Tesla: Vom Retter zum Albtraum für Spaniens Taxifahrer
Als Alfredo 2023 seinen Tesla Model 3 in Empfang nahm und glaubte, damit Tausende Euro zu sparen, ahnte er nicht, dass er sich am Ende über reale Reichweite, Schlangen an den Ladestationen und einen Kundendienst beschweren würde, der scheinbar darauf ausgelegt ist, Profis zu verzweifeln. Was ein Schlag gegen den Diesel werden sollte, ist zu einer ständigen Quelle der Angst geworden.
Reichweite, die im Alltag schwindet
Den gesammelten Berichten zufolge legt ein Madrider Taxifahrer an zehn Stunden täglich zwischen 200 und 300 Kilometern zurück. Der Tesla Model 3 verspricht 665 km im Stadtzyklus, doch in der Praxis erzwingt der Akteur alle zwei Tage eine Ladepause. Das nächtliche Laden kostet rund 7 Euro, wer aber elf Stunden am Stück arbeiten wollte, stellt fest, dass die Reichweite im Winter und bei intensiver Nutzung schrumpft. Die Diskrepanz zu den Herstellerangaben ist so groß, dass sich viele betrogen fühlen: Statt zu sparen, verlieren sie Zeit, in der sie Geld verdienen könnten.
Wartung: ein Albtraum in Wochenlänge
Normale Werkstätten fassen Teslas nicht an. Der offizielle Service hat endlose Wartezeiten, und wenn eine Störung eingeht – etwa an der Aufhängung –, kann das Auto wochenlang stillstehen. Währenddessen zahlt der Taxifahrer weiter die Lizenz – die in manchen Fällen bis zu 450.000 Euro gekostet hat – und die Miete für das Fahrzeug. Die Option einer Werkstatt um die Ecke, die einen Toyota Corolla an einem Tag repariert, gibt es für Musks E-Auto schlicht nicht.
FreeNow und das Ende der Prämien
Die App FreeNow belohnte Elektrofahrzeuge mit Vorrang bei den Fahrten. Als dieser Vorteil verschwand, mussten Tesla-fahrende Taxifahrer von den Favoriten zu Gleichen unter Gleichen werden. Für viele war diese Prämie der eigentliche Kaufgrund; mit ihrem Verlust kippte die Rechnung endgültig.
Die letzte Ironie: Den Henker finanzieren
Jeder Tesla, den ein Taxifahrer kauft, ist eine Einnahme für das Unternehmen, das mit seinem autonomen Robotaxi-Projekt droht, die gesamte Branche arbeitslos zu machen. Die Fahrer zahlen brav für ein Auto, das den finanziert, der ihren Beruf abschaffen will. Die Zukunft, die sie selbst mithelfen aufzubauen, könnte die sein, die sie liquidiert.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Hat sich der Umstieg aufs E-Auto gelohnt? Für viele lautet die Antwort ein klares Nein – und die Reue wird mit verlorenen Stunden und ausgebliebenen Fahrten bezahlt.
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