Jabaroot droht mit Enthüllung von 70.000 marokkanischen Spionen

Die Hackergruppe Jabaroot droht, eine Liste mit 70.000 marokkanischen Spionen zu veröffentlichen – möglicherweise sind auch Spanier darunter.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Jabaroot droht, das Netzwerk von 70.000 marokkanischen Spionen aufzudecken

Mitten im diplomatischen Spannungsverhältnis zwischen Spanien und Marokko hat eine Hackergruppe, die sich Jabaroot nennt, die Geheimdienste in Atem gehalten. Die Organisation, die Quellen des Konflikts in Algerien verorten, gibt an, auf die vollständige Datenbank des DGST zugegriffen zu haben – des marokkanischen Inlandgeheimdienstes –, und droht mit der Veröffentlichung der Identität von rund 70.000 Agenten. Auslöser: Rache für die Maßnahmen der marokkanischen Regierung gegen die Gruppe.

Die Nachricht hat unterschiedlichste Reaktionen ausgelöst. Manche sehen in diesen Hackern die einzigen, die den Mut haben, das zu tun, was sich westliche Geheimdienste nicht trauen. Andere hingegen halten es für ein Bluff, eine leere Ankündigung nach dem Muster von Politikern, die versprechen, „den Mantel zu lüften“, wenn sie auf frischer Tat ertappt werden.

Eine Drohung, die spaltet

Skepsis ist vorerst die vorherrschende Haltung. Bislang hat Jabaroot keinen einzigen Namen veröffentlicht, obwohl die Gruppe angeblich seit 15 Monaten in marokkanische Systeme eindringt. Wer sie kennt, erinnert jedoch daran, dass sie der marokkanischen Regierung schon mehr als einmal zugesetzt hat, was der Drohung Glaubwürdigkeit verleiht. Die Frage ist, warum man es ankündigt, bevor man es tut: Wäre die Datenlecke echt, wäre die Veröffentlichung selbst die einzige nötige Botschaft.

Der spanische Faktor

Der heikelste Punkt der Angelegenheit ist die mögliche Präsenz von Spaniern auf dieser Liste. Laut den Informationen der Gruppe sollen sich Kollaborateure mit spanischem Pass in den Reihen des DGST befinden – was, bestätigt es sich, ein politisches Beben auslösen würde. Über Namen von Journalisten, Richtern und Verantwortlichen der öffentlichen Hand wird spekuliert, doch bislang ist kein Beweis ans Licht gekommen. Der CNI (Spaniens Auslandsgeheimdienst) seinerseits schweigt verlegen, und nicht wenige weisen darauf hin, dass die spanische Diplomatie seit Jahren wegschaut, um keinen Konflikt mit Rabat zu riskieren.

Bluff oder Realität?

Die Drohung kommt zu einem heiklen Zeitpunkt für Marokko, das mitten in einer internen Krise steckt und dessen Monarchie in Frage gestellt wird. Manche Analysten vermuten, die Datenlecke könnte das Werk einer rivalisierenden Fraktion innerhalb des marokkanischen Geheimdienstes selbst sein, die das Regime destabilisieren will. Andere, pragmatischere Stimmen erinnern daran, dass Jabaroot keine neue Gruppe ist und bereits bewiesen hat, dass sie Schaden anrichten kann. Die Frage ist, ob sie diesmal Wort hält.

Dieses Schweigen ist übrigens nicht das einzige. Auch die spanische Justiz hat sich nicht geäußert, und der Innenminister hat das Thema gemieden. Das Einzige, was sicher ist: Das Versprechen, die schmutzige Wäsche des marokkanischen Geheimdienstes aufzudecken, hat mehr als eine Regierung in Alarmbereitschaft versetzt. Ist es ein Bluff, ist das Schauspiel vorbei. Und die Datenbank bleibt dort, wo sie ist – und wartet darauf, dass jemand den Knopf drückt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (92 Antworten).

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