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Tehraner U-Bahn widerlegt das Bild des mittelalterlichen Iran
Die saubere Metro in Teheran stellt die Erzählung vom Iran infrage: spanische Technik, Sanktionen und Frauen ohne Hijab.
Spanische Technik und Sanktionen: Die andere Seite der Teheraner Metro
Der Iran ist kein mittelalterliches Land. Aber auch nicht das idyllische Bild makelloser Normalität, das manche Videos der Teheraner Metro vermitteln. Das Bild sauberer Bahnsteige, funktionierender Drehkreuze und Frauen mit offenem Haar hat einen alten Streit neu entfacht: Der eines Regimes, das seit Jahrzehnten von den USA und der EU sanktioniert wird, dessen Bevölkerung aber laut Reisenden genau so lebt wie wir – mit Smartphone, Zeitplan und Rolltreppen. Das Video löst nichts. Es provoziert nur.
Warum überrascht die Teheraner Metro?
Sie überrascht, weil die gängige Erzählung eine andere ist. Ein Teil der Analyse behauptet mit einem gewissen Sarkasmus, dass die Hälfte des Iran im Mittelalter leben müsste, wenn man den westlichen Medien Glauben schenkt. Und doch funktioniert dort die U-Bahn. Ein Detail fiel auf: Der Boden hat taktile Leitlinien für Blinde, um Türen zu finden – eine Lösung, die an Bauten mit chinesischer Unterstützung erinnert. Es ist Technologie, keine Ideologie.
Die härteste Version dieser Erzählung besagt, dass Medien nach Belieben täuschen: Wer nicht dem Imperium dient, sei barbarisch oder verrückt. Dagegen steht ein Argument, das nicht verschwindet: Eine Metro kann überall gebaut werden. Technik kauft man; Zivilisation ist, wenn überhaupt, etwas anderes.
Das Geschäft, das Spanien China im Iran überließ
Hier liegt eine oft vergessene Tatsache. Es gab eine Zeit, in der mehrere spanische Ingenieurbüros viel Arbeit im Iran hatten: Teile der Technologie und Ausrüstung dieser Metro wurden in Spanien hergestellt, ebenso wie Material für Bahnen in Russland, Kasachstan oder Usbekistan sowie Projekte für Flughäfen und Hafen-Terminals. So berichten es Insider.
Dieses Geschäft wurde durch internationalen Druck gestoppt, und das Vakuum füllte China. Die wiederholte Sarracena ist unbequem: Jedes Land, das durch Washingtons Fingerzeig isoliert wird, wird zum Paradies für Chinesen. Im Hintergrund bleibt eine ungeklärte Frage: Sind diese Sanktionen legal, oder gehorchen wir ihnen einfach?
Schleier, Tücher und Burkas sind nicht dasselbe
Eine Präzisierung ist nötig, da der Fehler sich hartnäckig hält. Im Iran gibt es keine Burka; das ist Afghanistan. Der Tschador ist traditionell auf dem Land, während viele Stadtfrauen heute nur noch das klassische Kopftuch tragen. Vor Ort beschreibt ein Reisender, der vor fünf Jahren dort war, dass Frauen ihr Haar nie ganz frei trugen – weder wenig noch viel – und dass auf den Brücken von Isfahan freitags kleine Rebellionen mit offenem Haar stattfanden, die die Polizei duldete.
Dann kam die Protestbewegung gegen den Hijab. Manche Analysen verorten sie vor etwa anderthalb Jahren, als viele Frauen ihre Haare lösten – einige rasierten sich den Kopf, um Strafen zu entgehen – und viele Männer sie unterstützten. In diesem Streit gibt es einen offenen Punkt: Über den Tod, der alles auslöste, bestreiten manche Beweise für Folter, während andere Quellen das Gegenteil behaupten. Die Sache ist ungelöst.
Zahlen hinter der glatten Fassade
Die Kehrseite des Videos zeigt Zahlen. Gegen das saubere Bild stehen Hinrichtungen: Es wird von 500 bis 600 pro Jahr gesprochen, die als legal gelten, und zwar nicht nur wegen Drogenhandels, Mordes oder Vergewaltigung, sondern auch wegen politischer Opposition, Wirtschaftskriminalität, außerehelicher Beziehungen oder Gotteslästerung. Über außergerichtliche Tötungen gibt es keine Statistik. Die Zahlen stammen von zitierten Medien und Organisationen; andere Stimmen bezweifeln deren journalistische Integrität.
Und ein schmerzhafter Vergleich: Man erinnert daran, dass ein mittleres Erdbeben im Iran 75.000 Tote fordern kann, was nach Meinung einiger das Bild eines hochtechnisierten Landes widerlegt. Die Antwort lautet, dass Japan ebenfalls bebt, obwohl niemand dies im selben Atemzug erwähnt.
Ist der Iran ein modernes oder ein mittelalterliches Land?
Es hängt davon ab, womit man vergleicht und wer hinschaut. Eine Strömung betont, dass die iranische Bevölkerung nicht pro-westlich sei, sondern sich westlich kleide, wie es auch Chinesen oder Japaner tun. Eine andere Gruppe erinnert daran, dass das Land auf vielen Fotos das des Schahs vor 1979 zeigt; das ist vierzig Jahre her und kehrte nie zurück. Eine dritte Ansicht hält die Einteilung in Erste- und Dritte-Welt-Länder für veraltet, wenn selbst Teile der Ersten Welt verfallen. Keine Zahl klärt die Angelegenheit endgültig.
Die Metro dient als Gradmesser: Ihre Sauberkeit und Sicherheit werden mit Netzen wie Madrid oder Barcelona verglichen, wo Obdachlose und Süchtige häufig anzutreffen sind. Es ist ein schnelles Urteil basierend auf Eindrücken, aber es liegt auf dem Tisch.
Die Teheraner Metro lässt eine vorsichtige Prognose zu
Wenn der Trend anhält, wird sich der Iran innerlich schneller westlich orientieren, als Europa äußerlich sarracinisiert wird; manche vertreten diese These seit Jahren und gelten als exzentrisch. Mit Vorsicht, denn das Regime, das hinrichtet, ist auch das, das Bahnsteige und taktile Leitlinien baut, und beides koexistiert, ohne dass eines das andere ausschließt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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