Warum bringt die USA Spanien ins Visier?

Kontrolle über die Straße von Gibraltar, wichtige Basen für die USA und eine Regierung, die ihre Verbündeten verunsichert: die Thesen, die über Washingtons Interesse kursieren.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Warum bringt die USA Spanien ins Visier?
Spanien im Visier der USA: Basen, Gibraltar und die NATO

Spanien beherbergt Einrichtungen, die für Washingtons Operationen in Afrika und dem Nahen Osten von zentraler Bedeutung sind, und für mehrere der an der Debatte Beteiligten ist seine Regierung zu einer der unbequemsten Stimmen am europäischen Rand geworden. Diese Mischung — nützlicher Partner und Figur, die nicht nach der gespielten Melodie tanzt — steckt hinter einer Frage, die nicht mehr marginal klingt: Warum heißt es, die USA würden Spanien ins Visier nehmen? Die kursierenden Antworten reichen von reiner Geografie bis zu Prophezeiungen, mit Raffinerien, Flugzeugen und Atombomben dazwischen. Es gilt, Fakten von Gerüchten zu trennen.

Warum zählt Spaniens Lage mehr als sein wirtschaftliches Gewicht?

Die am häufigsten genannte Antwort ist geografischer Natur. Spanien liegt am Tor zum Mittelmeer, gegenüber Nordafrika und beherrscht den Zugang zum Atlantik, zusammengefasst von einem Teilnehmer in einem Satz, der das Argument auf den Punkt bringt: „Tor zum Mittelmeer, Zugang zum Atlantik und Kontrolle über Nordafrika“. In diese Rechnung gehen Gibraltar und Ceuta ein, zwei Punkte, die jede regionale Spannung zu einer spanischen Angelegenheit machen.

Dazu kommt das Netz an Einrichtungen, das die USA für ihre Operationen Richtung Süden nutzen. Die wiederkehrende These lautet, dass die US-Basen für Afrika und den Nahen Osten zum großen Teil in Spanien liegen, Italien und Deutschland nicht mitgerechnet. Es gibt keine offizielle Zahl, die diese Verteilung aufschlüsselt, und das sollte man sich vor Augen halten: Es ist eine kursierende Behauptung, kein bestätigtes Faktum. Der Schluss, den ein Teil der Analyse zieht, ist eindeutig: Wenn die Halbinsel das logistische Sprungbrett ist, wird man sie kaum fallen lassen.

Die Raffinerie von Algeciras und der Treibstoff der B-52

Unter den technischen Argumenten taucht eines auf, das selten Schlagzeilen macht: die Art von Treibstoff, die die strategischen Bomber vom Typ B-52 verbrauchen. Nach einem der Beiträge gibt es an der Küste von Algeciras eine Raffinerie, die einen ganz bestimmten Treibstoff verarbeiten kann — denselben, der auch in Puertollano hergestellt wird —, und Anlagen dieser Art sind selten. Die sich daraus ergebende Überlegung ist einfach: Ohne diese Raffinierung fliegen bestimmte Maschinen nicht.

Die Geschichte hat Zugkraft und null dokumentarische Belege. Es gibt keine Vorschrift, keinen Vertrag und keinen Bericht, der diese Kapazität mit der US-Militärpräsenz verbindet. Sie bleibt, was sie ist: eine Hypothese, die erklären würde, warum Spanien mehr wiegen könnte, als seine wirtschaftliche Größe vermuten lässt.

Die Ablehnung von 500 Kampfflugzeugen und die 50-Jahre-Rechnung

Die zweite Achse ist politisch. Eine der kursierenden Versionen besagt, die spanische Regierung habe sich geweigert, 500 Kampfflugzeuge zu kaufen, die laut derselben These über ein System zur Fernabschaltung verfügen und Spanien zu 50 Jahren Schulden zwingen würden. Der Einsatzzweck dieser Maschinen sei — ebenfalls laut diesem Bericht — die Bombardierung von Zielen im Nahen Osten.

Auf dieser Grundlage entsteht die Lesart, Spanien habe sich von der harten europäischen Linie distanziert und diese Distanzierung sei der eigentliche Grund für den Ärger. Es ist die Deutung mit dem größten Gewicht in der Debatte — und zugleich die, die sich am stärksten auf unbelegte Zuschreibungen stützt. Keine der beiden Seiten hat Details des Vertrags oder die tatsächliche Höhe der Verpflichtung veröffentlicht.

Marokko und der dritte Eckpunkt der Karte

Ein dritter Name fällt immer wieder: Marokko. Das Misstrauen stützt sich auf die Vorstellung, dass Washington und seine regionalen Verbündeten seit Jahrzehnten enge Beziehungen zu Rabat pflegen, und auf Episoden wie der Einreise von Migranten nach Ceuta. Daraus speist sich der Verdacht, dass jeder Druck auf Spanien auch eine nachbarschaftliche Komponente hat.

Das ist heikles Terrain. Bekannte Fakten vermischen sich mit Verdächtigungen und mit Zukunftsszenarien, die niemand bestätigt hat. Was es aber zeigt, ist ein Stimmungswandel: Die Beziehung zu den USA wird nicht mehr als stabile Allianz gelesen, sondern zunehmend als Kraftprobe.

Ist Spanien wirklich ein militärisches Ziel?

An dieser Stelle sollte man die Lautstärke herunterdrehen. Gegenüber den kursierenden Invasionsszenarien — darunter die alte Prophezeiung eines Angriffs aus Südeuropa, die zu Zeiten der Jugoslawienkriege wieder aufgewärmt und durch die Bombardierung der chinesischen Botschaft in Belgrad genährt wurde — lautet die solideste Antwort das Gegenteil: Spanien kann weder aus der NATO austreten noch ohne Konsequenzen angegriffen werden, weil seine Basen zu nützlich und seine Lage zu günstig sind.

Das Argument stützt sich auf die Geschichte: Während sich Europa in zwei Weltkriegen und später im Kalten Krieg ausblutete, blieb Spanien von der Frontlinie fern. Die Prophezeiung, sagen die Skeptischsten, funktioniert nur, wenn sich alle so verhalten, als wäre sie wahr.

Könnte Spanien Atomwaffen herstellen?

Das letzte Element der Erzählung ist atomar, und hier ist der Sprung groß. Eine der Thesen behauptet, Spanien habe alles Notwendige, um die Bombe zu bauen, und könnte in weniger als drei Monaten über ein halbes Dutzend Sprengköpfe verfügen — vor allem, wenn die in einem anderen Kontext geschlossenen Verträge an Kraft verlieren. Es ist eine Behauptung ohne offizielle Bestätigung, gestützt auf die Idee, dass man ohne nukleare Abschreckung auf dem weltlichen Schachbrett nichts zu sagen hat.

Vor diesem Hintergrund lautet die Frage nicht, ob die USA ein Interesse an Spanien haben — das haben sie —, sondern was genau sie bezwecken. Einen unbequemen Partner unter Druck setzen, den südlichen Flanken sichern oder einen außenpolitischen Kurs korrigieren, der ihnen nicht gefällt. Wahrscheinlich alles gleichzeitig. Und was wäre, wenn das eigentliche Ziel gar nicht Spanien wäre, sondern das, was Spanien kontrolliert?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (92 Antworten).

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