklore im Entstehen, die Idee, dass sich die Erscheinungen je nach betrachtender Kultur neu einkleiden.
Was die Theorie des Superspektrums behauptet
Die Argumentationslinie ist einfach zu formulieren und schwer zu schlucken. Paranormale Phänomene wären keine Besuche von außen, sondern Manifestationen einer nicht-menschlichen Entität, die entscheidet, wann und wie sie sich zeigt. Ihr Werkzeug ist die Gedankenkontrolle. Ihr Rohstoff, die kollektive Panik. Deshalb ähneln die Sichtungen so sehr den Legenden der jeweiligen Jahrhunderte: Feen, wo früher Gnome waren, Madonnen, wo früher Erscheinungen waren, Untertassen, wo früher Lichter am Himmel waren.
Der Autor bleibt nicht bei Anekdoten stehen. Keel erstellte eine Auswertung der Tage, Regionen und Stunden, an denen sich die UFO-Sichtungen in den USA konzentrierten – eine Feldarbeit, die er selbst unter dem Titel Operation Trojan Horse als Buch veröffentlichte. Diese Nachforschung gibt der Theorie ihr Gerüst: keine Summe loser Geschichten, sondern ein in Zeit und Raum wiederkehrendes Muster.
Manche behaupten, diese Lesart habe zusammen mit der Vallees die naivste Version des Phänomens überholt. Andere entgegnen, dass weder der eine noch der andere irgendeinen Beweis erbracht hätten. Der Streit lebt weiter: Die Befürworter sprechen von einer beunruhigenderen Realität als der der Untertassen; die Kritiker von einem Konstrukt ohne jede mögliche Verifikation.
Die 9/11-Wendung, die niemand brauchte
Das Gespräch schwenkt ab, und zwar kräftig, hin zum Einsturz des World Trade Center Gebäudes 7. Es wird argumentiert, die offizielle Version habe Lücken und eine kontrollierte Sprengung in der zwischen dem Vorfall und dem Einsturz verstrichenen Zeit sei materiell unmöglich. Die genannte Zahl sind vier Stunden. Auf dieser Basis häufen sich Verdächtigungen, von denen keine über eine verifizierte technische Grundlage verfügt.
Auch das Gedankenexperiment taucht auf, eine maßstabsgetreue 1:1-Replik eines der Türme zu bauen und dasselbe Flugzeugmodell, vollgetankt, in dasselbe Segment fliegen zu lassen. Die Wette: Der Turm stürzt nicht ein. Ebenso wird behauptet, eine Aluminiumhülle sei gegen eine Stahlwand chancenlos und eine Stahlstütze knicke nicht nach wenigen Minuten Feuer ein. Das sind parteiische Behauptungen, keine Prüfergebnisse.
Das technische Detail, das sich in die Auseinandersetzung einschleicht, betrifft die Modelle im Maßstab. Die im Windkanal verwendeten Flugzeugmodelle liegen bei etwa 1/50, und es wird behauptet, in jedem Maßstab wäre das Ergebnis dasselbe. Keine dieser Hypothesen wurde in einem unabhängigen Labor unter den beschriebenen Bedingungen reproduziert.
Der Schützengraben der Siebziger
Das Buch stammt aus den siebziger Jahren, und das erklärt einen Teil seines Charmes und einen Teil seiner Verstaubtheit. Man wirft ihm vor, ohne Ordnung von einem Thema zum nächsten zu springen, und dass sein Autor die paranormalen Dinge mit einem Augenzwinkern nahm. Die Verteidigung lautet genau gegenteilig: Dieser Mangel an Feierlichkeit macht es lesbar ohne das übliche Genre-Weihrauch.
Das kommerzielle Interesse ist nicht tot. Manche haben es bereits bei Amazon für 18 Euro gekauft, andere warten auf ihre Bestellung. Die Empfehlung, die kursiert: den Kauf mit Operation Trojan Horse vervollständigen. Und der Wunsch, der über der Sache schwebt: dass The Disneyland of the Gods übersetzt wird, wo Keel seine Theorie vollendet.
Vor diesem Hintergrund fällt die Etikettierung als Verschwörungstheoretiker manchen zu kurz aus und ist für andere überflüssig. Nicht diskutierbar ist, dass ein Essay von vor einem halben Jahrhundert weiterhin Wellen schlägt. Die Prognose, mit Vorbehalt: Solange die Folklore weiter die Verkleidung wechselt, wird jemand 18 Euro zahlen, um es schwarz auf weiß zu sehen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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